KMU

KMU – kleine und mittlere Unternehmen

KMU ist ein Sammelbegriff für die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland, unabhängig von ihrer jeweiligen Rechtsform. In Österreich spricht man in gleicher Weise von den Klein- und Mittelbetrieben (KMB). Unter diese Sammelbezeichnung fallen Unternehmen, die sich bei der Bilanzsumme / dem Umsatzerlös und im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten unterhalb einer festgesetzten Grenze bewegen, oberhalb derer von Großunternehmen gesprochen wird.

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Definitionen für den KMU-Grenzwert

Ob eine Firma zu den kleinen und mittleren Unternehmen gezählt wird, ist je nach zugrunde liegender Definition unterschiedlich. Auf europäischer Ebene hat die EU eine Empfehlung ausgesprochen (2003/361/EG). Nach dieser gilt ein Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden als KMU, ebenso ein Haus mit Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro beziehungsweise einer Bilanzsumme von weniger als 43 Millionen Euro Betriebsvermögen. Eine zusätzliche Empfehlung der EU-Kommission besagt, dass auch qualitative Merkmale bei der Einordnung berücksichtigt werden sollten, beispielsweise Eigentums- und Entscheidungsverhältnisse.

Das deutsche Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn zieht andere Grenzen im Hinblick auf die Anzahl der Mitarbeitenden. Demnach gilt ein Unternehmen als KMU, wenn es höchstens 499 Beschäftigte hat und sein Umsatzerlös unter 50 Millionen Euro bleibt.

§ 267 des Handelsgesetzbuchs (HGB) der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet zwischen kleinen, mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften. Kleine Kapitalgesellschaften sind solche, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mindestens zwei der drei folgenden Merkmale erfüllen:

  • Die Bilanzsumme beläuft sich nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags auf weniger als 6.000.000 Euro.
  • Der Umsatzerlös in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag liegt unter 12.000.000 Euro.
  • Im Jahresdurchschnitt werden weniger als 50 Arbeitnehmer beschäftigt.

Als mittelgroße Kapitalgesellschaften werden Unternehmen bezeichnet, die im genannten Zeitraum wenigstens zwei dieser Werte überschreiten und mindestens zwei der drei nachstehenden Punkte erfüllen:

  • Die Bilanzsumme beläuft sich nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags auf weniger als 20.000.000 Euro.
  • Der Umsatzerlös in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag liegt unter 40.000.000 Euro.
  • Im Jahresdurchschnitt werden weniger als 250 Arbeitnehmer beschäftigt (nicht berücksichtigt werden dabei Auszubildende).

Die wirtschaftliche Bedeutung von KMUs

In Deutschland sind nach den Statistiken des Instituts für Mittelstandsforschung aus dem Jahr 2014 rund 99,6 Prozent aller steuerpflichtigen Unternehmen KMUs. Bei ihnen sind fast 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt, sie erwirtschaften knapp 35,5 Prozent aller Umsätze und bilden mehr als 82 Prozent aller Auszubildenden aus. Der Exportumsatz der deutschen KMUs belief sich auf 201 Milliarden Euro (17,5 Prozent des Exportumsatzes aller Unternehmen). Sie trugen rund 55 Prozent zur gesamten Nettowertschöpfung der deutschen Unternehmen bei und hatten einen Anteil von 12,7 Prozent an den gesamten Ausgaben des Wirtschaftssektors für Forschung und Entwicklung.

Diese Zahlen belegen die hohe Relevanz der KMUs für die deutsche Wirtschaft. KMUs haben den Vorteil, bei der Erschließung neuer Märkte besonders flexibel agieren zu können. Vor allem in neuen Forschungsfeldern stellt das einen entscheidenden Pluspunkt gegenüber schwerfälligeren Großunternehmen dar. In den Bio- und Nanotechnologien kommen die bedeutendsten Impulse mehrheitlich aus mittelständischen Unternehmen, und auch im Bereich der Dienstleistungen investieren vor allem KMUs in Forschung und Entwicklung. Um neue Cloud-Lösungen für KMUs geht es im Sage-Blog.