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Podcast # 21 | Mit Fleiß und Private Equity zur erfolgreichen Unternehmensübernahme

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Unternehmens-Nachfolge

Podcast # 21 | Mit Fleiß und Private Equity zur erfolgreichen Unternehmensübernahme

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In unserem aktuellen Podcast spricht Jan mit Geschäftsführer Patrick Löchelt. Für die externe Unternehmensnachfolge brachte Patrick neben einer kaufmännischen Ausbildung und MBA-Studium mehrjährige Erfahrung im Management großer Unternehmen mit. Mit seinem Partner Tobias Mehlsam bildet er seit 2019 die Doppelspitze der Hasenkopf Industrie Manufaktur.

In der Podcast-Folge 21 erzählt Patrick Löchelt

  • Welche persönlichen Stärken und Kompetenzen für eine Firmen-Übernahme von Vorteil sind
  • Was bei der Suche nach einem geeigneten Mittelständler hilfreich war
  • Wie die Belegschaft für die neue Unternehmensführung gewonnen werden konnte
  • Und nicht zuletzt: welches Quäntchen Glück es brauchte, damit trotz Rückschlägen alles erfolgreich ablief

Patrick Löchelt absolvierte zunächst bei einer großen Firma ein duales Ausbildungsprogramm. In seinem Studium setzte er den Schwerpunkt gleich auf Entrepreneurship. Denn schon damals verspürte er den starken Wunsch, Unternehmer zu werden. Das berufliche Know-how hierfür erwarb er sich in leitenden Positionen bei verschiedenen Konzernen und in einer renommierten Unternehmensberatung.

Nach Gründung eines eigenen Consulting-Unternehmens reifte mehr und mehr der Plan, sich einen passenden Mittelständler für die Unternehmensnachfolge zu suchen.

„Die Suche war ein Lernprozess“

Was das Wunschunternehmen betraf, hatte unser Gast ziemlich konkrete Vorstellungen. Als er 2015 aktiv mit der Suche begann, waren es vier entscheidende Kriterien, die er zugrunde legte:

Performance: Der Umsatz des Unternehmens sollte 10 bis 50 Millionen Euro betragen

Firmensitz: Am liebsten nahe einer attraktiven deutschen Großstadt

Fabrikat: Er wünschte sich ein qualitativ hochwertiges Produkt, das ihn persönlich faszinierte

Markt und Chancen: Ein etabliertes Unternehmen mit Perspektive, das zu interessanten Konditionen erwerbbar ist

Die insgesamt vier Jahre dauernde Suche beschreibt Patrick als einen Lernprozess: „Viel probieren, viel Klinkenputzen und immer wieder Rückschläge verkraften.“

Er ließ sich nicht entmutigen. Dank seiner beruflichen Tätigkeiten konnte er sich auf ein Netzwerk von Private Equity-Unternehmen verlassen, die ihn bei seinen Recherchen unterstützten.

Über sein Netzwerk wurde Patrick schließlich als Geschäftsführer an die Investoren und die Hasenkopf Industrie Manufaktur weiterempfohlen.

„Nicht die klassische Form der Unternehmensnachfolge“

Damit war der Deal aber noch lange nicht perfekt.

Denn bei dem süddeutschen Unternehmen – einem führenden Zulieferer für Mineralwerkstoff-Spezialitäten – entschied nicht nur Alteigentümer Roland Hasenkopf über die Weitergabe der Verantwortung. „Da saßen Geldgeber mit am Tisch, die durchaus relevant waren – es war also nicht die klassische Form einer Unternehmensnachfolge“, berichtet Patrick.

Zudem habe sich der gesamte Transaktionsfluss durch Veränderungen innerhalb des Unternehmens und bei den Partnern zeitlich hingezogen. Auch Tobias Mehlsam, ein ausgebildeter Bauingenieur, kam erst später dazu.

Nach Ablauf einiger Monate fiel die Wahl schließlich auf das Duo Löchelt & Mehlsam – der eine hatte ausgewiesene Kompetenzen im Bereich Management, der andere brachte Markt- und Produktkenntnisse mit. Diese Kombination überzeugte.

Das große Ganze im Blick haben“

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen in der Beratung war Patrick klar, dass er für seine Rolle als Unternehmensnachfolger vor allem Durchhaltevermögen, Resilienz und Risikobereitschaft aufbringen musste: „Gerade im KMU-Bereich, wo anders als in großen Konzernen die Prozesse und Strukturen nicht etabliert sind und automatisch weiterlaufen, sind oft viele kleine Rückschläge auszuhalten. Wenn man da nicht mehr gut schlafen kann, weil einem die Finanzzahlen im Nacken hängen …  Das wäre nicht so ideal. Schwierige Situationen sollte man durchstehen können und dabei das große Ganze, das Ziel immer im Blick haben.“

Wege für den sanften Übergang zur nächsten Generation

Beim Einstieg in das Unternehmen war das Quäntchen Glück im Spiel. Denn die Konstellation mit Roland Hasenkopf erwies sich für das neue Führungstandem als optimal. Der Alteigentümer hatte zwar über Jahrzehnte das Unternehmen entscheidend geprägt, zeigte sich jedoch für Neuerungen sehr offen und kooperativ. Er fungierte zunächst als Berater und wechselte dann in den Beirat.

Der gesamte Übergang geschah behutsam unter Beibehaltung bewährter Strukturen und in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Kunden. Für das erste halbe Jahr hatte Patrick einen genauen Zeitplan ausgearbeitet – bereits am Ende des ersten Monats übernahm er konkret Führungsverantwortung.

Gemeinsam mit der Belegschaft die Firma zukunftsfähig machen

Ein Schlüsselfaktor war die proaktive Kommunikation. Mit ihr wurde die Belegschaft für den Wechsel an der Spitze gewonnen: „Gemeinsam mit den Investoren und Roland Hasenkopf haben wir eine Betriebsversammlung einberufen und uns als neue Geschäftsführer vorgestellt. Dabei haben wir deutlich kommuniziert, dass wir Substanz wahren und Altbewährtes respektieren. Aber auch, dass wir das Unternehmen mit einem Kulturwandel erfolgreich für die nächste Generation weiterentwickeln wollen.“

Unser Podcast-Gast nennt drei Erfolgsfaktoren für gelungene Unternehmensnachfolge:

  1. Die Belegschaft von Beginn an und kontinuierlich über die Richtung der Abläufe im Unternehmen informieren. Kernziel sollte sein, mit den Mitarbeitern gemeinsam das Unternehmen Richtung Zukunft voranzubringen.
  2. Geeignete Mitarbeiter im Unternehmen für Führungspositionen benennen und ihnen Kompetenzen geben.
  3. Funktions- und Führungsteam intensiver einbeziehen in Entscheidungsprozesse und ihnen entsprechendes Feedback zukommen lassen.

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