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5 Cashflow-Experten-Tipps für Kleinunternehmer

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Den Cashflow im Griff zu halten, ist eine grundlegende und unentbehrliche Aufgabe für jeden Unternehmer. Um etwas Hilfestellung bei dem Thema zu erhalten und Best Practices zu erfahren, haben wir uns an Experten in diesem Gebiet gewendet.

Neil Cattermull ist Commercial Director und Berater sowie einer der Sage Business Experts und hat rund um den Globus kleine bis große Unternehmen bei ihren Geschäftsmodellen unterstützt. Außerdem haben wir mit Emma Warren gesprochen, einer Unternehmensexpertin, Unternehmerin und Geschäftsführerin bei der Beratungsagentur Portfolio Directors, um für Sie nützliche Tipps zum Ankurbeln des Cashflows zu erhalten.

1. Achten Sie auf Warnsignale hinsichtlich Cashflow

„Es gibt viele Indikatoren im Unternehmen, die für den Inhaber Warnsignale sind“, erklärt Cattermull. „Das können ständig verspätete Zahlungen, häufige Meetings auf Kundenanfrage oder Anfragen zur Neuverhandlung von Zahlungszielen sein.“

“Managen Sie Ihren Geldkreislauf, indem Sie Ihre Umsätze ordnungsgemäß erfassen“, fügt Warren hinzu. „Dadurch können Sie die Gewinnmargen auf hohem Niveau halten und Probleme frühzeitig erkennen. Beispielsweise werden Sie bei steigenden Rohmaterialkosten Ihre Preise erhöhen müssen. Oder Sie müssen in ruhigeren Monaten eine Sonderaktion starten.“

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Aber es geht nicht nur darum, Zahlungseingänge von Kunden oder Materialkosten im Auge zu behalten. Es ist tief in das Unternehmen hineinzuschauen, so Cattermull, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter in Bezug auf ihre Leistung ehrlich sind und man auf dem weiteren Weg mit korrekten Erwartungen arbeitet.

„Es ist ganz entscheidend, den Vertriebszyklus im Hinblick auf den Cashflow zu prognostizieren. Jeder Verkäufer muss gemanagt werden! Eine lange oder nicht vorhandene Vertriebspipeline ist ein beliebter Trick von Vertriebsmitarbeitern. Sie prahlen mit tollen Aussichten, die aber gar nichts mit der Realität zu tun haben. Das ist ein klassisches Beispiel, das den Cashflow versiegen lässt.“

Zu guter Letzt müssen Sie über den Tellerrand Ihres Unternehmens hinaus auf makroökonomische Ereignisse schauen, die Ihren Cashflow umkehren könnten. Dazu Cattermull: „Ein gutes Beispiel hierfür ist der Immobilienmarkt im Zusammenhang mit dem Brexit. Die Käufer halten sich in solchen Situationen zurück, bis sie wissen, wie es mit der Wirtschaft weitergeht.“

2. Senken Sie die Kosten

Zur Absicherung des Cashflows wissen die meisten Unternehmen bereits, dass sie die Zügel anziehen müssen. Aber das ist erst der Anfang.

„Unternehmensausgaben sind ein einfacher erster Schritt zur Kostensenkung“, meint Cattermull. „Aber nur in den richtigen Bereichen. Automatisieren Sie so viel wie möglich, um Verschwendung zu minimieren. Aber wenn Sie diesen Prozess bei Null anfangen, können Kosten auf Sie zukommen. Klar ist: Die ultimative Kosteneinsparung besteht darin, sich die Mitarbeiterzahlen anzusehen. Das aber sollte wirklich der letzte Ausweg sein.“

„Managen Sie Ihre Lieferanten“, ergänzt Warren. „Scheuen Sie sich nicht, nach Rabatt zu fragen, um Ihren Gewinn zu steigern. Seien Sie aber nicht so rücksichtslos, dass Sie Ihrer Geschäftsbeziehung schaden. Eine gute Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist die Vereinbarung günstigerer Anlieferungszeiten, etwa außerhalb der Stoßzeit.“

Eine strenge Kontrolle der Lagerbestände kann ebenfalls helfen, Kosten zu reduzieren, fährt Cattermull fort: „Vor allem, wenn Ihr Unternehmen saisonale Umsatzspitzen hat. Niemand braucht einen Lagerraum mit überflüssigen Artikeln, die möglicherweise verderblich sind. Wenn Sie Ihr Unternehmen starten, reicht eine knappe Kalkulation. Aber wenn Ihr Unternehmen wächst, brauchen Sie präzise Umsatzprognosen.“

3. Verhandeln Sie mit Ihren Geschäftspartnern für einen besseren Cashflow

Es lohnt sich immer herauszufinden, ob Ihre Lieferanten Ihnen längere Zahlungsfristen einräumen. Denn wenn Sie Ihre Rechnung erst nach 60 oder gar 90 Tagen bezahlen müssen, anstatt nach 30, behalten Sie Ihr Geld länger. Dadurch profitiert Ihr Unternehmen von einem besseren Cashflow.

„Bessere Zahlungsfristen bei den Lieferanten können zu Ihrem Vorteil sein“, erklärt Cattermull. „Ganz besonders, wenn Sie ein regelmäßiger Käufer sind. Erweiterte Kreditkonditionen und längere Zahlungszyklen sollten ausgehandelt werden, wenn Sie sich als langjähriger Kunde ausweisen können.“

Ähnlich sollten Sie laut Cattermull auf gute Beziehungen mit allen Personen außerhalb Ihres Unternehmens achten, auf die Sie angewiesen sind – selbst wenn Sie nicht unbedingt gute Neuigkeiten haben.

„Ehrlichkeit gegenüber Lieferanten währt am längsten, wenn es um Kreditgeber geht. Lieferanten werden dies zu schätzen wissen, da es Auswirkungen auf ihren Cashflow hat. Außerdem beweisen Sie mit Ihrer Ehrlichkeit, dass Sie wirklich engagiert und vertrauenswürdig sind. Damit wahren Sie sich ein gutes Standing bei künftigen Geschäften.“

“Animieren Sie Kunden, sich jeden Monat zu einem Kauf zu verpflichten“, fügt Warren hinzu. „Entweder über eine E-Mail oder einen Newsletter, in dem Sie Ihre neueste Produktauswahl vorstellen. Noch besser klappt dies, wenn Sie den jeweils individuellen Geschmack und die Vorlieben Ihrer Kunden berücksichtigen.“

Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass für Services und Produkte nach Möglichkeit immer kontinuierlich bezahlt wird: „Selbst, wenn dies nur durch Rabatte gelingt, lohnt es sich in der Regel wegen der Liquiditätsvorteile. Wenn Sie beispielsweise als Schulungsunternehmen die Zielgruppe Firmenkunden bedienen, könnten Sie Sechsmonatsverträge über Schulungen und Coaching anbieten, für die regelmäßige Monatsbeiträge anfallen, statt nur für Einzelstunden bezahlt zu werden.“

4. Setzen Sie im Notfall gezielte Maßnahmen ein

Ein nicht ganz gesund aussehender Cashflow ist noch kein Grund zur Panik, meint Cattermull. Beim Factoring verkaufen Sie Rechnungen an Dritte, die diese dann eintreiben. Durch den Verkauf der Rechnung erhalten Sie sofort Geld. Dieses Modell ist nicht für jedes Unternehmen etwas. Aber bei einem Cashflow-Engpass kann es eine tolle Lösung sein.

„Damit verschaffen Sie sich Zeit, um sich auf geschäftliche Aktivitäten zu konzentrieren. Und oft erhält das Eintreiben von Außenständen durch Dritte mehr Gewicht, als wenn Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter sich darum kümmern. Bedenken Sie aber, dass dieses Modell seinen Preis hat. Und der kann zwischen 5 und 15 % der Rechnungssumme liegen.“

Der Marktplatz für Factoring ist relativ groß. Es lohnt sich deshalb also, sich ein wenig umzusehen und die Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen, um den besten Deal zu finden.

Natürlich gibt es auch andere Formen der Unternehmensfinanzierung, vom Crowdfunding bis zu Risiko-Kapitalinvestitionen. Jedes Modell hat seine Vorteile und kann eine wesentliche Rolle spielen, um den Cashflow im grünen Bereich zu halten, wenn Ihr Unternehmen beispielsweise aufgrund von Expansionsplänen eine schwierige Zeit durchmacht. Im Gegensatz zum Factoring sind hier ein wenig Organisation, Voraussicht und Aufwand erforderlich. Aber dafür können die Vorteile auch wesentlich größer sein.

5. Bleiben Sie realistisch

Manchmal muss man die Dinge aus der Distanz betrachten, um klarer zu sehen. Dies trifft auch auf die Unternehmensführung zu. Wenn Sie laufend Probleme haben und Ihr Cashflow zu wünschen übrig lässt, fragen Sie sich nach den Gründen. Ist Ihr Umsatz zu niedrig? Sind die Preise für Ihre Produkte schlecht? Könnten Sie Außenstände schneller einfordern?

“Sie müssen regelmäßig einen Realitätscheck durchführen“, rät Cattermull. Verlieren Sie sich nicht in großen Visionen. Bleiben Sie auf dem Boden. Um ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, brauchen Sie langfristige Geschäftskunden. Ziele und Meilensteine sind ein absolutes Muss und können hervorragende Indikatoren für Wachstum und Mitarbeiterperformance sein.

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