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[Gastbeitrag] Einzelhandel goes Omni-Channel – Cloud als Option

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[Gastbeitrag] Einzelhandel goes Omni-Channel – Cloud als Option

Quelle: PAC

Quelle: PAC

Der deutsche Einzelhandel kann in weiten Teilen zufrieden sein, zumal so kurz vor dem umsatzkräftigen Weihnachtsgeschäft. Gleichwohl kann das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sich der Handel auf ein sich veränderndes Konsumverhalten einstellen muss.

Für den Einzelhandel bleibt auch in Zukunft das stationäre Geschäft der wichtigste Absatzkanal. Jedoch nimmt die Bedeutung der digitalen Vertriebskanäle rasant zu. In den nächsten Jahren werden dabei vor allem Webshops sowie der Verkauf über mobile Geräte, wie Smartphones und Tablets, deutlich an Fahrt aufnehmen. An Relevanz verlieren werden hingegen Call-Center, vor allem aber gedruckte Kataloge.

Somit besteht für den Handel eine große Herausforderung darin, Kunden über eine Vielzahl von Kanälen zu erreichen. Dass E-Commerce zuweilen komplexer ist, als man denkt, darauf wurde bereits in diesem Blog hingewiesen (Lesen Sie hier den Beitrag).

Die obigen Aussagen stützen sich auf aktuelle PAC-Analysen. Ihm Rahmen der Multi-Client-Studie „Omni-Channel Commerce in Deutschland – Integrierte Einkaufskonzepte sind die Zukunft im Handel“ hat PAC rund 100 Entscheider aus Einzelhandelsfirmen in Deutschland ab 50 Mitarbeiter befragt (s. unten „Informationen zur Studie“.

Das stationäre und digitale Geschäft verbinden

Frank Niemann macht im Mittelstandsblog eine Bestandsaufnahme. Wo steht SaaS eigentlich? Quelle: p

Frank Niemann ist Analyst bei PAC. Besonders mit mittelstandsnahen Themen ist er sehr vertraut. Quelle: p

Einzelhändler sehen sich somit der Herausforderung konfrontiert, verschiedene Absatzkanäle – das stationäre Geschäft und die digitalen Vertriebskanäle – miteinander zu verbinden, um ihre Kunden konsistent zu erreichen. Viele Händler haben entsprechend Handlungsbedarf erkannt: In den nächsten fünf Jahren möchten gemäß der Studie 80 Prozent der befragten Einzelhändler in IT-Lösungen und -Services investieren, die ihnen zu einer Integration ihrer verschiedenen Vertriebskanäle, d.h. zur Omni-Channel-Fähigkeit verhelfen.

Neuinvestitionen sind vor allem im Bereich des Verkaufs über mobile Geräte erforderlich, denn hier betreten die meisten Händler tatsächlich „Neuland“. Investieren wollen viele Händler darüber hinaus in Webshops. Während manche Firmen erstmals einen Online-Shop errichten, bauen andere ihre bestehenden Systeme aus oder um.

Einzelhändler sind cloud-affin

Ein für uns interessantes Ergebnis der Untersuchung ist, dass der Einzelhandel Cloud-basierende Lösungen als einen möglichen Ansatz für die Realisierung von Omni-Channel-Strategien ansieht. Rund 70 Prozent der befragten Einzelhändler vertreten diese Meinung. Dieser Sachverhalt erstaunt, da ansonsten in Deutschland in puncto Cloud Computing eher eine kritische Haltung vorherrscht.

Der große Vorteil, der sich durch Cloud Computing bietet, ist die Reduktion von Komplexität. Omni-Channel Commerce erfordert es, zahlreiche unterschiedliche Lösungsbausteine wie etwa Webshops, Online- und mobile Bezahlsysteme, Logistiksysteme sowie CRM-Anwendungen miteinander zu verbinden. Hinzu kommt der Aufwand, der entsteht, um die Kundendaten der verschiedenen Kanäle zusammenzuführen, so dass eine umfassende Auswertung des Kundenverhaltens möglich wird.

Wenn die entsprechenden Lösungsbausteine ganz oder zumindest teilweise über ein Cloud-Rechenzentrum bezogen werden, inklusive der erforderlichen Integration, kann sich der Einführungsaufwand für den Händler erheblich reduzieren. Somit erhält beispielsweise der Mittelstand zumindest in Bezug auf die IT-technische Ausstattung einen leichteren Zugang zum Omni-Channel Commerce. Auf einem anderen Blatt steht natürlich, ob es gelingt, auf Grundlage der vorhandenen Technik die Omni-Channel-Strategie auch erfolgreich und im Sinne des Kunden zu realisieren.

Informationen zur Studie

Für die Studie „Omni-Channel Commerce in Deutschland – Integrierte Einkaufskonzepte sind die Zukunft im Handel“ wurden ca. 100 Entscheider in deutschen Einzelhandelsfirmen mit mehr als 50 Mitarbeitern befragt, die mindestens zwei Verkaufskanäle – darunter mindestens ein digitaler Kanal – bereits nutzen oder bei denen die Bedeutung des zweiten Verkaufskanals an Bedeutung gewinnen wird. Die Studie wurde im Multi-Client-Modell erstellt und von Fujitsu Technology Solutions GmbH, GK SOFTWARE AG & SAP AG sowie Wincor Nixdorf International GmbH unterstützt.

Von Frank Niemann