Beschreibung im Lexikon

Rücklagen

Wofür brauchen Unternehmen Rücklagen?

Bei den Rücklagen handelt es sich um Gewinne, die Unternehmen für einen bestimmten Zweck zurücklegen. Diese Gewinne werden im Gegensatz zu den Rückstellungen dem Eigenkapital zugeordnet, Rücklagen und Rückstellungen sind also zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Teilweise ist die Bildung gesetzlich vorgeschrieben, zusätzlich gibt es satzungsmäßige Rücklagen. Ziel ist es im Allgemeinen, möglichen Verlusten vorzubeugen und das Eigenkapital der Kapitalgesellschaft zu schützen. Ob ein Verlust eintreten wird, ist dabei nicht bekannt. Dies ist bei den Rückstellungen anders, bei diesen wird von dem möglichen Eintreten kommender Verbindlichkeiten ausgegangen. In der Bilanzierung sind beide Formen strikt voneinander zu trennen, sie sind in der Bildung und Verwendung sehr unterschiedlich.

Rücklagen bei Kapitalgesellschaften

Bei KGs handelt es sich um Reserven in Form von Eigenkapital, das die Unternehmen nicht als gezeichnetes Kapital, Gewinnvortrag oder als Jahresüberschuss ausweisen. Das Geld wird auf einem Rücklagenkonto bilanziert (offene Rücklagen) oder es tritt in der Jahresbilanz in Erscheinung (stille Rücklagen).

Offene und stille Rücklagen

Die stillen Rücklagen sind in der Bilanz nicht offen ausgewiesen und unterliegen bei Auflösung der Besteuerung. In der Bilanz können sie auf der Passiv- und Aktiv-Seite erscheinen. Sie können durch die Nicht-Aktivierung oder Unterbewertung von Vermögensgegenständen, durch Überbewertung von Passiva oder das Ausschöpfen von Passivierungswahlrechten (das Recht, bestimmte Passiva zu bilanzieren) entstehen. Anders gesagt: entweder durch unterbewertete Vermögenswerte oder überbewertete Schuldwerte.

Die offenen Rücklagen werden dem Eigenkapital des Unternehmens zugeordnet und tauchen in der Bilanz auf. Sie werden auf der Passivseite dargestellt und aus einbehaltenen Gewinnen gebildet. Verwendet werden die offenen Rücklagen zur Deckung zukünftiger Zahlungen. Mit diesen beugen Unternehmen also eventuellen zukünftigen Verlusten vor.

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Der Unterschied zu Rückstellungen

Anders verhält es sich bei den Rückstellungen. Diese bilden Unternehmen, um kommende Verbindlichkeiten abzudecken. Das Unternehmen weiß, dass eine Verbindlichkeit eintreten kann, deren Ursache im vergangenen Geschäftsjahr liegt. Wann diese Verbindlichkeit eintreten wird und wie hoch die Summe ist, ist dem Unternehmen dabei nicht bekannt. Die Rückstellung wird aufgelöst, sobald die Höhe der Verbindlichkeit bekannt ist.

Gesetzliche Rücklagen bei Aktiengesellschaften

Aktiengesellschaften haben nach § 150 Abs. 1 AktG (Aktiengesetz) gesetzliche Rücklagen zu bilden. In diesen müssen Unternehmen jährlich 5 Prozent des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschuss einstellen. Dies ist so lange erforderlich, bis die gesetzlichen Rücklagen zusammen mit den Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals erreichen. Erfahren Sie jetzt mehr zu den Themen Finanzen und Buchhaltung und lesen Sie das Interview „Von staubtrocken zu predictive und social: Die Buchhaltung der Zukunft.

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