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Rückstellung oder Rücklage? Schluss mit der Verwechselung

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Rückstellung oder Rücklage?

Rückstellung oder Rücklage? Schluss mit der Verwechselung

Es ist fast egal, ob ein Unternehmer eine Rückstellung oder Rücklage vornimmt – letztendlich geht es immer ums liebe Geld. Geld, das auf die hohe Kante kommt, damit es zu einem bestimmten Zeitpunkt seine Verwendung findet. Sichtbar wird der Unterschied zwischen Rückstellung und Rücklage in der Bilanz. Denn bei einer Rückstellung handelt es sich um finanzielle Mittel, die streng genommen dem Unternehmer nicht gehören.

Rückstellungen zählen nicht zum Eigenkapital eines Unternehmens

Auch wenn das Kapital noch auf seinem Konto liegt: Rückstellungen können dem Unternehmen nicht als Eigenkapital zugerechnet werden. Vielmehr zählen sie zu den Verbindlichkeiten. Rückstellungen werden für Verbindlichkeiten gebildet, die in ihrem Grund und ihrer Höhe nicht konkret absehbar sind – aus Vorsichtsgründen werden diese Verbindlichkeiten quasi vorausschauend als Rückstellungen gebildet.

Rückstellungen tauschen in der Bilanz daher immer als Fremdkapital auf. Wie hoch der Betrag ist, den der Unternehmer zur Seite legen muss, unterliegt nur einer Schätzung. Genaue Angaben über die Höhe der Rückstellung sind schwierig.

Als Beispiel eignet sich hervorragend ein Gerichtsverfahren. Diese sind oftmals langwierig und kostspielig und nur schwer abzuschätzen. Der Unternehmer tut gut daran, in diesem Fall Rückstellungen in seine Bilanz aufzunehmen, da ihn Prozesskosten, Schadensersatzforderungen oder die Zahlung von Abfindungen erwarten könnten. Aber auch für zu erwartende Steuernachzahlungen oder wenn ein unzufriedener Kunde Geld zurück haben möchte, ist es sinnvoll diese finanziellen Mittel einzuplanen.

In der Bilanz dürfen sie daher nicht unter den Tisch fallen. Auch wenn die Zahlung erst im nächsten Geschäftsjahr fällig ist, tauchen die geplanten Kosten als Rückstellung in der Bilanz auf. Dort sind sie mitunter ein Dorn im Auge, weil sie die Gewinne des Unternehmens schmälern.

Sachlich unter die Lupe genommen wird der Begriff Rückstellung noch einmal in unserem Lexikon. Hier finden Sie auch zu weiteren wichtigen Fachbegriffen rund um Buchhaltung und Lohnabrechnung prägnante und einfache Erklärungen, angereichert mit praxisnahen Beispielen.

Finanzen clever managen

Ganz anders sieht es nun aber mit den Rücklagen aus. Auch hier legt der Unternehmer Geld zurück. Doch dieses Kapital fungiert als Notgroschen und kann einfach auf einem Sparbuch sein Dasein fristen. Die Rücklagen dienen einzig und allein dem eigenen Unternehmen. Zumeist werden von den Rücklagen Investitionen getätigt. Jeder weiß, wie schnell sich eine Tasse Kaffee über der Tastatur des Laptops verteilen kann und auch der Motor des Firmenwagens gibt schneller den Geist auf, als einem lieb ist. Dies ist jedoch kein Problem für den umsichtigen Unternehmer, der seinen Notgroschen zur Hand hat.

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Auch die Rücklagen haben ihren festen Platz in der Bilanz. Allerdings zählen sie zum Eigenkapital. Rücklagen müssen nicht zwangsläufig für einen neuen Computer oder ergonomische Schreibtischstühle ausgegeben werden. Der Unternehmer kann seine Rücklagen auch bilden, um zukünftige Verluste auszugleichen. Unabhängig davon, ob er jemals in diese Situation gerät. Aktiengesellschaften sind sogar von Gesetzeswegen her verpflichtet, Rücklagen zu bilden.