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Mein CebIT-Rückblick 2016 (III) – HANDWERK 4.0: Fokus Geschäftsmodell

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Mein CebIT-Rückblick 2016 (III) – HANDWERK 4.0: Fokus Geschäftsmodell

 

Rainer Downar, EVP Sage Central Europe. Quelle: Sage

Rainer Downar, EVP Sage Central Europe. Quelle: Sage

Die digitale Transformation, wie sie im März auf der CeBIT 2016 präsentiert wurde, stellt nicht nur mittelständische Unternehmen, sondern immer stärker auch das Handwerk vor große Herausforderungen. Ein Thema, das ich in einer Keynote und zwei Roundtables auf der CeBIT näher beleuchtet habe. Heute finden Sie hier den letzten Teil meines umfassenden CeBIT-Rückblicks (Hier Teil 1 und Teil 2 lesen). Erfahren Sie mehr über die zentralen Thesen des Diskussionspanels „Handwerk 4.0: Fokus Geschäftsmodel“.

Die Kernfrage des Roundtables war: „Wie können handwerkliche Produkte und Dienstleistungen mit digitalen Mehrwerten veredelt werden?„. Und wie können digitale Mehrwerte sogar zu kompletten neuen Geschäftsmodellen führen?

Als Sprecher traten neben mir folgende Experten auf:

Durch die Diskussionsrunde führte der Moderator Dipl.-Volkswirt Dietrich J. Gruber, Geschäftsführer der Gruber KommunikationsPartner.

Zum Anfang des Videos (Gesamtlänge: 1 Stunde 10 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=U5kSiL3NrOo

Direkt zum Vortrag von Sage Executive Vice President Rainer Downar: im Video ab Minute 47:11.

Nach den Vorträgen der Handwerkskammer Dresden, des Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. zeigte das Start-Up Myonso, wie es mit Hilfe von Online-Techniken individuell gefertigte Schuheinlagen herstellt. Anschließend erklärte ich (im Video ab Minute 47:11), wie sich aus unserer Sicht die Arbeit des Handwerks durch neue digitale Technologien verändern wird.

Smart Home bietet neue Geschäftsmodelle für das Handwerk

So bietet vor allem das Thema „Smart Home“, also die zunehmende Vernetzung der Haustechnik, zahlreiche digitale Chancen für das Handwerk. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Defekte Heizungen werden zukünftig Fehlermeldungen an das Wartungssystem der Handwerksfirma senden, die dann vor der Tür steht, bevor der Kunde den Ausfall merkt;
  • Navigationssysteme im Auto des Servicemitarbeiters werden durch ERP- oder Business Management-Systeme gesteuert: das Warenwirtschafts-/Bestellsystem entscheidet, zu welchem Kundenauftrag der Techniker als nächstes fahren soll.
  • Sensoren in Unterputz-Rohren und Leitungen (z.B. Fußbodenheizungen, Wasserrohren) melden automatisch einen Wasserrohrbruch: Leckagen können so viel schneller lokalisiert werden und sogar durch virtuelle Brillen, die auf die Sensoren reagieren, „gesehen“ und so einfacher lokalisiert werden.

Aber auch in der Produktion wird es im Handwerk zunehmend Änderungen geben:

  • Dank Virtual Reality werden Handwerker keine Prototypen oder Modelle etwa im Möbelbau mehr erstellen müssen. Kunden können vielmehr im virtuellen Verkaufsraum per Datenbrille herumgeführt werden und die Möbel können als Projektionen im eingescannten, 3-D-Showroom oder Wohnzimmer des Kunden gezeigt werden.
  • Auch wird eine direkte Übernahme von optischen Informationen (z.B. beschädigte Teile, Aufmaß-Erfassung etc.) in das BMS-System noch leichter möglich sein. Dank dieser Informationen werden z.B. Bestellung von Ersatzteilen oder die Planung von Rauminhalten vom System selbstständig angestoßen werden.

Bei Sage arbeiten wir bereits an dieser Zukunft!

So bietet unsere Handwerkerlösung Sage HWP vor allem unseren Kunden aus dem Sanitär-, Heizung-, und Elektrobereich viele mobile Features, mit denen wir ihr Arbeitsleben erleichtern können. Mobile Auftragserfassung, mobile Zeiterfassung oder mobiler Zugriff auf Kundenstammdaten inkl. Routenplanung sind nur einige Möglichkeiten, die dank innovativer Technologie bereits heute möglich sind.

Und die Integration unserer Sage 100 Lösung (der ehemaligen Office Line) sorgt dafür, dass Informationen aus unserem Warenwirtschaftssystem mit Telematik-Daten aus dem TomTom Flottenmanagementsystem verbunden werden können. Noch während der Auftragsannahme beginnt die Disposition auf der digitalen Plantafel. Sie zeigt eine Liste aller verfügbaren Mitarbeiter und Fahrzeuge. Dabei sind auch die jeweils zugeordneten Aufträge und deren aktueller Status sichtbar. Die Flottenmanagement-Plattform identifiziert schließlich den am schnellsten verfügbaren Fahrer und lotst ihn ohne Staus und Hindernisse zum Einsatzort. So sind die Techniker des Handwerksunternehmens noch schneller beim Kunden.

3 Tipps für die digitale Transformation im Handwerk

Als Fazit des CeBIT-Roundtables möchte ich alle Handwerkers-Unternehmen bitten, sich die folgenden drei Fragen zu stellen:

  1. Wie kann ich meine Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe digitaler Technologien für den Kunden noch besser machen?
  2. Welche Effizienzverbesserungen bieten mir die digitale Transformation, um zukünftig noch schneller und kostengünstiger zu arbeiten oder bessere Services zu bieten?
  3. Welche komplett neuen Geschäftsmodelle gäbe es, die ich mit Hilfe neuer digitaler Techniken realisieren könnte, um mich so von meinen Wettbewerbern absetzen zu können?

Wenn Sie schlüssige Antworten auf diese drei Fragen finden und diese dann auch umsetzen können, bin ich sicher, dass die digitale Transformation für ihr Handwerksunternehmen zu einer Chance denn zu einer Gefahr werden wird. Viel Erfolg wünsche ich Ihnen dabei!

Von Rainer Downar (@rainerdownar)