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#SageNachfolgePlaner Podcast-Folge 4: Wie eine Mischung aus externer und interner Nachfolge gelingen kann

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Bei der Frage nach der Nachfolgesituation in kleinen Familienunternehmen sprechen die Zahlen für sich: Mehr als die Hälfte der Unternehmer (54 Prozent laut KfW-Studie) wünschen sich, dass ihre Kinder oder ein Familienangehöriger die Nachfolge antreten. 

Doch was, wenn der Nachwuchs erst eigene berufliche Wege gehen möchte und sich deshalb gegen eine Übernahme entscheidet?!  Es passiert häufig, dass die gewünschten Nachfolger nämlich zunächst andere Vorstellungen für ihre berufliche Zukunft haben, als das Familienunternehmen zu übernehmen. Dies liegt auch daran, dass die Unternehmer oft viel zu spät anfangen, sich nach einem Nachfolger umzusehen und eine Nachfolgeregelung in der Familie anzusprechen.  

Wird die Nachfolge dennoch zum Thema innerhalb der Familie, muss der potentielle Nachfolger für sich selbst klären: sehe ich mich überhaupt als Selbständiger? Bringe ich eine passende Risikobereitschaft für eine Firmenübernahme mit? Habe ich die notwendigen Qualifikationen, um einen Betrieb erfolgreich zu führen? 

Doch es muss auch für Nachfolger nicht immer eine schwarz-weiße Entscheidung sein. Entscheidet sich der Junior, die Firmengeschäfte zu übernehmen, kann eine Kombination aus familieninterner und externer Nachfolge eine erfolgsversprechende Lösung sein, sollte der Junior noch an seinen Fähigkeiten zweifeln. 

Im Podcast-Interview:

Lukas Sommer und Anna Wenzel zur Nachfolge im Familienunternehmen als Doppelspitze.

 

In der neuen Podcast-Folge stellen wir die Nachfolgeregelung der Wenzel Schweißtechnik OHG aus Hamburg vor. Inhaber-Tochter Anna Wenzel hat die Nachfolge des kleinen Familienbetriebs nicht allein angetreten, sondern sich mit Lukas Sommer einen externen Partner mit ins Boot geholt.

Denn für Anna Wenzel war es eine Herzensangelegenheit, den Familienbetrieb weiter zu führen. Sie hat sich entschieden, den Schweißbetrieb ihres Vaters zu übernehmen. 

Bereits 2012 ist sie zunächst als Angestellte in den Betrieb eingestiegen und hat die Strukturen des Betriebs kennen gelernt. 

Schnell war klar: Als gelernte Diplom-Kauffrau ist sie fachfremd. „Ich habe nichts mit Schweißtechnik gelernt, konnte mir aber immer gut vorstellen, selbständig zu arbeiten. Ohne das technische Know-how ist es aber relativ schwierig, die Kunden zu beraten, wenn es tief in die Materie geht. Deswegen war für mich relativ schnell klar, dass mir ein Partner fehlt, der genau dieses Know-how miteinbringt.“ Diesen Partner hat sie in Lukas Sommer gefunden. Er kommt aus dem Gebiet der Schweißtechnik und hat vorher ein Ausbildungszentrum geleitet. Seit 2016 führen Anna Wenzel und Lukas Sommer das Unternehmen in Doppelspitze. 

Dank der unterschiedlichen Expertisen und Schwerpunkte sind die Aufgaben klar verteilt. „Es gibt kaum Probleme oder Konflikte zwischen uns, wobei wir auch regelmäßig zusammensitzen und diskutieren“, sagt Lukas Sommer. In wöchentlichen Meetings tauschen sie sich über den Stand der Dinge aus. Beide wissen, dass Veränderungen Zeit brauchen – sowohl bei der Übernahme als auch bei anschließenden Neuerungen innerhalb des Unternehmens.

Hören Sie in der neuen Podcast-Folge, wie eine Mischung aus interner und externer Übernahme gelingen kann. Möglicherweise könnte eine solche Art der Unternehmensnachfolge für Sie genau das Richtige sein, um eventuelle Nachfolgeprobleme zu lösen?!

Denn laut einer KfW-Studie haben bislang nur 23 Prozent der Unternehmer einen Nachfolger aus der eigenen Familie gefunden. Bei weiteren 15 Prozent wurde ein Familiennachfolger bereits ausgewählt, die Nachfolgeverhandlungen laufen aber noch. Bei den restlichen Unternehmen scheitert die familieninterne Nachfolge. 

Jeder siebte Unternehmer sieht eine Stilllegung seines Betriebes als einzige Option, wenn sich kein interner Nachfolger findet. Dies betrifft besonders die Kleinunternehmen. 

Zeit also, sich nach Alternativideen umzuschauen, damit die Unternehmensnachfolge gelingen kann.