Homeoffice

Homeoffice – Regeln klar definieren

Die Arbeit von zu Hause aus wird heute meist als Homeoffice bezeichnet. Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung über die Cloud macht es dabei immer einfacher, auch von zu Hause aus die üblichen Bürotätigkeiten zu erledigen. International gesehen hinkt Deutschland dabei hinterher: In Deutschland arbeiten weit weniger Menschen zumindest gelegentlich im Homeoffice als in anderen Ländern. Die Niederlande hat das Recht auf Homeoffice im Jahr 2015 sogar gesetzlich verankert. Gerade für jüngere Arbeitnehmer ist das Homeoffice ein wünschenswertes Element einer besseren Work-Life-Balance. Deutsche Arbeitgeber sind also gut beraten, vielversprechenden Talenten entsprechende Möglichkeiten zu bieten, um sie längerfristig an sich zu binden.

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Welche Regelungen sind für das Homeoffice wichtig?

Der Arbeitnehmer sollte sich darüber klar sein, dass die betriebliche Arbeitszeit eingehalten werden muss. Wer beispielsweise normalerweise von 9 bis 17 Uhr im Büro tätig ist, muss in dieser Zeit zu Hause ebenfalls arbeiten – er kann nicht zwischendurch eine halbe Stunde verschwinden, um das Kind aus der Schule abzuholen oder einkaufen zu gehen. Auf der anderen Seite gilt auch für den Chef, dass die gesetzlichen Arbeitszeiten zu respektieren sind: Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, spätabends noch Anrufe von Kunden aus Übersee zu bearbeiten, es sei denn, sie werden als Überstunden vergütet.

Vertrauen ist unerlässlich. Es gibt jedoch heute verschiedene Möglichkeit, die „Anwesenheit“ im Homeoffice zu dokumentieren, z. B. durch das Einloggen/Ausloggen im Firmenserver. Vielfach werden zudem Instant Messenger wie Skype eingesetzt, um den Mitarbeiter zu Hause jederzeit erreichen zu können, oder firmeninterne Sofortnachrichtenprogramme.

Wichtig sind weiterhin klare Regeln zum Datenschutz. So muss zu jedem Zeitpunkt sichergestellt sein, dass der Zugriff auf das firmeninterne Netzwerk und andere sensitive Daten nur geschützt erfolgt. Im Idealfall verwendet der Arbeitnehmer einen Firmen-Laptop, der für die Arbeit im Homeoffice mit nach Hause genommen und nur für die Arbeit verwendet wird. Wird ein privater Computer genutzt, muss eine zusätzliche Sicherung erfolgen, z. B. über VPN-Verbindungen und eine Authentisierung.

Versicherungen und Arbeitsschutz im Homeoffice

Ein strittiger Punkt ist die betriebliche Unfallversicherung im Homeoffice. Stolpert der Arbeitnehmer im Unternehmen auf dem Weg in die Kantine und bricht sich den Arm, gilt die gesetzliche Unfallversicherung. Verletzt er sich hingegen im Homeoffice auf dem Weg in die eigene Küche, springt die Unfallversicherung nicht ein, da es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelt.

Für das Homeoffice gelten in Deutschland die gleichen Regelungen wie für Büros, d. h. das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und die Bildschirmarbeitsplatzverordnung. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer in seinem privaten Arbeitszimmer eine entsprechende Ausstattung zur Verfügung stellen. Es lohnt sich allerdings: Eine Studie zeigte, dass die Mitarbeiter im Homeoffice bis zu 13 Prozent mehr Leistung erbrachten als im Büro. Ohne die Ablenkung durch Kollegen und den Lärmpegel vor allem in Großraumbüros konnten sie weit konzentrierter arbeiten.