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Mein schlimmstes Bürokratiemonster: Sieger fliegt nach Griechenland

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Yello Hello

Mein schlimmstes Bürokratiemonster: Sieger fliegt nach Griechenland

 

Unser Wettbewerbs-Sieger unsterstützt mit seinem Gewinn die Griechen. Quelle: Q.ppictures / pixelio.de

Unser Wettbewerbs-Sieger unterstützt mit seinem Gewinn die Griechen. Quelle: Q.pictures / pixelio.de

Was macht man mit 1.500 Euro, die man beim Wettbewerb „Mein schlimmstes Bürokratiemonster“ gewonnen hat? Unser Sieger Peter verbringt damit einen schönen Sommerurlaub in Griechenland. Wir finden, es ist eine charmante Idee, den griechischen Tourismus zu unterstützen. Hintergrund: Vor wenigen Wochen haben wir nicht nur eine ganze Kampagne zum Thema Bürokratiebelastung des Mittelstands gestartet, sondern zusätzlich haben wir auch unseren Wettbewerb „Mein schlimmstes Bürokratiemonster“ ausgerufen. Gesucht haben wir das schlimmste Bürokratiemonster der Republik. Die Sieger wurden kürzlich von der Sage Jury ausgewählt. Lesen Sie hier ihre Geschichten.

Zahlreiche Einsendungen erreichten uns, für die wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bedanken wollen. Mit dabei waren ganz persönliche Geschichten sowie allgemeine Aufregerthemen. Und ein solches hat auch gewonnen.

Platz 1: Vom Mehrwertsteuer- und Umsatzsteuerwahnsinn in Deutschland

Müll ist nicht gleich Müll. Zumindest in den Augen des Staates. Quelle: Burkard Vogt / pixelio.de

Müll ist nicht gleich Müll. Zumindest in den Augen des Staates. Quelle: Burkard Vogt / pixelio.de

Statt eines einheitlichen Satzes ist die Mehrwertsteuer in Deutschland je nach Leistung unterschiedlich. Peter beschreibt den Bürokratiewahnsinn, der sich dahinter verbirgt. So sind beispielsweise sieben Prozent Mehrwertsteuer für die Hotelübernachtung zu entrichten, allerdings für das Frühstück 19 Prozent.

Ähnliches gilt für Müll. Dort wird zwischen Hausmüll (steuerfrei) und Industriemüll unterschieden. Letzterer ist mit einer Umsatzsteuer von 19 Prozent belegt. In gemischt genutzten Immobilien, bei denen mal gewerbliche Mieter und mal nicht-gewerbliche Mieter einziehen, kann dies zu Verwirrung führen. Kompliziert wird es alle mal. „Das stellt selbst Anlagebuchhaltungen namhafter Hersteller vor große Herausforderungen“, fasst Peter zusammen. Die Folgen: Viel manuelle Mehrarbeit.

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Alle Infos zur Kampagne und das lustige Bürokratiemonsterspiel finden Sie unter http://landing.sage.de/buerokratiemonster/

Platz 2: 500 Euro für einen Stellplatz, der nie gebaut wird

Wer schon einmal gebaut hat, wird wissen, wie viel Arbeit es ist, sein Eigenheim zu planen. Denn nach eigenem Belieben bauen, wie man will, das ist in Deutschland nicht möglich. Trotzdem hätte Tina B. es sich wohl leichter vorgestellt, ist sie doch sogar selbstständige Architektin. Ruhigen Gewissens reichte sie also ihre Unterlagen, um ein Haus zu bauen, ein. Nach acht Wochen der Schock: Antrag abgewiesen. Dem Amt fehlte ein dritter Stellplatz.

Sofort suchte Tina B. das Bauamt auf, um die Frage zu klären, warum denn ein dritter Stellplatz benötigt würde. Dort erfuhr sie, dass der Stellplatz für möglichen Kundenverkehr eingezeichnet werden sollte. Als die Architektin versicherte, nie Kunden bei sich zu empfangen, lautete die Antwort vom Amt: „Frau B., aber sie könnten Kundenverkehr haben.“ Tina B. gab sich geschlagen und ließ den dritten Stellplatz einzeichnen. 500 Euro kostete sie das – für einen Stellplatz, der nie gebaut wird.

Platz 3: Bratwurst ohne Bier wegen kurioser Verordnung

Zur Bratwurst gehört ein Bier: Das denken sicher viele Deutschte. Vielle Budenbesitzer verzichten allerdings darauf, weil sie soinst eine Toilette bereitstellen müssen. Quelle: Andreas Musolt / pixelio.de

Viele Budenbesitzer verzichten auf das Bier zur Wurst, weil sie sonst eine Toilette bereitstellen müssen. Quelle: Andreas Musolt / pixelio.de

Hätten Sie es gewusst: Wer in einer bayerischen Bratwurstbude Bier verkauft, braucht eine Toilette. Wer auf alkoholische Getränke verzichtet, benötigt keine. Aufmerksam gemacht auf diese Bürokratie-Kuriosität hat uns Robbi. Mit dem Ergebnis: Die Würstchenbude musste er ohne Bierausschank eröffnen. Die Kunden finden es schade, auf ihr Bier zum Nürnberger Würstchen zu verzichten, wie Robbi schreibt.

Platz 4: Bürokratie-Studium

Es kann schon früh losgehen mit dem Bürokratie-Ärger, wie uns Vanessa schreibt. Bei ihrem schlimmsten Bürokratie-Erlebnis ging es um die Existenz. Denn plötzlich gab es für die junge Studentin kein Bafög mehr. Anstatt dessen nur einen geringeren Wohngeldzuschuss.

Für die junge Frau beginnt ein Antragsmarathon, den wir an dieser Stelle zusammenfassen: Antrag bei der Rentenversicherung, Antrag beim Bafög-Amt, Antrag bei der Krankenversicherung, nochmal Antrag bei der Rentenversicherung, Antrag beim Prüfungsamt… Nach 25 Tagen und vielen Anträgen später noch immer kein Ergebnis. „Und wenn ich nicht gestorben bin, dann beantrage ich noch heute“, schreibt Vanessa.

Platz 5: Weiterbildungsbürokratie läuft ins Leere

Kritik an den Ausschreibungen der Arbeitsämter für Weiterbildungen übt Uli. Er beschreibt, dass bei der Vergabe der Aufträge meist der billigste Preis zähle. Es ging den Ämtern vielmehr darum, die Arbeitslosen aus der Statistik zu bekommen, als sie wirklich zu fördern. Die tatsächliche Qualifikation der Arbeitslosen bleibe auf der Strecke und die individuelle Betreuung käme zu kurz. Lieber setze das Amt auf Programme mit Aufsichtspersonen.

Er schreibt: „Es ist schwierig, in dem sehr preissensiblen Markt für kaufmännische Weiterbildung mit wirklicher Qualität sich noch über Wasser zu halten.“

Von Jennifer Dreher