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Podcast #12 | Übernahme im Familienbetrieb: „Eine emotionale Reise“

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Unternehmensnachfolge zwischen Vater und Sohn – Clash der Erwartungen

Ein Familienbetrieb in vierter Generation hat eigentlich schon einige Erfahrungen in der Weitergabe von jung zu alt. Wird eine Nachfolge deswegen leichter? Das kann Zimmermeister Benjamin Stocksiefen nicht bestätigen. „Das hatte ich mir einfacher und schneller vorgestellt“. In unserer Podcast Folge 12 reden wir mit Benjamin Stocksiefen über

  • festgefahrene Muster und Rollen in Familien
  • warum jeder Unternehmensnachfolger eine Mission braucht
  • wie wichtig manchmal ein Blick von außen ist
  • über sein Buch, die „Feels Wood Story“
  • und ob YouTube-Videos für einen Handwerksbetrieb Zeitverschwendung sind.

Unternehmensnachfolge zwischen Vater und Sohn – wie wird man zum Geschäftspartner auf Augenhöhe?

Unternehmensnachfolge Stocksiefen

©Holzbau Stocksiefen

Für Benjamin Stocksiefen stand schon immer fest, dass er in vierter Generation den Betrieb „Holzbau Stocksiefen“ fortführen würde. Wie er sich damals die Nachfolge eines traditionsreichen Familienunternehmens vorstellte? Relativ einfach. Benjamin ging davon, dass eine Unternehmensnachfolge nach etwa zwei Jahren vollzogen sei. Er als Sohn würde den Betrieb entweder überschrieben bekommen oder dem Vater abkaufen. „Aber die Wahrheit ist eine ganz andere: die Nachfolge dauert eher acht oder neun Jahre. Und es ist ein sehr emotionaler Prozess.“

Jeder Unternehmensnachfolger braucht eine Mission

Benjamin Stocksiefen beschreibt seine Unternehmensnachfolge deswegen als Reise. Aus seiner Sicht der wichtigste Punkt: sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und verstehen, was man persönlich wirklich möchte. Benjamin hat auf dieser Reise seine Mission gefunden: Er möchte Menschen mit dem Baustoff Holz glücklich machen, mit nachhaltigen Holzhäusern und Innenausbauten.

Benjamin Stocksiefen sagt: „Der Erwartungshaltung meines Vaters konnte ich damals nicht gerecht werden.“ Denn sein Vater setzte auf den Bau von Dachstühlen. Die klare Erwartung des Senior-Chefs an den nachfolgenden Sohn: Er führt das Geschäft genauso fort wie ich. Die Meinungsverschiedenheiten waren damit vorprogrammiert.

Diese Situation ist nicht nur für familieninterne Nachfolgen typisch. Auch externe Nachfolger übernehmen das Lebenswerk eines Unternehmers. Als Übernehmender seine eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen, erfordert viel Kommunikation und Verständnis für die Situation des jeweils anderen. „Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Vorstellungen.“

Ein Durchbruch war für Benjamin die klare Rollenverteilung im Unternehmen: „Wir mussten unsere Rollen erst neu definieren und finden, damit die Nachfolge erfolgreich sein konnte.“ Ihre Lösung: Jeder bekam seinen eigenen Verantwortungsbereich. Heute legen Vater und Sohn die Jahresziele gemeinsam fest und definieren für jeden Verantwortungsbereich Quartalsziele. Einmal im Quartal setzen sich beide zusammen und blicken auf die Ergebnisse.

Berater und Coaches liefern wertvollen Blick von außen

Das Einbeziehen von Beratern, Mentoren oder Coaches kann Benjamin Stocksiefen aus eigener Erfahrung nur empfehlen: „Der Blick von außen hat mir unheimlich geholfen. Auch um unabhängiges Feedback für meine eigenen Ideen zu bekommen.“ Denn Benjamins Vater war als Elternteil eine Respektsperson. Er hatte mit seinen Ansichten und seinen Entscheidungen das Unternehmen erfolgreich geführt. Wenn der Vater Benjamins Ideen kritisierte, hinterfragte Benjamin folglich auch sich selbst. „Ich wollte wissen: Sind meine Ideen sinnvoll? Auch aus unternehmerischer Sicht…“. Einen Coach als neutralen Sparringspartner zu haben, war für ihn eine wertvolle Unterstützung.

Diese positiven Erfahrungen sind Motivation für ihn, selbst als Coach seine Einblicke mit anderen Nachfolgern zu teilen. „Ich selbst nehme nur Rat von Menschen, die das gleiche schon mal erlebt haben.“

Neugierig geworden? In unserer Podcast-Folge 12 erfahren Sie außerdem, wie Benjamin den Übergang vom Azubi zum Chef gemeistert hat, Holzbau und Coaching unter einen Hut bringt und natürlich, wieso er das Buch die „Feels Wood Story“ geschrieben hat

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