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Rechnungsstellung und Zahlungen an das Nicht-EU-Ausland

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Rechnungsstellung und Zahlungen an das Nicht-EU-Ausland

Das Geschäft brummt. Aus dem Ausland flattern Aufträge ins Haus und sorgen für eine gute Auslastung. Schön für jedes Unternehmen – doch wie stellt man auf internationalem Parkett korrekte Rechnungen aus? Noch dazu an Unternehmen außerhalb der Euro-Zone und der EU? Das Wichtigste dazu im Überblick.

Grenzüberschreitende Geschäfte gehören heute für viele Firmen zum Alltag. Innerhalb der Europäischen Union sind die entsprechenden Regelungen relativ klar. Bei Unternehmungen außerhalb der EU tauchen dagegen häufiger Fragezeichen auf. Wir klären die zentralen Fragen.

Rechnungen werden ohne deutsche Umsatzsteuer gestellt

Generell gilt, dass Rechnungen an Unternehmen außerhalb der EU ohne Umsatzsteuer gestellt werden. Inhaltlich gehören in die Rechnungen die üblichen Pflichtangaben, die in Deutschland erforderlich sind. Was darüber hinaus aufgeführt werden muss, richtet sich nach den Regelungen des entsprechenden Landes. In jedem Fall empfiehlt es sich, in der Rechnung auf die außereuropäische Geschäftsbeziehung mit dem Satz „nicht im Inland steuerbare Leistung“ hinzuweisen. So lassen sich Unklarheiten von vornherein vermeiden.

Leistungen ins außereuropäische Ausland müssen in der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt gesondert aufgeführt werden. Anders als bei Geschäften innerhalb der EU ist es nicht notwendig, eine Zusammenfassende Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern abzugeben.

Rechnung

Wer dabei ist, sich in der Selbstständigkeit einzurichten, braucht die richtigen Dokumentvorlagen. Essenziell: eine gute Rechnungsvorlage.

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Zahlungen an Firmen im außereuropäischen Ausland

Bei internationalen Geldgeschäften außerhalb des Euro-Raums greift die praktische SEPA-Zahlungsweise per IBAN und BIC-Code nicht. Stattdessen wird ein Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr in Auftrag gegeben. Dafür entstehen meist zusätzliche Kosten. Man sollte vorab klären, ob und wie sie zwischen Sender und Empfänger geteilt werden. Überweisungen dauern je nach Bestimmungsland zwischen fünf Tagen (etwa nach Australien oder Nordamerika) oder an die 20 Tage (nach Osteuropa, Asien, Afrika oder Südamerika). Wichtig: Die Bundesbank muss zwingend informiert werden, sobald Auslandszahlungen von mehr als 12.500 Euro getätigt werden, da sie diese Daten zur Erstellung ihrer Zahlungsbilanz benötigt.

Regelungen zur Umsatzsteuer variieren stark

Von Land zu Land unterschiedlich sind die steuerrechtlichen Voraussetzungen, unter denen Rechnungen an Unternehmen gestellt werden. Eine gemeinsame Rechtsgrundlage existiert außerhalb der EU nicht. Oberstes Gebot ist es deshalb bei internationalen Handelsbeziehungen, sich zu erkundigen, wie die Umsatzsteuer im entsprechenden Land gehandhabt wird.

So verlangen beispielsweise einige Staaten vom deutschen Handelspartner, sich umsatzsteuerlich zu registrieren. Nicht ungewöhnlich ist auch die Einschaltung eines Fiskalvertreters im fraglichen Land. Der erfüllt für den deutschen Unternehmer sämtliche steuerliche Pflichten gegenüber der Finanzverwaltung seines Landes. Doch es geht auch ganz anders: Wer zum Beispiel mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Geschäft kommt, stellt fest, dass es dort gar kein vergleichbares Besteuerungssystem gibt.

In der Schweiz wiederum gelten ähnliche Umsatzsteuersysteme wie innerhalb der Europäischen Union. Hier greift ein Verfahren, dass Reverse-Charge-Regel (Umkehrung der Steuerschuldnerschaft) genannt wird: Der deutsche Unternehmer berechnet für seine Leistung keine Umsatzsteuer. Das übernimmt sein Schweizer Kunde, der die Umsatzsteuer bei seinem Finanzamt meldet und als Vorsteuer gleich wieder abzieht.

Sonderregeln und Ausnahmen finden sich überall

Die Bandbreite ist also groß – Informationen einzuholen ist unerlässlich. Steuerrechte auf der ganzen Welt zeichnen sich dadurch aus, dass sie zahlreiche Ausnahmen und Sonderregeln enthalten. Erste Auskünfte erteilen die deutschen Außenhandelskammern in den jeweiligen Ländern. Für Rechnungen an Privatkunden gelten übrigens nochmal andere Regeln.

Übrigens: Falls die ausländische Umsatzsteuer nicht erstattet wird, buchen deutsche Unternehmer den entsprechenden Betrag zusammen mit anderen Aufwendungen als Betriebsausgabe. Um den Überblick zu behalten, bucht man die ausländische Steuer am besten auf einem separaten Konto. Zur Erinnerung: Für alle Rechnungen besteht eine zehnjährige Aufbewahrungspflicht, die man unbedingt beachten sollte.