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Software bezahlen wie die Stromrechnung

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Software bezahlen wie die Stromrechnung? Heute ist das möglich. Quelle: Pixelio.de/Uwe Schlick

Software bezahlen wie die Stromrechnung? Heute ist das möglich. Quelle: Pixelio.de/Uwe Schlick

Software zur Miete hat seinen Durchbruch eigentlich erst seit der Cloud-Revolution in den letzten zehn Jahren geschafft. Sage hat allein in den letzten Wochen gleich zwei neue, reinrassige Cloud-Lösungen präsentiert: zum einen die Buchhaltungslösung Sage One sowie die Lohnabrechnungs- und Personalmanagementsoftware Sage Entgelt & Personal. Jetzt aber nur keine Angst, denn dies wird keinen weiteren Beitrag über die Cloud, von denen es im Netz unendlich viele gibt. Vielmehr möchte ich über das dahinter liegende Bezahl-Modell schreiben, das wir alle bereits aus unserem alltäglichen Leben kennen.

Was z.B. bei Zeitungen eine seit Jahrzehnten normale Wahlmöglichkeit darstellt – nämlich entweder eine einzelne Ausgabe am Kiosk zu kaufen oder sie alternativ regelmäßig und über längeren Zeitraum in Form eines Abonnements ins Haus geliefert zu bekommen – ist in der Software-Branche zwar keine ganz neue Idee. Durchgesetzt hat sie sich allerdings noch nicht.

Zeitung lesen ob im Abo bestellt oder einzeln am Kiosk gekauft: Hier hat der Kunde seit Jahren die Wahl. Quelle: Sage

Zeitung lesen, ob im Abo bestellt oder einzeln am Kiosk gekauft: Hier hat der Kunde seit Jahren die Wahl. Quelle: Sage

In deutschen Unternehmen überwiegt meistens noch die Lizenzsoftware, die ein Kunde einmal erwirbt und die er dann über einen begrenzten oder sogar unbegrenzten Zeitraum nutzen kann.

Das Gegenmodell ist das Software-Abonnement oder die verbrauchsbasierte Abrechnung, also nur so viel zu zahlen, wie man eben braucht (Pay per Use). Das ist bei unserer Wasserrechnung ebenso geläufig wie bei unserer Stromrechnung und ein Ansatz, den sich vermehrt auch die IT-Welt zu Nutze macht. Seitdem man Software über das Internet nutzen kann, werden Cloud-Lösungen eben auch nutzungs- oder zeitabhängig abgerechnet. Eine charmante Idee, die sich aber ebenso gut auf klassische Software-Lizenzen übertragen lässt, die der Kunde fest-installiert auf seinem eigenen Rechner – also nicht in der Cloud – nutzt.

Software mieten – die Vorteile für den Kunden

Denn nicht nur in der Cloud haben Abrechnungsmodelle zur Miete ihre Berechtigung. Auch bei Programmen, die fest auf einem lokalen PC installiert werden, gibt es zahlreiche Gründe, eine Software im Abo oder zur Miete zu nutzen. Das wurde u.a. beim Start unserer neuen Buchhaltungs- und Warenwirtschafts-Software GS-Office Start für Existenzgründer, kleine Unternehmen und Handwerker deutlich.

Beginnen wir mit dem Kunden: Software zur Miete – egal ob fest installiert, wie bei GS Office Start oder aus dem Internet bezogen, wie Sage One – hat zunächst den Vorteil der geringeren Anfangsinvestition. Ob 7,99 Euro monatlich oder gleich auf einen Schlag 100 Euro oder mehr zu bezahlen ist für viele Kleinunternehmen oder Existenzgründer schon mal ein Unterschied. Da überlegt wahrscheinlich niemand lange und würde zur Miete greifen. Hinzu kommt die Aktualität der Lösung. Genau wie in der Cloud werden heutzutage nämlich auch fest installierte Programme über ein Internet-Update regelmäßig aktualisiert. So sind sie jederzeit auf dem neuesten Stand. Gesetzliche Änderungen oder Neuerungen bei Funktionen sind stets Teil der Lösung. Während also gekaufte Lösungen ohne zusätzlichen Update-Service mit der

Monatlich bezahlen: Das ist ein typisches Modell für die Cloud, auch

Monatlich bezahlen: Das ist ein typisches Modell für die Cloud, auch „Wolke“ genannt. Doch heute gibt es auch monatliche Nutzungsgebühren für festinstallierte Software. Quelle: Pixelio.de/Andreas Hermsdorf

Zeit immer weiter veralten, bleibt die Software im Abo stets auf dem neuesten Stand. Gleiches gilt auch für die Sicherheit der Lösung. Denn sicherheitsrelevante Updates können ebenfalls auf allen Rechnern eingespielt werden, sodass Bedrohungen durch die immer weiter zunehmende Internetkriminalität der Stachel gezogen werden kann (s. auch unseren Blog-Beitrag von letzter Woche: „Keine Chance für Langfinger mit Maus“). Jahreslizenzen ohne Updatevertrag haben hier zwangsläufig Nachteile. Ein weiterer Vorteil für den Kunden ist zudem die in den meisten Fällen kürzere Kündigungsfrist, in der Regel zum Ende des Monats oder Quartals. Dies ist ebenfalls ein Pro-Argument für die Miete einer Software. So kann ein Kunde doch seinen Vertrag dann beenden, wenn er die Software nicht mehr braucht.

Software mieten – die Vorteile für das Softwarehaus

Aber auch das Software-Unternehmen hat einige wesentliche Vorteile durch diese Art der Abrechnung. Dank Subskriptionsmodellen werden die Einnahmeströme deutlich berechenbarer. Kunden haben feste Vertragslaufzeiten mit dem Unternehmen, die die Einnahmen anfänglich zwar geringer ausfallen lassen, dafür jedoch später für

Verträge auf Subskriptionsbasis haben länger Bestand als der einmalige Lizenzkauf. Quelle: Pixelio.de/Marko Greitschus

Verträge auf Subskriptionsbasis haben länger Bestand als der einmalige Lizenzkauf. Quelle: Pixelio.de/Marko Greitschus

kontinuierlichere Einnahmeströme sorgen, die letzten Endes zur finanziellen Stabilität des Anbieters beitragen. Hinzu kommt eine verbesserte Kundenbindung. Während in der Vergangenheit manchmal Jahre zwischen einem Kauf und einem Update liegen, ermöglicht die Subskription einen regelmäßigeren Kontakt zwischen beiden Parteien: Das Unternehmen weiß, ob ein Kunde seine Software noch einsetzt und kann so mit gezielten Diensten einen deutlich verbesserten Service und damit eine höhere Kundenzufriedenheit erreichen. Aus internen Kundenbefragungen wissen wir, dass Kunden mit einem festen Servicevertrag die zufriedeneren Kunden sind. Ein weiterer Aspekt, der die Software im Abo spricht. Die Sage Gruppe hat das Thema Subskription auch zu einem wesentlichen Punkt ihrer Unternehmensstrategie gemacht. Sinnvoll, nicht wahr? Oder wie denken Sie darüber?

Von Jörg Wassink