AI Agents: Die digitalen Helfer, die nie Pause machen
AI Agents revolutionieren die Arbeitswelt: Diese autonomen digitalen Assistenten erledigen komplexe Aufgaben eigenständig und treffen Entscheidungen. Auf der CES 2025 wurden sie als Schlüsseltechnologie für mehr Effizienz identifiziert. Erfahren Sie, wie auch KMUs von dieser Innovation profitieren können – mit konkreten Praxisbeispielen aus Kundenservice und Buchhaltung.
Auf der CES 2025 wurden AI Agents als einer der wichtigsten Technologietrends identifiziert. Diese autonomen digitalen Assistenten können komplexe Aufgaben eigenständig erledigen – und bieten enormes Potenzial für den Mittelstand.
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Stellen Sie sich vor: Ein digitaler Mitarbeiter, der rund um die Uhr arbeitet, nie krank wird und dabei noch kostengünstiger ist als eine Vollzeitkraft. Ein Assistent, der permanent auf dem Laufenden über ihre Termine, Aufgaben und überhaupt ihr Business ist – und sie bei lästigen Aufgaben schnell und zuverlässig unterstützen kann.
Was nach Science-Fiction klingt, ist längst Realität geworden. AI Agents oder KI Agenten – auch als „Agentic AI“ bezeichnet – sind nach den Chatbots die nächste Evolutionsstufe der Künstlichen Intelligenz und wurden auf der Consumer Electronics Show (CES) 2025 als einer der drei wichtigsten Technologietrends identifiziert. Laut Deloitte haben in Deutschland 62 Prozent der Unternehmen großes Interesse an agentenbasierter KI – und erwägen den Einsatz der Technologien.
Was unterscheidet AI Agents von herkömmlichen KI-Tools?
Anders als Chatbots oder reine Automatisierungstools können AI Agents eigenständig komplexe Aufgaben übernehmen, ohne dass ständige menschliche Eingriffe nötig sind. Während klassische KI-Tools meist nur auf direkte Befehle reagieren, können AI Agents selbstständig Entscheidungen treffen, verschiedene Systeme miteinander verknüpfen und sogar aus Fehlern lernen.
Die Technologie geht weit über das hinaus, was wir bisher von KI gewohnt waren. Ein AI Agent kann komplette Arbeitsabläufe übernehmen, zum Beispiel eine E-Mail lesen, deren Inhalt analysieren, relevante Informationen aus verschiedenen Unternehmenssystemen zusammentragen, eine passende Antwort formulieren und diese zur Freigabe vorlegen – alles ohne menschliche Intervention bei den Zwischenschritten. Und der Mensch muss oft kein Automations-Experte sein, um die Aufgabe anzustoßen: Oft reicht eine Anweisung in natürlicher Sprache.
„Viele Begriffe rund um KI klingen zunächst abstrakt – etwa ‘Agent’. Aber was früher wie Science-Fiction wirkte, ist heute Realität: Schon jetzt kann ich in USA ChatGPT einfach sagen: ‘Reservier mir morgen um 12 Uhr einen Tisch bei XY für ein Business Lunch’ – und ein sogenannter Operator erledigt das für mich. Solche Funktionen zeigen, wie nah KI schon an unserem Alltag ist,“ so KI-Experte Dr. Teo Pham auf dem Sage KI Talk auf der OMR.
Was vor Kurzem noch nach Zukunft klang, ist heute schon verfügbar – wenn auch oft unter dem Radar. Wer genau hinsieht, erkennt: Die großen Modelle entwickeln sich rasant in Richtung agentischer Systeme.
- Perplexity zeigt mit seinem Deep Research Mode, wie strukturierte Recherche automatisiert abläuft.
- ChatGPT brachte den Agenten Modus schon nach Europa. Er kann Aufgaben eigenständig ausführen – von Recherche, über Terminbuchung bis Dateiverwaltung.
- Comet, ein Browser von Perplexity mit eingebautem Agent bringt neue Ansätze wie Agentic Browsing und ermöglicht kontextbasiertes Arbeiten, Navigieren und Ausführen von Aufgaben mit KI-Unterstützung.
Die Grenze zwischen „Assistent“ und „Agent“ verschwimmt dabei – und genau das ist der spannende Wandel. KI kann nicht nur Antworten geben, sondern Ziele verfolgen, Entscheidungen treffen und Prozesse orchestrieren.
Warum Agenten für den Mittelstand spannend sind
Gerade mittelständische Unternehmen stehen aktuell vor enormen Herausforderungen: Der Fachkräftemangel erreicht neue Dimensionen, administrative Aufgaben nehmen überhand und gleichzeitig steigen die Kundenerwartungen kontinuierlich.
AI Agents bieten hier konkrete Lösungsansätze:
- Besonders in der Buchhaltung, im HR-Bereich oder im Kundenservice können AI Agents repetitive Aufgaben übernehmen, entlasten und so wertvolle Ressourcen freisetzen.
- Kostensenkungen durch Automatisierung wiederkehrender Prozesse sind ein weiterer wichtiger Faktor – Unternehmen können so ihre Effizienz steigern, ohne neue Mitarbeiter einstellen zu müssen.
- Höhere Kundenzufriedenheit durch schnellere Reaktionszeiten ist ein weiterer entscheidender Vorteil. Agenten können rund um die Uhr Anfragen bearbeiten und so die Servicequalität deutlich verbessern.
Wichtig ist dabei zu verstehen: AI Agents sind keine exklusive Technologie für Großkonzerne mehr. Auch kleinere Unternehmen können von diesen Innovationen profitieren, ohne gleich Millionensummen investieren zu müssen.
Tipp: KI direkt im ERP Sage Operations
Wie können KMUs starten?
Der Einstieg in AI Agents muss nicht komplex sein. Folgende Tipps helfen beim Start:
- Mitarbeiter einbinden: Schulen Sie Ihr Team im Umgang mit den neuen digitalen Kollegen und kommunizieren Sie klar, dass Agents Arbeit erleichtern, aber nicht Menschen ersetzen sollen.
- Bestehende Tools nutzen: Viele Unternehmen haben bereits Zugang zu AI-Agent-Funktionen, ohne es zu wissen. Microsoft Copilot oder der Sage Copilot bieten bereits integrierte AI-Agent-Features.
- Prozesse identifizieren: Suchen Sie nach Aufgaben, die regelbasiert und repetitiv sind. Diese Prozesse eignen sich besonders gut für die Automatisierung durch AI Agents.
- Kleine Pilotprojekte testen: Beginnen Sie mit einem überschaubaren Anwendungsfall – beispielsweise der automatischen Kategorisierung von Kundenanfragen oder der Verwaltung eines Kalenders.
Starten sie am besten mit gängigen Anwendungsbeispielen, die sich schon in vielen Unternehmen bewährt haben:
Praxisbeispiel 1: AI Agent im Kundenservice
Ein Dienstleister mit steigendem Anfragevolumen setzt einen AI Agent ein: E-Mails werden automatisch analysiert, Standardfälle selbstständig beantwortet, komplexe Anfragen samt Zusammenfassung an Spezialisten weitergeleitet.
Ergebnis: Schnellere Reaktionszeiten, bessere Fokussierung des Supportteams – und ein Agent, der rund um die Uhr dazulernt.
Praxisbeispiel 2: AI Agent in der Buchhaltung
Ein Handelsunternehmen automatisiert die Verarbeitung von Eingangsrechnungen. Der Agent erkennt Rechnungen, extrahiert Daten, gleicht sie im ERP-System ab und erstellt Buchungsvorschläge. Unstimmigkeiten werden an Mitarbeitende weitergeleitet.
Das Resultat: Schnellere Monatsabschlüsse, weniger Fehler – und messbare Erfolge: Cambio Communities verarbeitet nun 300 statt 100 Rechnungen pro Tag.
Übernehmen KI Agenten Routineaufgaben, bleibt mehr Raum für strategisches Arbeiten. „Wir werden unternehmerischer tätig sein – als Projektmanager mit KI als digitalem Team“, sagt Dr. Pham. Und Alexander Trautmann ergänzt: „Wo wir Prozesse mit KI verheiraten, entstehen echte Mehrwerte.“
Fazit: Wer jetzt startet, ist früh beim Standard dabei
Der Mittelstand hat die einmalige Chance, von den Erfahrungen der Großkonzerne zu lernen und gleichzeitig agiler zu sein. Nutzen Sie diese Gelegenheit und vergrößern sie mit AI Agents ihr Team um starke, digitale Mitarbeiter – diese werden nie krank, arbeiten rund um die Uhr und werden mit jeder Aufgabe besser.
Dr. Theo Pham rät im OMR-Talk: „Die Werkzeuge sind da. Die Anwendungsfälle gilt es zu definieren. Was fehlt, ist ein Start und die konsequente Umsetzung. […] Und fangen Sie am besten noch heute an – bevor es die Konkurrenz tut. Die KI-Revolution findet statt. Die entscheidende Frage ist nur: mit oder ohne Sie?“
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