Beschreibung im Lexikon

Krisenmanagement

Krisenmanagement: souveräner Umgang mit Schwierigkeiten

Jedes Unternehmen kann von einer Krise getroffen werden: Datendiebstahl durch Hacker, politische Umstürze im wichtigsten Absatzmarkt, eine teure Rückrufaktion oder auch eine Naturkatastrophe wie eine lange Dürre, die die Ernte zerstört, können für ein Unternehmen existenzbedrohend sein. Wie ein Unternehmen durch die Krise kommt, hängt dabei vor allem vom Krisenmanagement ab. Ein gutes Krisenmanagement besteht aus zwei wichtigen Pfeilern: der Krisenvermeidung und der Krisenbewältigung.

Krisenmanagement Teil 1: Krisen erst gar nicht entstehen lassen

Auf externe Krisen wie Naturkatastrophen haben Unternehmen natürlich keinen Einfluss. Doch viele Krisen lassen sich durch Früherkennung vermeiden oder zumindest abmildern. Dazu sind regelmäßige Risikoanalysen notwendig. Indikatoren für eine sich langsam zusammenbrauende Krise können z. B. zunehmende Kundenbeschwerden sein (die Qualität der Produkte lässt nach) oder eine schlechte Stimmung. Ehrlich geführte Mitarbeitergespräche können Hinweise auf eine problematische Unternehmenskultur geben oder auf Differenzen mit einer bestimmten Führungskraft. Auch das Controlling kann durch die Analyse der betriebswirtschaftlichen Zahlen Hinweise auf Schwierigkeiten geben.

Ein ehrlicher Umgang mit den analysierten Problemen ist wichtig, um das Ruder herumzureißen, ehe es zu einer großen Krise kommt, z. B. durch den Wechsel eines Lieferanten oder die Versetzung des problematischen Vorgesetzten. Manchmal kommt es auch vor, dass der Konsument ein neues Produkt nicht annimmt, sei es, weil der Geschmack eines Lebensmittels verändert wurde oder ein neues Design missfällt. Die Rückkehr zur vertrauten Formel ist dann oft die beste Lösung.

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Krisenmanagement Teil 2: Bewältigung der Krise

Wurde das heraufziehende Unwetter zu lange ignoriert und gar nicht erst bemerkt, bricht die Krise über das Unternehmen herein. Nun ist Krisenmanagement ganz besonders gefragt, um zu retten, was noch zu retten ist. Dies kann zum Beispiel die Schließung einer unrentablen Unternehmenssparte mit gleichzeitigem Personalabbau sein, um die ganze Energie in das Überleben der profitablen Sparte zu stecken.

Generell sollten im Rahmen des Krisenmanagements einige realistische Ziele gesteckt werden, z. B. das Überleben der sich am besten verkaufenden Produkte, die auch in Zukunft Gewinne liefern, der Erhalt von Arbeitsplätzen und das Erreichen einer Schwarzen Null. Gesteuert wird das Krisenmanagement von einem Krisenstab, zu dem meist mindestens ein Mitglied der Geschäftsführung gehört sowie ein Controller, ein Jurist und ein Marketing/PR-Experte.

Ist die Krise hausgemacht, muss sich das Unternehmen weiterhin um eine Wiederherstellung des Vertrauens bemühen. Dies kann zum Beispiel nach einer großen Rückrufaktion der Fall sein, wenn das Vertrauen der Konsumenten in die Produkte beschädigt ist, oder nach einem Korruptionsskandal, unter dem das Image der Firma leidet. Manche Unternehmen versuchen den Neubeginn mit Produkten unter neuem Namen, führen neue Compliance-Regeln ein oder engagieren sich für einen guten Zweck. Ein professionelles Krisenmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Abteilungen von der Geschäftsführung über die Buchhaltung bis zur Marketing/PR-Abteilung zusammen auf die gesteckten Ziele hinarbeiten.

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