Beschreibung im Lexikon

lineare Abschreibung

Lineare Abschreibungen auf Vermögensgegenstände

Abschreibungen erfolgen zum Ende jedes Geschäftsjahres, um den Werteverzehr von abnutzbaren materiellen und immateriellen Vermögensgegenständen zu berücksichtigen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Gebäude, Produktionsmaschinen oder Kraftfahrzeuge des betrieblichen Fuhrparks handeln. Die Abschreibung ist erforderlich, um den Vorschriften des deutschen Handelsrechts und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung – abgekürzt GoB – zu entsprechen. Die um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen verminderten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten in der Bilanz dienen der Information der Anleger und dem Schutz der Gläubiger. Abschreibungen verhindern, dass ein Unternehmen überhöhte Wertansätze seines Vermögens zeigt. Damit sorgen diese Wertkorrekturen dafür, dass Fachkundige sowohl die Bonität als auch das Ausschüttungspotenzial angemessen einschätzen können.

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Die Berechnung der linearen Abschreibung für die Handelsbilanz

Unter den planmäßigen Abschreibungen hat die lineare Abschreibung eine hohe Bedeutung, weil sie sehr oft zur Anwendung kommt. Bei diesem Verfahren erfolgt die gleichmäßige Verteilung der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten über die Jahre, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich im Unternehmen genutzt wird. Der jährliche Betrag der linearen Abschreibung lässt sich dementsprechend durch eine einfache Division ermitteln.

So beträgt die lineare Abschreibung auf eine Maschine, deren Anschaffung 60.000 Euro netto gekostet hat und die das Unternehmen voraussichtlich drei Jahre lang nutzt, pro Jahr 20.000 Euro. Dies ergibt sich aus der Division von 60.000 durch drei (Jahre). Tatsächlich erfolgt die lineare Abschreibung jedoch nicht auf einen Restbuchwert von Null, sondern vielmehr auf einen Euro. Dieser Betrag, für den die Bezeichnung Erinnerungsbuchwert ebenfalls üblich ist, bleibt in der Bilanz stehen, bis der entsprechende Vermögensgegenstand tatsächlich das Unternehmen verlässt.

Die lineare Abschreibung für die Steuerbilanz

Um den Grundsatz der Gleichmäßigkeit der Besteuerung und der Steuergerechtigkeit einzuhalten, sind die Nutzungsdauern für alle Anlagegüter in den sogenannten Afa-Tabellen geregelt. Sonst wäre es möglich, dass sich Unternehmen durch die Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf einen zu kurzen Zeitraum Steuervorteile verschaffen. Durch die höheren Abschreibungsbeträge würde in diesem Fall zunächst ein niedrigerer Gewinn ausgewiesen, sodass es zu einer Art Steuerstundung käme. Die Abkürzung Afa steht dabei für Absetzungen für Abnutzung. Diese Abschreibungszeiträume sind für alle Unternehmen verbindlich. Unternehmen legen diese standardisierten Nutzungszeiträume in der Regel auch der Berechnung der handelsrechtlichen linearen Abschreibungen zugrunde.

Die lineare Abschreibung in Anhang und Anlagenspiegel

Im Anhang, der bei Kapitalgesellschaften neben Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung einen Bestandteil des Jahresabschlusses bildet, sind die verwendeten Bewertungsmethoden anzugeben. Dazu gehört die lineare Abschreibung. Außerdem erscheinen die sich aus der linearen Abschreibung ergebenden Beträge im Anlagengitter. Der Ausweis erfolgt sowohl als Abschreibungsbetrag für das Geschäftsjahr als auch in Form der bisherigen, kumulierten Abschreibungen. Aus dem Abzug dieser Abschreibungssumme von den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ergibt sich der in der Bilanz gezeigte Restbuchwert.

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