Beschreibung im Lexikon

Lohnsteueranmeldung

Lohnsteueranmeldung: Wann die Lohnsteuer übermittelt werden muss

Jedem Arbeitgeber obliegt die Verpflichtung, die fällig gewordene Lohnsteuer beim zuständigen Finanzamt anzumelden und sie pünktlich abzuführen. Hierzu zählen einerseits die vom Arbeitnehmer einbehaltene Lohnsteuer, andererseits aber auch die im Rahmen der Pauschalierung der Lohnsteuer angefallenen Beträge.

Form der Übermittlung

Die Lohnsteueranmeldung muss stets im Rahmen des amtlichen Formulars erfolgen. Dabei ist die elektronische Übermittlung bereits seit dem 1. Januar 2005 verpflichtend. Bei der erstmaligen Teilnahme an diesem elektronischen Verfahren ist eine Erklärung an das Finanzamt notwendig. Für die Übermittlung der Lohnsteueranmeldung ist ein elektronisches Zertifikat erforderlich. Soweit dem Arbeitgeber dieses nicht bereits vorliegt, kann er es durch die Registrierung bei ElsterOnline beantragen.

Die Übermittlung erfolgt schließlich über die Software Elster-Formular, ElsterOnline oder auch über jedes gängige Lohnbuchhaltungsprogramm, das über entsprechende Schnittstellen verfügt.

Ausnahmen von der Pflicht zur elektronischen Übermittlung werden nur noch in Härtefällen gemacht. Gibt das Finanzamt einem entsprechenden Antrag statt, muss die Lohnsteueranmeldung in Papierform auf dem amtlichen Vordruck und unterschrieben abgegeben werden.

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Der Zeitraum für die Lohnsteueranmeldung

Im Bereich der Lohnsteuer gilt das Zuflussprinzip. Die Lohnsteuerschuld entsteht, sobald der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer sein Arbeitsentgelt auszahlt. Der Lohnsteueranmeldungszeitraum läuft stets bis zum zehnten Tag des darauffolgenden Monats. Handelt es sich bei diesem Tag nicht um einen Arbeitstag, so verschiebt sich die Abgabefrist auf den darauffolgenden Arbeitstag. Für im Oktober gezahlte Entgelte läuft der Lohnsteueranmeldungszeitraum also am 10. November ab.

Abweichend von der monatlichen Anmeldung gibt es auch Fälle, in denen nur eine quartalsweise oder jährliche Lohnsteueranmeldung erforderlich ist. Bei der quartalsweisen Anmeldung gelten als Abgabefristen jeweils der 10. Januar (Oktober bis Dezember des Vorjahres), 10. April (Januar bis März), 10. Juli (April bis Juni) und 10. Oktober (Juli bis September).

In welchem Turnus der Arbeitgeber die Lohnsteueranmeldung abgeben muss, ist von der Höhe der Lohnsteuerschuld abhängig:

Anmeldezeitraum Grenzen der Lohnsteuerhöhe
Monat mehr als 4.000 Euro im Vorjahr
Quartal nicht mehr als 4.000 Euro im Vorjahr, aber mehr als 1.080 Euro
Jahr nicht mehr als 1.080 Euro im Vorjahr

Zeitpunkt für die Zahlung der Lohnsteuer

Gleichzeitig mit der Pflicht zur Lohnsteueranmeldung besteht auch die Pflicht zur Abführung der Steuer. Die im Oktober erhobene Lohnsteuer ist also beispielsweise bis zum 10. November an das Finanzamt abzuführen. Es besteht allerdings eine dreitägige Zahlungs-Schonfrist für die Zahlung per Banküberweisung, während der noch keine Säumniszuschläge erhoben werden. Der Arbeitgeber kann also beispielsweise am 10. Tag des Folgemonats die Lohnsteuer erklären und sofort die Überweisung tätigen, ohne Zuschläge fürchten zu müssen.

Eine verspätete Lohnsteueranmeldung kann einen Verspätungszuschlag nach sich ziehen. Die Höhe liegt im Ermessen des Finanzamts und darf bis zu 10 Prozent der Lohnsteuer bzw. maximal 25.000 Euro betragen.

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