Beschreibung im Lexikon

Urlaubsabgeltung

Urlaubsabgeltung – Regelungen zum Resturlaub

Verlässt ein Mitarbeiter nach seiner Kündigung das Unternehmen und hat noch einige Tage auf seinem Urlaubskonto, sind diese abzugelten. Durch die Urlaubsabgeltung soll sichergestellt werden, dass jeder Arbeitnehmer seinen vollen Urlaubsanspruch erhält, ob als tatsächlich genommenen Urlaubstag oder ausgezahlt. Der Anspruch auf diese Abgeltung von Urlaubstagen findet sich im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Offene Urlaubstage sollten allerdings nur im Ausnahmefall ausgezahlt werden, wenn der aus seinem Beruf ausscheidende Mitarbeiter seinen Resturlaub nicht mehr nehmen kann. Hat ein Angestellter beispielsweise noch 15 Urlaubstage offen und sieht der Aufhebungsvertrag vor, dass er das Unternehmen schon nach zwei Wochen verlässt, ist diese Voraussetzung gegeben. Der Mitarbeiter wäre in diesem Fall nicht in der Lage, seinen Urlaub vor Beendigung des Angestelltenverhältnisses zu nehmen. Ein weiterer Grund kann vorliegen, wenn der Mitarbeiter aufgrund betrieblicher Interessen gebraucht wird oder für die Einarbeitung seines Nachfolgers anwesend sein muss.

Die bezahlte Freistellung von der Arbeit ist der Abgeltung jedoch stets vorzuziehen, und der Arbeitgeber sollte seinem Angestellten diesen Anspruch nach Möglichkeit einräumen. Gleichermaßen kann sich das Unternehmen dazu entscheiden, den Mitarbeiter vor Ablauf seiner Kündigungsfrist freizustellen. Mit dieser Freistellungszeit ist der Urlaubsanspruch abgegolten. Diese Regelung lässt sich indes nur umsetzen, wenn die Interessen des Arbeitnehmers gewahrt werden. Ist die Freistellungszeit deutlich länger als der Resturlaub, so lässt sich davon ausgehen, dass der Angestellte seine Urlaubstage nutzen kann.

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Wie wird die finanzielle Abgeltung berechnet?

Haben sich Arbeitnehmer und Angestellter auf die Urlaubsabgeltung geeignet, wird der Resturlaub in Geld umgerechnet. Dazu wird der Wert eines Arbeitstages zugrunde gelegt, den der Mitarbeiter andernfalls als normalen Lohn erhalten hätte. Bei der Berechnung wird davon ausgegangen, dass jedes Kalenderquartal insgesamt 13 Wochen hat. Entsprechend wird zunächst das Gehalt für dieses Quartal berechnet und anschließend durch 13 Wochen geteilt. Ein Beispiel für einen Monatslohn von 4.000 Euro brutto im Monat:

4.000 Euro x 3 = 12.000 Euro pro Quartal
12.000 Euro : 13 = 923,08 Euro pro Woche

Bei einer normalen Arbeitszeit von 5 Wochentagen entspricht der Wert eines Urlaubstages demnach:
923,08 Euro : 5 = 184,62 Euro

Erhält der Mitarbeiter neben seinem Gehalt noch weitere Vergütungen, wie etwa einen jährlichen Bonus oder Provisionen, sind diese in der Berechnung zu berücksichtigen. Hätte der Arbeitnehmer normal Urlaub genommen, würden ihm diese Zahlungen schließlich auch zustehen. Nach einer fristlosen Kündigung gilt die Urlaubsabgeltung ebenso wie bei einer ordentlichen Kündigung oder einem Aufhebungsvertrag. Das Fehlverhalten, das der fristlosen Kündigung voranging, hat keinen Einfluss auf den Urlaubsanspruch. Weitere Ansprüche können sich ergeben, wenn ein Arbeitnehmer während der Kündigungsfrist seinen Urlaub nimmt und in dieser Zeit erkrankt. Krankheitstage lassen sich nicht auf den Urlaubsanspruch anrechnen, und demzufolge sind diese Tage als nicht genommener Urlaub zu bewerten und müssen abgegolten werden.

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