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Lieferketten optimieren: Rückverfolgbarkeit schafft neue Chancen für Zulieferer

Digitale Transformation

Lieferketten optimieren: Rückverfolgbarkeit schafft neue Chancen für Zulieferer

Laut einer aktuellen IDC-Studie arbeiten 97 Prozent der Zulieferbetriebe an einer besseren Transparenz ihrer Lieferkette, wovon wiederum 60 Prozent ihre gesamte Lieferkette optimieren wollen.

Ob Automobilindustrie, industrieller Maschinenbau, Medizintechnik oder Transportwesen – Zulieferer in vielen Branchen beschäftigen sich zunehmend mit Lieferketten-Hindernissen.

Klimawandel, Konflikte und plötzliche Umstellungen während der Corona-Pandemie haben weltweit zu einer angespannten Lage geführt. Aber auch zu neuen Erkenntnissen: Hersteller überall auf der Welt wissen heute, dass sie ihre Lieferketten verbessern und transparenter gestalten müssen.

Ganz oben auf der „To-do-Liste“ stehen eine bessere Wettbewerbsfähigkeit, notwendige Innovationen und ausführlichere, aussagekräftigere Informationen für immer anspruchsvollere Kunden.

Transparenz ist das A und O

Bemerkenswerterweise befürchten 68 Prozent der Teilnehmer Konsequenzen aufgrund mangelnder Transparenz und Flexibilität ihrer Lieferkette, sollte alles beim Alten bleiben. Und für die Hälfte der Befragten ist Transparenz mittlerweile der Schwerpunkt beim Lieferketten-Risikomanagement (2018 waren es nur 32 Prozent).

Bei der Rückverfolgbarkeit geht es nicht nur um die Compliance, also die Einhaltung gesetzlicher Regelungen, sondern zunehmend um Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile.

Unser Tipp: Folgende fünf Kernpunkte aus der IDC-StudieDurchgängige Rückverfolgbarkeit in der diskreten Fertigung: Eine Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben“ zur Rückverfolgbarkeit für Zulieferbetriebe sollten Sie bei Ihrer künftigen Lieferketten-Strategie berücksichtigen.

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1. Rückverfolgbarkeit: Wie Sie alles in der Lieferkette im Blick haben

Wächst Ihr Unternehmen, werden wahrscheinlich auch Ihre Mitbewerber und die Kundenerwartungen zunehmen. Beides strapaziert Ihre Lieferkette. Eine Rückverfolgbarkeit wird unverzichtbar: Sie brauchen diese Informationen, um die Qualität Ihrer Produkte zu sichern, Ineffizienzen abzubauen und Rückrufaktionen zu vermeiden.

Oft müssen Sie auch internationale Standards für die Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit erfüllen, was sich auf die Rohstoffbeschaffung auswirkt. Die Rückverfolgbarkeit liefert alle relevanten Materialangaben für ein fertiges Produkt – von der Herstellung bis zum Vertrieb. Sie deckt Ihre gesamte Lieferkette ab.

Anhand von Geodaten und internen Fertigungsinformationen sehen Sie z. B., wie Produkte die einzelnen Phasen des Herstellungsprozesses durchlaufen: wo sich Produkte befinden, wer daran gearbeitet hat und wie lange es bis zur Fertigstellung dauert.

Sie können Produkte mithilfe von Aufzeichnungen und dank einer transparenten Lieferkette genau identifizieren. Damit kennen Sie alle Quellen Ihrer Produkte.

Eine gute Rückverfolgbarkeit ist aber nur möglich, wenn Sie die Informationen von Herstellern, Lieferanten und Händlern effektiv erfassen können. Auch müssen die Systeme für verschiedene Prozessschritte vernetzt und integriert sein.

Sie können die Rückverfolgbarkeit auf Ihre gesamte Lieferkette anwenden: intern für den Empfang und den Eingang von Rohstoffen für die Herstellung, extern für den Vertrieb der fertigen Produkte an ihr endgültiges Ziel.

Die IDC-Studie mit 140 mittelständischen und großen Unternehmen zeigt, dass viele Zulieferbetriebe noch einiges zu tun haben.

  • Erst 50 Prozent der diskreten Fertigungsunternehmen haben die Rückverfolgbarkeit automatisiert
  • 42 Prozent der Befragten verwenden nach wie vor manuelle Rückverfolgungsprozesse.

2. Bessere Produkte durch bessere Einblicke

Wiederholten Hindernissen bei der Rückverfolgbarkeit sollten Sie zuerst auf den Grund gehen. Liegt es am Produktdesign, an den verwendeten Komponenten, an der Verarbeitung, an der eingesetzten Software oder an etwas anderem?

Kennen Sie die Gründe, sollten Sie alle Beteiligte informieren. Diese Erkenntnisse sollten auch in die Entwicklung einfließen, damit der Fehler behoben wird. Aber was noch wichtiger ist: Sie sorgen damit für eine kontinuierliche Verbesserung Ihres endgültigen Produkts.

Durch die Rückverfolgbarkeit erhalten Kunden etwas Wertvolles: Informationen. Die Bereitstellung dieser ausführlichen Informationen fördert nicht nur das Vertrauen, sondern verbessert auch den Wert Ihrer Marke.

Ob B2B oder B2C – Kunden erwarten Qualität und Zuverlässigkeit von Ihnen. Ist ein Produkt defekt, zeigt unerwartete Mängel oder erfüllt nicht die Anforderungen, brauchen Kunden schnell einen zufriedenstellenden Ersatz, um ihnen weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen.

Rückrufe in der diskreten Fertigung sind zwar Routine und in den meisten Fällen freiwillig, schwerwiegende Vorfälle haben hingegen oft langfristige Folgen. Häufig betreffen sie viele Produkte, haben zu Verletzungen oder Todesfällen geführt und sorgen meistens für negative Schlagzeilen.

3. Probleme vermeiden, bevor sie entstehen

Wie der Volksmund schon sagt: „Vorsorge ist besser als Nachsorge.“ Keine Frage. Denn wenn etwas schief geht, ist das meistens mit enormem Mehraufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Investieren Sie dagegen in moderne digitale Technologien zur Rückverfolgbarkeit, können Sie proaktiv Vorkehrungen treffen. Davon profitieren letztlich Ihr Unternehmen und das Produkt, das Ihre Kunden erhalten.

Unternehmensanwendungen bieten Ihnen eine durchgängige Transparenz über Ihre Betriebsabläufe. Sie können die gesamte Produkthistorie jederzeit abrufen – von verwendeten Inhaltsstoffen bis zum fertigen Produkt. Alles wird berücksichtigt: mehrere Standorte, verschiedene Unternehmen und sogar die jeweiligen lokalen gesetzlichen Vorschriften, die für ein Produkt gelten können.

Anhand von Daten über die gesamte Produkt-Wertschöpfungskette wissen Sie dann:

  1. von wem die Rohstoffe stammen
  2. wer die Rohstoffe überprüft hat
  3. aus welchen Schritten jeder Prozess bestand
  4. wer das Endprodukt hergestellt und abgenommen hat
  5. wer das Endprodukt versendet und geliefert hat
  6. wer beim Kunden das Endprodukt geprüft hat

 Durch den Zugriff auf alle relevanten Daten über Ihren gesamten Fertigungsprozess hinweg können Sie Ihre Lieferkette analysieren. So lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen und zahlreiche Bereiche verbessern wie:

  • Qualitätskontrolle
  • Planung und Terminierung
  • Compliance
  • Anpassung von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen an die Erfordernisse einzelner Märkte

4. Höherer Markenwert dank Rückverfolgbarkeit

Bei Produktrückrufen kann die Rückverfolgbarkeit nicht nur Kunden schützen, sondern auch Ihren guten Ruf. Nie zuvor galten so hohe Standards bei der Produktsicherheit und -qualität. Und Zweifel von Verbrauchern an Ihren Produkten können den Wert Ihrer Marke dauerhaft schädigen.

Nutzen Sie die Rückverfolgbarkeit als Frühwarnsystem, das Ihnen die nötige Transparenz liefert, damit Sie Fertigungsprozesse optimieren können. Durch eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Wertschöpfungskette können Sie zeigen, dass Sie ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Lieferant und Partner sind. Zugleich bieten Sie damit die umfassenden Informationen, die sich heutige Kunden wünschen.

Investitionen in die Rückverfolgbarkeit sind notwendig, um gesetzliche Vorschriften zu erfüllen. Wichtig ist aber auch, damit verbundene Vorteile zu erkennen: Langfristig können Sie so den geschäftlichen Wert Ihrer Marke steigern.

Heutige Kunden bevorzugen nachhaltige, ethisch einwandfreie Marken. Die Rückverfolgbarkeit kann Ihnen helfen, nur Material zu verwenden, das für Ihr Business funktioniert und Ihre ökologischen Ziele unterstützt.

5. Rückverfolgbarkeit fördert die digitale Transformation von Unternehmen

Für die Rückverfolgbarkeit brauchen Sie korrekte, präzise Informationen in Echtzeit. Dafür lassen sich auch Daten in bislang getrennten Systemen heranziehen. Mit den richtigen Benutzerrechten können Sie z. B. alle Daten unternehmensweit bereitstellen.

Digitale Reife bedeutet, dass Ihr Unternehmen bereit für den digitalen Wandel ist. Zugleich bringt eine solche Transformation klare Wettbewerbsvorteile. Daher ist es ratsam, die Rückverfolgbarkeit ständig anzupassen und durch die Digitalisierung Ihrer Daten und Prozesse laufend zu verbessern.

Allein die Einführung einer durchgängigen Rückverfolgbarkeit kann den digitalen Wandel Ihres Unternehmens stark voranbringen, weil Sie damit ein solides digitales Fundament schaffen.

Wer digitalisiert, ist optimal aufgestellt, um sämtliche Anforderungen an die Qualität, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit zu erfüllen. Die Digitalisierung unterstützt zugleich eine lückenlose Transparenz, die neue Chancen eröffnet – von der Optimierung der Lieferkette bis hin zur Verbesserung des Kundenerlebnisses.

Auf den Punkt gebracht: Wer mehr Wert auf eine lückenlose Rückverfolgbarkeit legt, stellt die Weichen auf Wachstum – weil Sie mit den richtigen digitalen Investitionen Ihre Wertschöpfung steigern.

 

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