Wie gehen Unternehmen mit Blockchain in ihrem Eco-System um?

Vor · 3 Minuten zu lesen

Blockchain, Blockchain und nochmals Blockchain – ohne die Distributed-Ledger-Technologie scheint in Zukunft nichts mehr zu gehen. Immer mehr Branchen experimentieren inzwischen damit. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Der einstigen Euphorie um die Blockchain-Technologie folgte Ernüchterung. Mit dem Crash der Kryptowährung Bitcoin – der bekanntesten Blockchain-Anwendung – sieht so mancher die Technologie schon auf dem Abstellgleis. Ein Fehler. Denn selbst, wenn Blockchain kein Heilsbringer für jedes Problem sein kann, wird sie viele Geschäftsfelder von Grund auf verändern.

Blockchain-Technologie kommt an

Laut des aktuellen electronica Trend Index sehen inzwischen 57 Prozent der Bundesbürger die Blockchain als wichtige Zukunftstechnologie für mehr Datenschutz, jeder zweite Verbraucher (51 Prozent) geht sogar davon aus, dass Banken oder zentrale Anbieter für Online-Transaktionen künftig durch seriöse Blockchain-Netzwerke ersetzt werden können.

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  • Warum der Hype?
  • Blockchain in der Praxis
  • Wie sie sich gut einführen lässt

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Die Unternehmenswelt ist bereits voll im Thema. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. Demnach setzen sich vier von fünf Firmen (84 Prozent) bereits intensiv mit der Blockchain-Technologie auseinander, bei 15 Prozent der befragten Unternehmen ist Blockchain bereits im Einsatz. Dabei sieht die Mehrzahl der Befragten (46 Prozent) den höchsten Mehrwert der Blockchain für die Finanzbranche. Und liegt damit richtig. Momentan wird die Blockchain-Technologie vor allem für die Zahlungsabwicklung eingesetzt. Zudem nutzen Banken und Versicherer die Blockchain für ihr Identity Management sowie gesetzlich vorgeschriebene Legitimationsprüfungen – und treiben die Entwicklung weiterer Anwendungsfälle mit Hochdruck voran. Aus gutem Grund: Schließlich lässt sich die Gesamtbanksteuerung mithilfe der Blockchain-Technologie massiv vereinfachen. So bleibt mehr Zeit fürs Kerngeschäft und die umfassende Kundenberatung.

Aber auch für andere Branchen lohnt es sich, das Thema auf die Agenda zu setzen. Schließlich bietet sich Blockchain überall dort an, wo Unternehmen mit verschiedenen Partnern in einem Geschäftsnetzwerk digitale Informationen nachvollziehbar, kostengünstig und sicher austauschen wollen.

  • Das ist im Vertragswesen der Fall
  • bei der Bearbeitung von Grundbüchern und Patentverzeichnissen
  • bei Betriebsabläufen im „Internet der Dinge“.

Aktuell werden deshalb in zahlreichen Branchen spannende Use Cases erprobt – zum Beispiel im Energiesektor, in Medienwirtschaft und Tourismusindustrie sowie im Supply-Chain-Management (SCM).

Mittelstand am Zug

Noch machen in Sachen Blockchain vor allem die großen Player von sich reden. Künftig dürfte jedoch davon vor allem der Mittelstand profitieren. Das bestätigt auch die Welthandelsorganisation (WTO): „Viele Handelskosten wie Logistik- und Transaktionskosten oder Kosten durch umständliche Zollverfahren belasten kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) stark“, heißt es im gerade erschienenen Welthandelsbericht. Dementsprechend sei das Potenzial neuer Technologien zur Erleichterung des Handels für KKMU und Entwicklungsländer überproportional groß.

Denn gerade im Exportgeschäft, in arbeitsteiligen Produktions- und Lieferketten sowie Finanzierungen erschließt Blockchain dem Mittelstand den Weg zu effizienten und schnellen Prozessen. Beispiele dafür gibt es schon jetzt zuhauf:

  • Erst kürzlich startete in Hamburg ein Blockchain-Projekt, das einen fälschungssicheren elektronischen Austausch von Frachtbriefen gewährleisten soll,
  • 30 Unternehmen aus Handel, Industrie, Logistik, IT, Beratung, Wissenschaft und Verbänden brachten Mitte Oktober den Prototyp für einen Blockchain-basierten Paletten-Tausch ans Netz,
  • ein europaweites Bankenkonsortium entwickelt derzeit eine Blockchain-Plattform für Handelsfinanzierungen.

Blockchain ist gekommen, um zu bleiben

Zwar kann derzeit längst nicht jedes Blockchain-Projekt als Erfolg verbucht werden. Doch eins ist sicher: Die Technologie ist gekommen, um zu bleiben. Sie bietet vielfältige Vorteile und Chancen für Unternehmen – und wird schon bald zahlreiche Wirtschaftsprozesse vollständig umkrempeln. Um dabei nicht auf der Strecke zu bleiben, sollten Unternehmen rechtzeitig die richtigen Weichen stellen. Dazu gehört vor allem, frühzeitig Know-how zur neuen Technologie und zu den vorhandenen Einsatzmöglichkeiten aufzubauen. Zugleich sollten auch Umfeld, Marktentwicklungen und Kundenwünsche nicht aus dem strategischen Fokus geraten. Der Einstieg in die Blockchain erfordert viel Fingerspitzengefühl und gutes Timing: Wer zu früh auf den Blockchain-Zug aufspringt, muss unbekanntes Terrain mit großem Aufwand selbst erschließen. Doch wer zu spät kommt, riskiert, abgehängt zu werden. Das dürfte für die meisten wohl keine Option sein.

Wenn Sie mehr über das Thema Blockchain-Technologie erfahren wollen, und wer sich dafür entscheiden sollte, erfahren Sie hier auf dem Blog. Bleiben Sie auf dem Laufenden, indem Sie z.B. unseren Newsletter abonnieren.

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