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Generationswechsel heute: Trendkompass und Erfolgsrezept für Unternehmensnachfolger

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Ein gelungener Generationswechsel ist das gemeinsame Ziel in jedem Familienunternehmen. Im Optimalfall übergibt der Inhaber in erster Generation das Familienerbe intern an den Nachwuchs weiter, der dieses in Ehren hält und das Unternehmen auch in Zukunft zum Erfolg führt – die zweite Generation mündet in die dritte und immer so weiter. Doch nicht immer läuft die Unternehmensübergabe so reibungslos ab, denn sie birgt besondere Herausforderungen: Sie als Unternehmensnachfolger müssen es schaffen, Tradition mit Innovation zu verbinden und somit allen Seiten möglichst gerecht zu werden – aber trotzdem Ihren eigenen Weg zu gehen. Die Zusammenarbeit mehrerer Generationen mit unterschiedlichem Mindset ist mit Risiken verbunden – aber auch mit großen Chancen, wie ein Blick auf die aktuellen Trends der Nachfolgeregelung verrät. Was es für neue Nachfolge-Modelle gibt, auf welche Entwicklungen Sie sich gefasst machen können und was das alles mit Turnübungen zu tun hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Neue Modelle der Unternehmensnachfolge

Das klassische Nachfolge-Modell – der Vater übergibt seinem Sohn die volle Verantwortung für die Firma – ist mittlerweile nur eine von vielen Varianten. Der Anteil an Unternehmensnachfolgerinnen und Töchtern, die das Familienunternehmen weiterführen, wächst stetig, wenn auch langsam. Ebenso im Trend ist die Zusammenarbeit etablierter mittelständischer Firmen mit jungen Start-ups, sodass sich Tradition mit Innovation vermischt und eine wertvolle, zukunftsorientierte Kooperation entsteht. Und auch Mehrgenerationenmodelle sind gefragt: Der Babynahrungshersteller Hipp und die Autovermietung Sixt haben damit großen Erfolg. Dabei findet keine Verantwortungsübergabe von heute auf morgen statt, sondern Senior und Junior bilden zum Beispiel eine Doppelspitze. Doch unabhängig vom jeweiligen Nachfolgemodell sieht in der heutigen Arbeitswelt jede Führungskraft und damit jeder Nachfolger einer besonderen und so noch nicht da gewesenen Situation entgegen: die Zusammenarbeit von bis zu fünf Generationen unter einem Firmendach und damit einhergehend enorme Altersunterschiede innerhalb der Belegschaft.

Was das für Sie bedeutet: Ein Blick auf smarte Wege, das Mehrgenerationen-Team zu managen, lohnt sich. Denn in Zukunft werden Ihre Skills in der Vermittlung zwischen mehreren sehr unterschiedlichen Generationen immer gefragter sein. Auch hierbei gilt es, die Balance zwischen Jung und Alt, Beständig und Neu, Tradition und Innovation zu halten. Eine neue Generation ist bereits dabei, den Arbeitsmarkt zu stürmen und bringt wertvolle Eigenschaften, aber auch konkrete Vorstellungen mit. Was macht die sogenannte „Generation Z“ aus?

Wie tickt die Nachfolge-Generation?

Die Generation Z steht in den Startlöchern und ist zum Teil sogar schon längst in unsere Arbeitswelt eingetreten. Aber welche Werte vertritt sie, wie wird sie die Wirtschaft mitgestalten, umkrempeln, transformieren? Welche Prioritäten setzt sie? Sich diese Fragen zu stellen, ist elementar wichtig, um das eigene Unternehmen fit für die Zukunft und attraktiv für junge Talente zu machen. Während die old economy auf Leistung, Ordnung und klare Entscheidungsträger setzt, legt die Nachfolge-Generation den Fokus vor allem auf kollaborative Strukturen: flache Hierarchien, gemeinsame Entscheidungsprozesse, open-door-policy statt Abschottung und direkter Austausch zwischen Führungsebene und Team. Das bestätigte zuletzt im Interview auch Bettina Rodenstock, Expertin für die Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen.

Was das für Sie bedeutet: Der Spruch „Das haben wir schon immer so gemacht“ zählt nicht mehr wirklich als Argument für Arbeitsprozesse. Bereiten Sie sich darauf vor, dass mit Ihnen selbst als neuer Inhaber und mit einer ganz neuen Generation in der Belegschaft frischer Wind eintritt – aber auch, dass das zu Konflikten mit älteren Mitarbeitern führen kann. Entscheidungsprozesse und Änderungen wollen daher gut im Team abgestimmt sein. Und was wird sich konkret verändern? Ein Thema steht laut einer aktuellen PwC-Studie besonders hoch auf der Agenda der „NextGen“ in Familienunternehmen: die Digitalisierung.

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Digitale Transformation: Familienunternehmen zwischen Tradition und Trend

Aus den Antworten der rund 1.000 Nachfolgerinnen und Nachfolgern, die an der Studie teilnahmen, geht hervor, wie gut die Eigenschaften der Nachfolge-Generation zu den Problemen in Familienunternehmen passen: 89 Prozent von ihnen sehen in ihrem Familienunternehmen Nachholbedarf bei der digitalen Transformation. Die NextGen besteht zum überwiegenden Teil aus Digital Natives, die mit digitalen Medien aufgewachsen und somit besonders affin für sie sind. Nahezu alle Befragten sehen es daher genau als ihre Aufgabe an, das Unternehmen auf eine vernetzte und technisierte Zukunft vorzubereiten.

Dementsprechend setzen sie nicht nur ihren Fokus auf dieses Ziel, sondern besitzen auch die Zuversicht, die entsprechenden Werte im Familienunternehmen zu vermitteln. Doch Selbstzweifel bremsen das digitale Know-how und die gefragten Soft Skills aus: Über die Hälfte der Studienteilnehmer gab ihre Unsicherheit in Bezug auf die persönliche Expertise und Fachkenntnis für die Unternehmensleitung kund. Kein Wunder: Die Nachfolge der Elterngeneration anzutreten bedeutet, in große Fußstapfen zu treten – in dem Wunsch, die Familie stolz zu machen.

Was das für Sie bedeutet: Nur Mut – alles steht im Zeichen des Wandels, den Sie als Unternehmensnachfolger anstoßen können! Indem Sie selber zur NextGen gehören, bringen Sie Skills mit, die für die Arbeitswelt der Zukunft besonders gefragt sind. In Ihrer Rolle als neue Führungskraft gilt es aber dennoch, darauf zu achten, alle Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie stehen, und nicht in einer Kurzschlussreaktion das ganze Unternehmen umzukrempeln. Schließlich können nicht nur die älteren von den jüngeren, sondern alle voneinander lernen.

Beständigkeit und Innovation als Erfolgsrezept für Nachfolger

Als Unternehmensnachfolger stehen Sie stets vor der Herausforderung, eine Balance zwischen der respektvollen Bewahrung beständiger Unternehmenswerte einerseits und dem nötigen Trendbewusstsein mit Mut zu Veränderungen andererseits zu finden. Genau dabei kann Ihnen die enge Zusammenarbeit mit Ihrem Vorgänger und eine gut aufgestellte Mehrgenerationen-Belegschaft helfen. Den einzelnen Personengruppen mit ihren verschiedenen Hintergründen, Perspektiven und Schwerpunkten zuzuhören, sie zusammenzubringen und als Führungskraft die gegenseitige Achtung vorzuleben, zahlt auf ihr Ziel ein: das Familienerbe zu pflegen und innovativ weiterzuentwickeln, um ideal auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet zu sein. Ihre Fähigkeiten sind gerade jetzt gefragt. Ist auch das Bewusstsein für Diversität und einen konstruktiven Austausch gegeben, dann steht Ihnen nichts mehr im Weg. Die erfolgreiche Verbindung von Altem mit Neuem ist wie eine Turnübung, die Fokus und Anstrengung erfordert: Wer den Spagat zwischen Tradition und Umschwung schafft, ermöglicht echten, fruchtbaren Austausch und meistert die Unternehmensnachfolge.