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Nur Mut! – Es ist Zeit für einen Mindset-Wechsel bei der Unternehmens-nachfolge

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Ein Führungswechsel durch Nachfolge bringt in vielerlei Hinsicht Veränderung mit sich. Für Sie als Nachfolger ist das zusätzlich eine Chance, veraltete Werte im Unternehmen zu überdenken und neue Mindsets zu etablieren. Warum das zu der heutigen Zeit passt und was Sie dabei beachten müssen, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

New Work: Zeit für eine kleine Revolution

Als Unternehmensnachfolger befinden Sie sich in einer Zeit des Wandels. Sie sind gefordert, Ihr Unternehmen in eine neue Ära zu führen. Das gilt aber nicht nur für Ihre persönliche Situation, sondern auch für unsere ganze Arbeitsgesellschaft: Globalisierung, Digitalisierung und die sogenannte Industrie 4.0 gestalten die Arbeit der Zukunft rasant mit. Das heißt: Innovative Ansätze, neue Arbeitsweisen und -einstellungen sind gefragt. Modernes Leadership konzentriert sich zum Beispiel zunehmend auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer. Dieses Gefühl von Neuanfang und Umschwung kann wahrhaft berauschend sein und bringt eine Menge spannende Vorteile mit sich, wenn Sie es richtig angehen! Haben Sie als Unternehmensnachfolger den Mut, Vorreiter zu sein, und diesen Wandel hin zu „New Work“ aktiv mitzugestalten. Aber wie gehen Sie das konkret am besten an und welche Mindsets sind die Richtigen für Ihr Unternehmen?

Tradition vs. Innovation bei Unternehmensnachfolge

Als Unternehmensnachfolger gilt es jetzt zuerst, zu erkennen, welche Werte im Unternehmen tatsächlich veraltet sind und was überhaupt einer Erneuerung bedarf. Vorsicht: Bei einer Unternehmensnachfolge gilt es nicht, alles umzuwälzen und auf Ihre Vorstellungen anzupassen. Schließlich gibt es schon ein eingearbeitetes Team, einen Kundenstamm, Lieferanten und Abläufe, die vielleicht sogar besser so bleiben. Jedes Unternehmen ist anders, Ihnen als Nachfolger kommt die große Aufgabe zu, die individuellen Bedürfnisse Ihrer Firma und Ihrer Mitarbeiter zu erkennen und einzuschätzen, wo Innovationen gefragt sind und wo nicht. Auch die Digitalisierung und neue Agilität müssen nicht in jedem Bereich Einzug halten. Sind Sie sich aber sicher, dass es auf bestimmten Gebieten frischen Wind braucht, dann fragen Sie sich zunächst: Was möchten Sie für eine Atmosphäre und Arbeitsphilosophie schaffen? Welche Werte und neuen Mindsets könnten Sie etablieren?

Sechs Trends, die sich in den neuen Formen von Leadership und New Work abzeichnen, sind zum Beispiel:

  1. Flache Hierarchien: Gemeinsames Gestalten, offener Austausch und viel Entscheidungsfreiraum für die Mitarbeiter sind angesagt.
  2. Open-door-policy: Transparente Kommunikation, schnelle Entscheidungsprozesse und stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Mitarbeiter – in modernen Start-ups ist das alles heutzutage selbstverständlich.
  3. Agile Führung: Als agile Führungskraft reagieren Sie jetzt und in Zukunft schnell und fokussiert auf die Veränderungen der Digitalisierung und zeichnen sich durch Flexibilität und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Trends aus.
  4. Selbstorganisierte Teamwork: Bei der New Work zählt vor allem das Wir. Kooperationen zwischen den Mitarbeitern, zwischen Ihnen und Ihrem Team und zwischen den verschiedenen Führungskräften ist daher elementar wichtig und organisiert sich im besten Fall dynamisch aber auch langfristig.
  5. Work-Life-Balance: New Work bedeutet auch, dass der Mensch sich im Arbeiten verwirklicht, was zu einer zunehmenden Verschmelzung von Berufs- und Privatleben führen kann. Hier ist Passion sowie Ausgeglichenheit gefragt!
  6. Selbständigkeit: Anweisungen abwarten und stumpf ausführen war gestern. Wer sich in der Arbeitswelt der Zukunft behaupten will, arbeitet selbständig und schöpft die Vorteile der Freiheit und Mitgestaltung voll aus.

Mut und Vertrauensbildung: Mit diesem Mindset holen Sie alle Parteien mit ins Boot 

  • Mut zum Regeln brechen – aber immer mit Respekt

Sie sind neu und stecken voller Inspiration und guten Ideen für die Firma – gut so! Aber es kann schnell passieren, dass Ihre Mitarbeiter nicht mitziehen, wenn sie sich nicht abgeholt fühlen oder dass Ihr Vorgänger sich angegriffen fühlt. Gehen Sie es daher langsam an und beobachten erst, wer Veränderungen positiv, neutral oder eher negativ gegenübersteht. Hier ist Ihre Überzeugungskraft gefragt und jede Veränderung sollte ausführlich mit allen Betroffenen besprochen, begründet und gerechtfertigt werden.

  • Vertrauen herstellen

Damit alle im Team mitziehen und auch das Verhältnis zu Ihrem Vorgänger nicht leidet, nehmen Sie sich ruhig erst einmal die nötige Zeit, damit alle Parteien Vertrauen in Sie gewinnen. Stellen Sie also zunächst unter Beweis, dass Sie der neuen Aufgabe gewachsen sind und unterfüttern Sie neue Ideen immer mit Dringlichkeit und guten Argumenten, die Ihre Expertise zeigen. Gleichzeitig beziehen Sie Ihre Mitarbeiter stets direkt mit ein und zeigen Ihnen, wo sie konkret Einfluss nehmen können. So nehmen alle am Wandel teil und fühlen sich nicht davon überrollt!

  • Reflexion und Anpassung

Der erste häufigste Grund, warum Change-Prozesse in Unternehmen scheitern, ist Widerstand bei den Mitarbeitern. Ein sicherer Weg, das Vertrauen Ihres Teams zu verlieren, wäre, in diesem sensiblen Thema die Dinge zu überstürzen. Reflektieren Sie daher zunächst: Welche Werte sind für die heutige Zeit und im Rahmen der Digitalisierung wichtig, sowohl auf operativer als auch persönlicher Ebene? Welche gemeinsamen Werte gibt es bereits zwischen Ihnen und Ihrem Vorgänger sowie den Mitarbeitern? Was passt zu diesem Unternehmen und was ist vielleicht noch zu früh?

  • Echte Motivation fördern

Der zweite häufigste Grund ist der Rückfall in alte Muster. Damit Sie einen Wandel also nicht nur anstoßen, sondern langfristig ins Rollen bringen, gilt es, das ganze Team immer wieder neu zu motivieren und mitzunehmen. Sonst ist die anfängliche Begeisterung über frischen Wind schnell verpufft. Beziehen Sie dazu alle mit ein und lassen Ihrer Kreativität ruhig freien Lauf! Gute Methoden sind zum Beispiel, Freiräume zu schaffen, in denen die Mitarbeiter zur Ruhe kommen, kreativ sein können oder gemeinsame Aktivitäten und Schulungen zu planen. Außerdem sollten Sie an einer Lernkultur arbeiten, indem Sie auf anfängliche Fehler oder Ablaufprobleme verständnisvoll und gelassen reagieren und betonen, dass diese zu dem Veränderungsprozess gehören.

Gemeinsam ans Ziel mit neuem Mindset

Klar ist: New Work und Digitalisierung sind Zukunftsprojekte, die nur gemeinsam funktionieren werden. Das gilt immer auch für eine Unternehmensnachfolge an sich, denn alle Parteien sind hier von Veränderungen betroffen und machen sich womöglich Sorgen. Eine Befragung im DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2018 ergab zum Beispiel, dass etwa 36 Prozent der Senior-Unternehmer emotional nicht „loslassen“ können, wenn sie ihre Firma in andere Hände übergeben. Neben dem Mut zum Mindset-Wechsel und zum agilen Management, ist also allem voran Sensibilität und eine gemeinsame Gestaltung mit den Mitarbeitern und dem Unternehmensnachfolger gefragt, sodass sich der vorige Unternehmer am Ende gut lösen kann und Ihr Team Vertrauen in Sie als neuen Besitzer gewinnt. Finden Sie die richtige Balance zwischen Tradition und Innovation, Begeisterung für Neues und Respekt vor Bestehendem – und Sie und Ihr Unternehmen sind fit für die Zukunft der Arbeitswelt!