Beschreibung im Lexikon

Lohnkostenzuschuss

Lohnkostenzuschüsse – Vermittlungshemmnisse abbauen

Einige Arbeitnehmer verfügen über sogenannte Vermittlungshemmnisse, die dafür sorgen, dass die Betroffenen es schwerer haben, wieder eine Arbeit zu finden. Zu diesen Hemmnissen gehören beispielsweise ein fortgeschrittenes Alter, die fehlende Qualifikation oder eine Langzeitarbeitslosigkeit. Um diesen Mangel auszugleichen, können Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss erhalten. Die Zuschüsse unterliegen in der Regel einer Befristung. Es wird davon ausgegangen, dass die Produktivität und die Effektivität des Arbeitnehmers nach einer bestimmten Einarbeitungszeit ansteigen und sich das Arbeitsverhältnis für den Arbeitgeber auszahlt.

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Das Hamburger Modell als wichtiger Faktor bei Zuschüssen

Eine der bekanntesten Varianten ist das Hamburger Modell. In diesem Fall wird der Lohnkostenzuschuss für einen Zeitraum von 12 Monaten gezahlt, um Langzeitarbeitslose wieder in das Arbeitsleben einzugliedern. Übernommen wird der Zuschuss durch die ARGE. Die Auszahlung erfolgt jeweils hälftig an den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der im Arbeitsvertrag festgelegten Anzahl an Stunden. Gezahlt werden je 132,50 Euro pro Monat bei einer Wochenarbeitszeit bis zu 35 Stunden (Stand April 2017). Liegt die Wochenarbeitszeit über 35 Stunden, erhalten beide Seiten je 265 Euro pro Monat. Der Lohnkostenzuschuss ist in diesem Fall steuerfrei und sozialversicherungsfrei.

Damit der Arbeitgeber die Förderung erhalten kann, muss er für einen Arbeitnehmer eine sozialversicherungspflichtige Stelle erschaffen, die sich an den Bedingungen der Region orientiert. Hier gibt es Mindest- und Höchstgrenzen für den Lohn. So muss dieser bei mindestens 451 Euro monatlich liegen, um über einen Minijob hinauszugehen. Der monatliche Höchstbetrag beim Lohn darf 2.000 Euro nicht überschreiten. Eine Förderung von Ausbildungsverhältnissen ist nicht möglich. Beim Hamburger Modell erfolgt die Förderung zunächst für sechs Monate. Wird der Arbeitnehmer nach der Probezeit übernommen, erfolgt die Verlängerung des Zuschusses.

Der Lohnkostenzuschuss für behinderte Menschen

Auch eine Behinderung kann ein Hemmnis darstellen, das es für den Arbeitgeber schwierig macht, die reduzierte Leistung auszugleichen. Die Höhe und auch die Dauer einer möglichen Förderung sind abhängig von der Minderleistung, die vom Arbeitnehmer erbracht wird. Dazu kommt der Einfluss von weiteren Eingliederungserfordernissen. So kann die Förderhöhe einen Betrag von bis zu 70 Prozent des geplanten Arbeitsentgeltes beinhalten. Die Förderung kann für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten in Anspruch genommen werden. Die Höhe verringert sich jedoch nach 12 Monaten erstmals, da davon ausgegangen wird, dass der Arbeitnehmer seine Leistung gesteigert hat. Handelt es sich um ältere schwerbehinderte Menschen, ist auch eine Förderung mit einer Dauer von bis zu 96 Monaten möglich. Der Lohnkostenzuschuss muss in der Buchhaltung mit berücksichtigt werden.

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