Beschreibung im Lexikon

Angebote

Angebote

Angebote stellen aus rechtlicher Sicht eine Willenserklärung dar: Ein Lieferant erklärt sich verbindlich bereit, einem Kunden bestimmte Leistungen zu bestimmten Konditionen anzubieten. Aus Perspektive der Betriebswirtschaft bilden Angebote die Grundlage von Vorgängen der Warenwirtschaft: Der Lieferant bewirbt sich mittels eines Angebots um einen Auftrag, der Kunde entscheidet auf der Basis von erhaltenen Angeboten, ob oder wem er einen Auftrag erteilt. Das Angebotsschreiben ist somit die Vorstufe für einen Auftrag, der dann wiederum einem rechtsverbindlichen Kaufvertrag gleichkommt. Beide Parteien haben ein gleichermaßen starkes Interesse daran, dass ein Angebot formal so korrekt und inhaltlich so aussagekräftig wie möglich verfasst wird.

Die Verbindlichkeit eines Angebots

Die übliche Form eines Angebots ist die schriftliche. Mit dem Erhalt eines Angebots geht der Empfänger keinerlei Verpflichtungen ein – selbst dann nicht, wenn er aktiv das Angebot angefordert hat. Wenn der Angebotsempfänger dann auf Basis des Angebots einen Auftrag erteilt, muss er sich aber darauf verlassen können, dass der anbietende Lieferant zu seinem Angebot steht, und die Leistungen auch termingerecht erfüllen kann. Was so selbstverständlich klingt, führt in der Praxis nicht selten zu juristischen Unstimmigkeiten. In der Regel sichern sich Lieferanten bei der Abgabe von Angeboten daher gegen mögliche Unwägbarkeiten ab. So geben sie zum Beispiel den Zeitraum an, innerhalb dessen sie das Angebot aufrechterhalten. Wenn ein Geschäftsmodell von bestimmten Wechselkursen oder Marktsituationen abhängt, versehen Lieferanten ihre Angebotspreise häufig mit der Formel „alle genannten Preise unter Vorbehalt“. Es ist dann allerdings sinnvoll, dem Kunden die Gründe für diesen Vorbehalt zu erläutern.

Angebote leichter erstellen

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen und freiberuflich tätige Dienstleister können den Aufwand bei der Angebotserstellung deutlich vereinfachen. Das Stichwort lautet: Standardisierung. Was bei großen Konzernen und ihren vielen unterschiedlichen Produkten und Dienstleistungen üblich ist, machen einfache Rechnungsprogramme auch für kleine Unternehmen möglich: Auf der Basis einer grundsätzlichen betriebswirtschaftlichen Angebotskalkulation werden alle Leistungen mit Artikelnummern, vorformulierten Produkt- und Leistungsbeschreibungen und Preisen hinterlegt. Darüber hinaus bieten sie durch einfache Eingabe von Stückzahlen oder Stundensätzen eine zuverlässige und einfache Berechnungshilfe. Auch Rabatte, die einem Kunden ab bestimmten Abnahmemengen eingeräumt werden sollen, lassen sich standardisieren. Außerdem bieten solche Softwarelösungen die Möglichkeit, Kunden an versandte Angebote zu erinnern. Zudem erzeugen sie automatisch die passende Auftragsbestätigung und später den Lieferschein und die Rechnung zum Angebot.

Tipp:

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Was sollte ein professionell erstelltes Angebot mindestens enthalten?

  • Korrekte Adresse des Anbietenden und Empfängers des Angebots
  • Angebotsdatum und Angebotsnummer
  • Einzelpreise der Waren oder Dienstleistungen
  • Beschreibungen der Waren oder Dienstleistungen
  • Gesamtpreis der angebotenen Menge einer Ware oder Dienstleistung (Stückzahl oder Zeitaufwand)
  • Endsumme aller angebotenen Positionen
  • Hinweise zu den Zahlungsbedingungen (Zahlungsziel und Gewährung von Skonti)
  • Lieferzeiten
  • Qualitätsaussagen (zum Beispiel auch über Garantiebestimmungen und Gewährleistungen)
  • Anfallende Zusatzkosten (zum Beispiel für Fracht oder Versand)

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