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Neue Netzwerke und Communities für die Unternehmensnachfolge

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Eine Unternehmensnachfolge und die Übergabe eines Unternehmens in fremde Hände sind langfristige Prozesse, an denen neben Übernehmer und Übergeber zahlreiche weitere Menschen und Institutionen beteiligt sind. Wie Übergeber und Übernehmer zueinanderkommen und ob sie die richtigen Unterstützer wie mögliche Mitgründer, Nachfolgeberater, Anwälte, Notare und Steuerberater finden, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg einer Nachfolge.

Wo würden Sie als Unternehmerin oder Unternehmer nach einem Nachfolger suchen, wenn in der Familie niemand zur Verfügung steht und auch im Management keiner Ihre Nachfolge antreten möchte? Und wo finden Sie als Existenzgründer, der einen bestehenden Betrieb übernehmen möchte, das zu Ihnen passende Unternehmen?

Hier spielen Netzwerke eine wichtige Rolle und es ist für Sie von großem Vorteil, wenn Sie ein solches Netzwerk bisher aktiv gepflegt haben. Die Suche nach passenden Kandidaten für die Nachfolge ist in einem solchen Netzwerk sehr viel einfacher und vielfach kennen Sie potenzielle Kandidaten bereits aus der Zusammenarbeit oder aus anderen fachlichen Zusammenhängen. Als Nachfolger auf der Suche nach einem passenden Unternehmen profitieren Sie ebenfalls von persönlichen Kontakten und einem aktiven Netzwerk.

Da die allermeisten Unternehmensübergaben regional erfolgen, spielen lokale Netzwerke bei Unternehmensnachfolgen die wichtigste Rolle. Besonders die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern sind beim Thema Nachfolge recht aktiv und haben in den vergangenen Jahren entsprechende Angebote installiert. Aber auch Hochschulen versuchen mit speziellen Projekten, ihre Studierenden und Absolventen mit lokalen Unternehmen zu vernetzen und ihnen damit berufliche Perspektiven und den Unternehmen dringend gesuchte Nachfolger zu verschaffen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert im Rahmen der Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ seit diesem Jahr 30 solcher meist regionaler Projekte und will damit bundesweit Aufmerksamkeit für das Thema Unternehmensnachfolge erzeugen. Einige der Projekte sollen hier im Folgenden vorgestellt werden.

Regionale Netzwerke von Handwerkskammern und Architektenkammern

  • Nachfolgelotsen Hamburg

Die Handwerkskammer Hamburg will mit dem Projekt Nachfolgelotsen für das Thema Unternehmensnachfolge sensibilisieren, Nachfolgeprozesse anstoßen und so zur Sicherung des Unternehmensbestandes sowie zum Erhalt von Beschäftigung, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit im Hamburger Handwerk beitragen.

Nachfolgeprozesse werden nicht nur initiiert, sondern Inhaber und Nachfolger auch aktiv unterstützt. Das geschieht einerseits durch regelmäßig stattfindende Informations- und Fachveranstaltungen, andererseits durch einen individuellen Beratungsgutschein für Unternehmer. Zur Unterstützung der Suche nach Nachfolgern gibt es eigenständige Matching-Veranstaltungsformate und Netzwerktreffen, bei denen potenzielle Übernahmegründer zusätzlich Kontakt zu Wirtschaftsförderungseinrichtungen sowie zu Banken und Beratern erhalten.

Eine Nachfolgeakademie wird ab 2022 künftige Übernehmer für die Betriebsübernahme kaufmännisch, kommunikativ, rechtlich und steuerlich qualifizieren.

  • Plattform Unternehmensnachfolge in Architektur und Stadtplanung

Mit diesem Projekt will die Berliner Architektenkammer ihren Mitgliedern das Thema Unternehmensnachfolge näherbringen, denn auch in dieser Branche wird diese oft zu spät angegangen.

Geplant sind neben Fortbildungsprogrammen und Startup-Tagen spezielle Dienstleistungsangebote zum Matching von Nachfolgeinteressenten und Unternehmern sowie zur Begleitung von Nachfolgeprozessen, beispielsweise ein Coaching- und Mentoring-Programm, genannt Nachfolge-Angels.

Als Modellvorhaben wird das Projekt seine Ergebnisse und Erkenntnisse an andere Länderarchitek­tenkammern weitergeben sowie mit diesen Kooperationen und den Austausch von Beratungsleistungen initiieren.

Hochschulen gründen lokale Nachfolge-Netzwerke

  • Der Lausitzer NachfolgeBUS

Der Lausitzer NachfolgeBUS fährt seit April diesen Jahres bis Dezember 2023 als normaler Linienbus durch die Lausitz und macht mit seinem Design auf die Unternehmensnachfolge als Karriereweg aufmerksam. Erdacht wurde er von Vertretern der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg am Lehrstuhl für Planung, Innovation und Gründung sowie Cottbuser Kammern und dem Energieversorger LEAG.

Einmal im Monat fährt der Bus direkt zu Unternehmen mit Nachfolgebedarf. Dafür können sich Nachfolgeinteressierte, besonders Studierende, Mitarbeitende und Alumni, anmelden und die Busfahrt wird konkret auf deren Interessen zugeschnitten. Auf diese Weise lernen sie Unternehmen der Region persönlich kennen, können direkt mit ihnen in Kontakt treten und im besten Fall werden konkrete Nachfolgegespräche in Gang gesetzt.

Die Region hat solche neuen Ideen sehr nötig, denn 40 Prozent der Betriebe stehen nach Angaben der IHK Cottbus vor der Herausforderung Nachfolge.

  • Nexxt Mittweida

Drei Partner haben sich im sächsischen Mittweida zusammengeschlossen, um der Herausforderung Unternehmensnachfolge in der Region mit Nexxt Mittweida zu begegnen: die Hochschule Mittweida, die lokale Volksbank und ihre für Digitalisierung und Innovationen gegründete Firma Teleskopeffekt. Gemeinsam hat man ein regionales Netzwerk geschaffen, das Unternehmer bei der Nachfolgersuche sowie bei vielen weiteren Fragen unterstützt.

Die Unterstützung beginnt mit der Sensibilisierung für die Herausforderungen einer Unternehmensnachfolge bei Übergebenden und potenziellen Übernehmenden durch spezielle IT-gestützte Coaching-Maßnahmen der Nachfolgeplanung. Begleitete Matching-Camps stellen schließlich die Kontakte her. Die Nachfolgeprozesse selbst werden durch spezielle Formate unterstützt, mit denen sich das Geschäftsmodell sowie die Innovations- und Veränderungsbereitschaft erkennen und so die Attraktivität des Unternehmens bewerten lassen.

Nachfolgende erhalten Hilfe bei der Schärfung ihres unternehmerischen Handelns, der konkreten Nachfolgeplanung sowie in Fragen der Übernahme und adaptierbaren Technologietrends.

Weitere im Rahmen der Bundesinitiative geförderte Projekte können Sie sich hier anschauen, vielleicht finden Sie ja darunter sogar eine für Sie passende Unterstützung?

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