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Wie entsteht eine Digitalstrategie? Teil 2: Die Umsetzung

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Nachfolge Woran scheitern Unternehmensnachfolgen

Voraussetzung für erfolgreiche Digitalisierung im Unternehmen ist eine Digitalstrategie. Diese sollte jedoch nicht nur bestmöglich auf die Prozesse, Strukturen und Ambitionen des Unternehmens hin abgestimmt sein. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für gelingende digitale Transformation liegt bereits im Entstehungsprozess einer Digitalstrategie. Erfolgt dieser planvoll und gut durchdacht, sind die Chancen umso höher, dass das Gesamtprojekt einer digitalen Transformation auch sicher an sein Ziel gelangt.

Blaupause für erfolgreiche Digitalisierung

Denn schließlich ist die Digitalstrategie so etwas wie die Blaupause für alle konkreten Handlungsschritte, die im Weiteren folgen. Allerdings bleibt die Frage, wie diese konkret entsteht, oft unbeantwortet oder nur unscharf skizziert. Wir zeigen in zwei Teilen Schritt für Schritt und anhand von Praxisbeispielen, wie ein konkreter Plan für mittelständische Unternehmen aussehen kann. Im ersten Teil ging es darum, die Strategie in vier Schritten vorzubereiten. Im zweiten Teil geht es nun darum, im Rahmen der strategischen Planungen auch die konkrete Umsetzung eines Digitalisierungsprojektes zu umreißen.

1) Klein starten, dann ausweiten

Zu Beginn der digitalen Transformation ist es empfehlenswert, sich einen zentralen Aspekt klar und deutlich vor Augen zu führen: Projekte wie diese sind die Summe aus vielen kleinen Einzelschritten. Denn es ist leichter, klein anzufangen, als zu versuchen alles auf einmal im Unternehmen zu verändern und zu digitalisieren. Es geht tatsächlich auch nicht um Disruption und Veränderung um jeden Preis. Digitalisierung soll dort helfen, wo sie sinnvoll ist.

Setzen Sie an einem Punkt mit hohem Potenzial an und bauen dann sukzessive aus. Hier hilft ein einfaches Ziel: zum Beispiel ein Produkt, das digital besser vermarktet werden soll und so neue Kunden erreichen kann. Eine neue, digitale Kommunikationskampagne mit einer Website (oder einer Landing Page im Shop), die durch E-Mail-Marketing und Social Media beworben wird, lässt sich nicht nur zügig umsetzen. Auch ihr Erfolg ist digital leicht messbar. Konzipieren Sie eine entsprechende Kampagne bewusst als Pilotprojekt. Wenn Sie Ihre gesteckten Ziele damit erreicht und mehr oder neue Kunden mit den Maßnahmen gewonnen haben, weiten Sie das Erfolgsrezept in einem nächsten Schritt auf weitere Produkte aus.

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2) Risiken managen

Digitalisierung bedeutet oft, von Gewohntem abzuweichen und neue Wege zu gehen. Mit einem Wort: Innovation. Es bieten sich Chancen wie neue Geschäftsideen oder Vertriebskanäle, die vorher nicht möglich waren. Dennoch bringt die digitale Transformation im Unternehmen auch Risiken mit sich. So können zum Beispiel Cloud Computing, elektronische Payment-Funktionen und das Speichern und Verarbeiten von sensiblen Daten auch außerhalb der eigenen Betriebsorganisation notwendig sein, um eine neue Geschäftsidee, wie z.B. einen Onlineshop, umzusetzen.

Modernes Risikomanagement kennt die Risiken, beugt vor und berät bei Entscheidungen. Zum Beispiel zugunsten einer Cloud-Lösung nach höchsten Sicherheitsstandards, zugunsten eines bewährten Service-Providers für die Bereitstellung eines Zahlungssystems und zugunsten DSGVO-konformer Speicherung und Verarbeitung von Kundendaten. Meist ist die eigene IT-Abteilung der richtige Ansprechpartner für das Risikomanagement. Entsprechende Expertise kann aber auch durch externe Berater ins Haus geholt werden.

3) Praxis statt Testumgebung

Ein neuer B2B-Shop, in dem Unternehmenskunden online bequem Produkte in den Warenkorb legen und bestellen können, statt dies, wie bisher, per Telefon zu erledigen, wird auf einem Testserver nie zeigen können, was er wirklich kann – und wie er ankommt. Es ist besser, Digitalisierung in einer realen Umgebung zu betreiben und zu erproben, als nur in der Theorie durchzuspielen. Auch wenn dabei herauskommen kann, dass ein Projekt in die falsche Richtung läuft oder eine Idee beim Kunden in der Praxis doch nicht so funktioniert, wie gedacht. Lerneffekte und Verbesserungspotenziale ergeben sich dabei jedoch fast immer. Denn: Das im letzten Punkt beschriebene Risikomanagement bedeutet tatsächlich nicht nur, Risiken möglichst zu reduzieren, sondern auch Chancen zu erkennen, diese aufzuzeigen und nutzbar zu machen. So können sich aus einer digitalen Idee weitere Ansätze ergeben, die vom ersten Entwurf abweichen und anfangs nicht ersichtlich waren.

Beispiel: Der E-Commerce-Gigant Amazon hatte eigentlich nie vor, ins Data-Center-Geschäft einzusteigen. Ursprünglich war es lediglich das Ziel, Händlern eine Plattform zu bieten. Dafür musste jedoch zuerst die Infrastruktur geschaffen werden. So baute Amazon Kompetenzen im Bereich von Rechenzentren auf. Heute ist das Nebengeschäft von einst ein fundamentaler Eckpfeiler des Gesamterfolgs. Ähnlich verlief es mit der Sprachassistentin Alexa. Die Echo-Geräte waren eigentlich in erster Linie zum Bestellen im Shop gedacht, entwickelten sich aber nebenbei zur führenden Plattform für Voice-Anwendungen und -Assistenten im B2C-Marktumfeld.

4) Ausprobieren, Erfolg messen, daraus lernen

Digitalisierung läuft nicht nach dem Wasserfall-Prinzip, sondern in Zyklen ab – ähnlich wie bei agilen Arbeitsmethoden. Es geht immer wieder darum, etwas neues auf den Weg zu bringen und auszuprobieren (beispielweise einen Onlineshop), dann zu messen, wie gut es funktioniert (zum Beispiel anhand der Anzahl der Bestellungen), und daraufhin daraus zu lernen, um eine verbesserte Version auf den Markt zu bringen. Diese wiederum lässt den Zyklus neu beginnen – beispielweise mit einem neuen Check-out-Prozess, falls die Conversion-Rate zu niedrig ausfiel.

Definieren Sie deshalb aussagekräftige Messgrößen. Diese Zahlen sind so genannte KPIs (Key Performance Indicators), die etwas über den Erfolg von Maßnahmen aussagen. Am Beispiel eines Onlineshops können KPIs nicht nur Bestellungen und Umsatz, sondern auch Verweildauer, Aufmerksamkeit, Öffnungsraten bei E-Mails, neu gewonnene potenzielle Kunden (Leads) oder Einsparungen an Zeit und Kosten bei Prozessen sein. Digitale Tools verfügen vielfach bereits über eingebaute Messinstrumentarien und Funktionen zur Auswertung und Interpretation. Wichtig beim KPI-Monitoring ist allerdings Kontinuität und die Definition fester, regelmäßig wiederkehrender Beobachtungsintervalle, die auch nicht zu lange dauern sollten. Ein guter Richtwert in diesem Zusammenhang wäre etwa der Zeitraum eines Quartals. Es ist folglich nicht nur essenziell, Daten zu erheben, die Einblicke geben, was funktioniert und was nicht. Es ist auch wichtig, Rückschlüsse daraus zu ziehen, sowie konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Fazit: Strategie schafft Klarheit und Orientierung

Eine gute Strategie teilt die Digitalisierung eines Betriebs in machbare kleine Einheiten, von den ersten Ideen bis zur Umsetzung. Sie erinnert kontinuierlich daran, Erfolge mit Daten zu messen, Tools und Prozesse zu hinterfragen, um sich stetig zu verbessern. Nicht zuletzt hilft sie, den fast wichtigsten Erfolgsfaktor miteinzubeziehen: Nur wenn der Mensch mitzieht und bereit ist, Tools und Prozesse zu lernen und einzusetzen und mit Kreativität weitere Schritte zu planen, wird die Digitalisierung von Erfolg gekrönt sein.

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