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5 Tipps: Wie Sie Angestellte und Freelancer erfolgreich zusammenbringen

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5 Tipps: Wie Sie Angestellte und Freelancer erfolgreich zusammenbringen

Mehr als 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland und der Schweiz arbeitet mit Freelancern zusammen. Aus gutem Grund: Freelancer bringen frischen Wind und neue Sichtweisen ins Unternehmen. People Leader und Führungskräfte können sie projektweise einsetzen, wenn sie gerade spezielle Skills benötigen. Außerdem sind Freelancer oft besonders agile und digital versierte Arbeitskräfte. Durch die Zusammenarbeit mit ihnen schöpft HR das interne und externe Potenzial für die Organisation bestmöglich aus. Immer mehr qualifizierte Fachkräfte setzen auf die Selbständigkeit und sind motiviert, für spannende, herausfordernde Projekte zu arbeiten.

Führungskräfte und People Leader stehen dabei jedoch vor der Herausforderung, die Freelancer im Rahmen von Projektarbeit in das bestehende Mitarbeiterteam zu integrieren: Ein fremder Workflow oder möglicher Neid der Angestellten auf die Freiheiten der Freelancer können einer guten Zusammenarbeit im Weg stehen. Wir stellen fünf Tipps vor, wie es gelingen kann, Angestellte und Freelancer zusammenzubringen – auch wenn die gemeinsame Arbeitszeit begrenzt ist.

1. Digitale Voraussetzungen schaffen

Freelancer arbeiten in der Regel Remote. Deswegen liegt der erste Punkt der Checkliste auf der Hand: Nur Unternehmen, die digital gut aufgestellt sind, erfüllen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Kommunikation zwischen den Freelancern und Angestellten sollte online problemlos möglich sein und die Externen brauchen sicheren Zugriff auf die Systeme und Daten, die sie für das Projekt benötigen. Übrigens: Freelancer sind als nicht weisungsgebunden. Einigungen auf bestimmte Fristen oder einzelne Präsenztermine mit entsprechendem Sachgrund sind möglich. Aber das Unternehmen kann ihnen nicht per se vorschreiben, wann und wo sie arbeiten. Die digitalen Voraussetzungen für ein mobiles Arbeiten sind daher auch aus rechtlicher Perspektive unabdingbar.

2. Potenziale ausschöpfen mit Skills Mapping

Bei der Zusammenarbeit mit Freelancern geht es in der Regel nicht nur darum, eine zusätzliche Arbeitskraft zu gewinnen: Es wird eine konkrete Leistung benötigt, die bestimmte Kompetenzen erfordert. Die Entscheidung, welche Freelancer die Organisation für welche Projekte und in welchem Team einsetzt, ist daher maßgeblich. Hier können People Leader und Führungskräfte ihre Expertise im Workforce Management – der Personalplanung je nach Kompetenzen, Kapazitäten und Bedarf – unter Beweis stellen. Eine bewährte Methode, um sich einen Überblick über das vorhandene Potenzial zu verschaffen, bildet sogenanntes Skills Mapping: Dabei erstellt HR eine Visualisierung, eine „Skills Map“, aller Kompetenzen der Mitarbeiter. People Leader können damit das Ist mit dem Soll vergleichen und die fachlichen Lücken optimal mit den richtigen Experten füllen.

3. Transparente Kommunikation für ein gutes Arbeitsklima

Eine erfolgreiche Teamintegration beginnt vor dem ersten Arbeitstag des Freelancers: Um ein gutes Arbeitsklima zu gewährleisten, lohnt es sich, die Angestellten schon bei der Auswahl miteinzubeziehen und neben dem fachlichen auch den kulturellen Fit zu beachten. Das jeweilige Team kennt seine Stärken und Schwächen am besten und kann einschätzen, wer sich auch auf persönlicher Ebene gut einfügen kann. Die Chemie sollte schließlich stimmen, damit alle motiviert ins Projekt starten. People Leader können außerdem möglichem Neid auf die Freiheiten des Freelancers vorbeugen, indem sie den Mitarbeitern die Gründe für die Zusammenarbeit erläutern: Der Freelancer ist Experte auf einem bestimmten Gebiet. Er kann das Team somit entlasten und sein Wissen sogar für die Zukunft mit den Angestellten teilen. Wenn allen klar ist, dass jede Seite nur profitieren kann, sind die Voraussetzungen für eine positive und produktive Arbeitsatmosphäre erfüllt.

4. Soziale Teilhabe der Freelancer

Der soziale Aspekt muss nicht zu kurz kommen, auch wenn der Freelancer möglicherweise ganz woanders arbeitet und die Zusammenarbeit zeitlich begrenzt ist. Auch hier kann HR unterstützen: Zum einen sollten Videokonferenzen jederzeit und ohne Hürden möglich sein. Zum anderen können die Freelancer in der Zeitspanne des Projekts auch an Teamevents teilnehmen. Ein gemeinsamer Kickoff-Termin bildet zum Beispiel den Startschuss für das Projekt und ist eine gute Möglichkeit, sich näher kennenlernen und erste Ziele und Strukturen festzulegen. Um die Motivation von vornherein zu steigern, kann die Organisation auch eine kleine Feier bei erfolgreichem Projektabschluss in Aussicht stellen.

5. Vorsicht: Scheinselbständigkeit

Bei der Zusammenarbeit mit Freelancern ist stets darauf zu achten, dass kein Vorwurf der Scheinselbständigkeit möglich ist. Das heißt, dass auch bei der Integration ins Team bestimmte Grenzen einzuhalten sind: Riskant wird es zum Beispiel, wenn der Freelancer ein festes und regelmäßiges Gehalt oder seine Arbeitsplatzausstattung von der Organisation bekommt, ihm Urlaubs- und Krankentage bezahlt werden oder die gleichen Benefits nutzen kann wie die Festangestellten. Auch wenn es für die Zusammenarbeit vielleicht wünschenswert wäre, wenn alle die gleichen Vorteile genießen, gilt es hier also, die Balance zu halten. People Leader können vorbeugen, indem sie sich frühzeitig mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen und klare Grenzen ziehen.

Effizient und agil mit Freelancern

Zahlreiche Top Talente sind heutzutage als Freelancer unterwegs. Wer mit ihnen zusammenarbeitet, verschafft sich nicht nur im Fachkräftemangel einen Wettbewerbsvorteil, sondern macht sein Unternehmen auch fit für die Zukunft: Denn Freelancer sind flexibel, qualifiziert, agil und bilden sich stetig eigenständig weiter. So helfen sie auch dem Unternehmen, agil zu bleiben und können wertvolles Wissen in den Betrieb tragen. People Leadern und Führungskräften kommt dabei die spannende und wichtige Aufgabe zu, die bestehenden Mitarbeiter mit den Freelancern zusammenzubringen, um das gesamte Potenzial optimal auszuschöpfen und eine produktive, motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen. Das kann mit diesen Tipps gelingen und es lohnt sich – für den kurzfristigen und langfristigen Unternehmenserfolg und die Weiterentwicklung des Betriebs.