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Selbstverständlich Nachfolgerin? Insights #3

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Unternehmensnachfolge Frauen in Führungspositionen

Obwohl Frauen einen Großteil der Wirtschaftsleistung in Deutschland erarbeiten und diverse Teams ökonomisch erfolgreicher sind als heterogene, sind Frauen in der Unternehmensnachfolge immer noch keine Selbstverständlichkeit. Bei Nachfolgen innerhalb von Familienunternehmen sind Töchter immer noch deutlich in der Minderheit und bei externen Nachfolgen fehlt es an übernahmewilligen Jungunternehmerinnen. Anhand der Zahlen des KfW-Mittelstandspanels zu Frauen in Führungspositionen kann man sich leicht vorstellen, dass die zu überwindenden Widerstände für Frauen hoch sind.

Warum ist ein Umdenken erforderlich? Was passiert, wenn Frauen trotz schwieriger Rahmenbedingungen und überholter Rollenbilder die Führung selbst in die Hand nehmen? Antworten dazu in der dritten Ausgabe unserer Nachfolge-Insights.

„Die Diskussion in der Öffentlichkeit ist einen Schritt weiter als die Realität“

Dr. Klaus-Heiner Röhl ist seit März 2002 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln tätig. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die strukturelle Entwicklung der Wirtschaft und vor allem des unternehmerischen Mittelstands in Deutschland.“ Dr. Röhl ist einer der Verfasser der Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ von 2010 und sagt:

„Die Annahme damals war, dass künftig ein Aufwärtstrend beim Anteil von Frauen in der Unternehmensführung und in der Nachfolge stattfinden würde. Stattdessen ist es bei einer Stabilisierung auf eher bescheidenem Niveau geblieben. Auch wenn es heute schon selbstverständlicher als vor 10 Jahren ist, dass Frauen Unternehmerinnen und Nachfolgerinnen werden, ist das Ziel noch lange nicht erreicht – denn an den Zahlen können wir das nicht ablesen.“

Im Sage Experten-Talk diskutiert er mit erfolgreichen Unternehmensnachfolgerinnen und Gründerinnen darüber, was Frauen daran hindert, die Führung eines Unternehmens zu übernehmen und wie der Wandel gelingen kann.

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„Es ist wirklich nicht einfach, wenn man so viel Gegenwind bekommt. Man fragt sich: Bin ich nichts wert?“

Carolin Weiler ist Jungwinzerin im elterlichen Weingut in Lorch am Rhein. Bereits nach dem Schulabschluss interessierte sie sich für Weinbau. Damals hieß es: „Nein, einer deiner Brüder wird den Betrieb übernehmen. Mach du doch was Soziales, du kannst doch gut mit Menschen.“ Nach abgeschlossener Ausbildung als Erzieherin erklärte sie ihrem Vater, dass sie nach wie vor in das elterliche Weingut einsteigen wollte. „Du spinnst, wie kannst du das nur machen?“, war die Reaktion. Ein zentraler Punkt ihres Vaters: Die oft körperlich schwere Arbeit im Weinberg ist Männersache, ein viel zu anstrengender Beruf für Frauen.

Im #SageNachfolgePlaner – Podcast erzählt Carolin Weiler ihre persönliche Erfolgsgeschichte und beweist, dass Frauen das Winzer-Handwerk ebenso gut verstehen wie Männer. Nicht umsonst wurde sie von den Experten des VINUM-Weinguides zur „Entdeckung des Jahres 2021“ gekürt.

„Wir dürfen das Potential weiblicher Nachfolge nicht weiter vernachlässigen.“

Als Geschäftsführer der Unternehmensvermittlung Oakstreet GmbH | concess M+A – Partner in München begleitet Alexander Reichel mittelständische Unternehmen bei deren Nachfolgelösung und dem Verkauf des Unternehmens. Er sagt:

„Die meisten mittelständischen Unternehmer, deren Unternehmensverkauf wir begleiten, sind sehr offen für weibliche Nachfolger. Was uns fehlt, sind die Nachfolgerinnen. Wir haben mit Senior-Unternehmerinnen als Verkäuferinnen ihres Betriebes hervorragende Erfahrungen gemacht. Diese Referenzen legen wir gerne jedem Verkäufer mit ans Herz.“

VdU verleiht „she suceeds award“ für erfolgreiche Nachfolgerinnen

Die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in Führungspositionen bei der Nachfolge ist längst in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Nicht erst in den letzten Jahren entstehen immer mehr Netzwerke, die insbesondere Frauen in Führungspositionen stärken und zu mehr Gleichberechtigung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beitragen. So setzt sich der branchenübergreifende Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) schon seit über 60 Jahren für bessere Bedingungen für Frauen in der Wirtschaft ein. Heute sind in dem Netzwerk fast 2.000 mittelständische Unternehmen mit Frauen an der Spitze vertreten.

Einmal im Jahr verleiht der VdU den she suceeds award (ehemals Next Generation Award) an eine Nachfolgerin, die erfolgreich eine Firma übernommen hat. In der Kategorie „Unternehmensnachfolgerin des Jahres“ werden Unternehmerinnen, die vor mindestens 12 Monaten die Übernahme eines Unternehmens erfolgreich abgeschlossen haben, gesucht und ausgezeichnet. Die Nachfolgerin muss Gesellschafterin/Inhaberin sein und eine geschäftsführende Funktion innehaben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2021.

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Bereit für die Unternehmensnachfolge? Insights #1

Warum brauchen Unternehmensnachfolger starke Nerven? Insights #2

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