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Teilzeitarbeit: Vor- und Nachteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

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Teilzeitarbeit: Vor- und Nachteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Im Jahr 2001 wurden mit dem „Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge“ (TzBfG) einheitliche Regelungen des Teilzeit- und Befristungsrechts verabschiedet. Die Grundlage für die Entwicklung des Teilzeitarbeitsrechts bilden europäische Regelungen und Richtlinien, die insbesondere eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verhindern sollen. Nach dem TzBfG liegt eine Teilzeitbeschäftigung dann vor, wenn die regelmäßige Wochenarbeitszeit eines Arbeitnehmers kürzer ist als die eines vergleichbaren Arbeitnehmers mit einer Vollzeitbeschäftigung.

Rechtsanspruch auf Teilzeit

Hat ein Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer, so hat der Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Dieser Anspruch kann jedoch vom Arbeitgeber abgelehnt werden, wenn betriebliche Gründe, wie etwa unverhältnismäßig hohe Kosten, dem entgegenstehen. Teilzeitarbeiter haben einen Anspruch auf Rückkehr zu einer Vollbeschäftigung.

Möglichkeit zur flexiblen Arbeitszeitregelung

Die klassische Form ist die Halbtags-Arbeit mit festen Anwesenheitszeiten. Möglich sind aber auch alle anderen Varianten wie beispielsweise eine individuelle Arbeitszeitregelung, bei der Lage, Dauer und Verteilung flexibel und zwischen Unternehmen und Mitarbeiter einvernehmlich zu vereinbaren ist.

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Vorteile auf Arbeitgeberseite

Die Vorteile auf Arbeitgeberseite bestehen nicht zuletzt darin, dass die Produktivität der Beschäftigten höher ist und die Fehlzeiten und Arbeitsunfälle geringer sind. Die Ursache hierfür liegt in der geringeren Ermüdung während einer kürzeren Zeitspanne und eine mögliche höhere Motivation der Teilzeitbeschäftigten. Diese Vorteile dürften sich jedoch nur ergeben, wenn die tägliche Arbeitszeit herabgesetzt wird und nicht, wenn nur an wenigen Tagen vollschichtig gearbeitet wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Personaleinsatz flexibler an die Nachfrage angepasst werden kann.

Nachteile auf Arbeitgeberseite

Teilzeitarbeit hat auch für den Arbeitgeber nicht nur Vorteile. Durch Teilzeitarbeit entstehen zunächst zusätzliche Aufwendungen durch Erhöhung der Personalkosten, Verwaltungsaufwendungen und Arbeitsplatzkosten. Die Steuerung von zwei Halbtagsbeschäftigten ist aufwändiger als diejenige einer Vollzeitkraft, zumal auch für die Lohnbuchhaltung zwei Vorgänge vorliegen. Einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey zufolge amortisieren sich diese zunächst höheren Kosten allerdings noch im Verlauf des ersten Jahres der Teilzeitbeschäftigung.

Teilzeitbeschäftigung kann in zweierlei Hinsicht ein Instrument der Flexibilisierung sein. Zum einen lässt sie sich variabel an die Bedürfnisse des Betriebs und des Beschäftigten orientieren, andererseits kann sie zur Abdeckung von Randzeiten oder Belastungsspitzen eingesetzt werden.

Vorteile für Arbeitnehmer

Flexiblere Arbeitszeiten und eine Reduzierung der Arbeitszeit nach Wunsch ermöglichen die Vereinbarung von Beruf und Familie oder außerbetriebliche Aktivitäten. Bei der Vereinbarung der Wunscharbeitszeit ist das Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu erzielen. Der Arbeitnehmer darf nicht schlechter behandelt werden als Vollzeitbeschäftigte.

Nachteile für Arbeitnehmer

Die drastische Reduzierung der Arbeitszeit führt auch zu einer drastischen Reduzierung des Einkommens, das Gehalt sowie sonstige Gratifikationen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind anteilig zu zahlen. Durch die geringeren Einkommen werden auch die zukünftigen Rentenansprüche geschmälert. Im Falle der Arbeitslosigkeit wird auch dieses geringere Einkommen zur Berechnung herangezogen.

Der Arbeitnehmer hat keinen Rechtsanspruch darauf, die Arbeitszeit wieder zu erhöhen, nach der Teilzeit wieder in eine Vollbeschäftigung zu wechseln.

Fazit

Ein wichtiger Grund dafür, dass Teilezeitbeschäftigung trotz der gravierenden Vorteile noch keine größere Verbreitung gefunden hat liegt darin, dass Teilzeitbeschäftigung vorwiegend im Bereich der geringwertigen Tätigkeiten angesiedelt ist, so dass diese Form der Beschäftigung zum reinen Zusatzverdienst degradiert ist.