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Übernahme geplant? Interessengruppen bei der Unternehmensnachfolge

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Unternehmensnachfolge Stakeholder

Die Übernahme eines Unternehmens durch einen Unternehmensnachfolger betrifft eine Vielzahl an Interessengruppen. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten des „neuen“ Unternehmens möchten sich im Übergabeprozess wiederfinden. Aber auch die Unternehmerfamilie, Kreditinstitute oder örtliche Verbände haben beim Führungswechsel innerhalb eines Unternehmens ihre ganz eigenen Vorstellungen, Interessen und Erwartungen.

„Am Ende des Tages geht es darum, den inneren Kompass zu entdecken, damit Sie anderen Menschen auf ihrem Weg in eine neue Ära Klarheit und Orientierung geben.“

Stakeholder und ihre Interessen bei der Nachfolge

  • Der Alteigentümer

„Aus der Perspektive des Übergebenden ist es oftmals schwierig, sein Lebenswerk vertrauensvoll in andere Hände zu legen und damit auch die Verantwortung abzugeben und loszulassen. Eine Konsequenz ist häufig, dass der Übergebende Entscheidungen des Unternehmensnachfolgers rückgängig macht oder offiziell kritisiert. Das stellt die Autorität und Führungskompetenz in Frage. Der Nachfolger fühlt sich dann nicht akzeptiert und ernst genommen, das gegenseitige Vertrauen sinkt.“ Beatrice Rodenstock weiß, wovon sie spricht: Mit der Rodenstock-Gesellschaft für Familienunternehmen (RGFU) berät sie Unternehmen bei der Nachfolgeregelung. Was hilft? Als Nachfolger die eigenen Emotionen und das eigene Verhalten erkennen und reflektieren, gemeinsame Regeln aufstellen, die alle Beteiligten durch den Nachfolge-Prozess navigieren, und Konflikte so schnell wie möglich aufklären.

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  • Die Belegschaft

Die Mitarbeiter eines Unternehmens sind in Zeiten des demographischen Wandels und Fachkräftemangels zu einer immer wichtigeren, ja entscheidenden Ressource im Unternehmen geworden. Unternehmerischer Erfolg hängt heute und in Zukunft ganz maßgeblich von motivierten Mitarbeitern und Führungskräften und ihrem Know-how ab, an denen jeder neue Eigentümer ein natürliches Interesse haben sollte.

Strategieexpertin Irène Kilubi rät deshalb: „Sobald sich beide Parteien über die Unternehmensübergabe einig sind, sollte von Anfang an konsistent mit der Belegschaft kommuniziert werden. Veränderungsprozesse rufen bei Mitarbeitern häufig Unsicherheit hervor, was durch eine umfassende Kommunikation so gut wie möglich vermieden werden kann. Für die Kommunikation im Change Management gilt daher stets die Wahrheit zu sagen und nichts zu versprechen, was in Zukunft nicht gehalten werden kann.“

Was helfen kann, wenn plötzlich alle auf Sie als Nachfolger schauen, hat auch der Leadership Coach Joachim Schwichtenberg zusammengefasst. Sein Fazit: „Am Ende des Tages geht es darum, den inneren Kompass zu entdecken, damit Sie anderen Menschen auf ihrem Weg in eine neue Ära Klarheit und Orientierung geben.“

  • Kunden & Lieferanten

Kunden sind eine der wichtigsten Stakeholdergruppen eines Unternehmens. Der Umgang mit ihnen ist schon heute ein zentraler Differenzierungsfaktor im Wettbewerb. Manche meinen sogar, dass Kundenerfahrung und Kundenbindung in der Bedeutung noch vor Preis und Produkt stehen. Auch Empfehlungen durch Kunden spielen eine immer größere Rolle und sind inzwischen in vielen Unternehmen für wesentliche Teile des Umsatzes verantwortlich.

Als Nachfolger erwerben Sie mit einem Unternehmen den Kundenstamm quasi mit. Besonders im B2B-Bereich bestehen oft langjährige und oft persönliche Beziehungen. Ein bestehender Kundenstamm ist also grundsätzlich etwas Positives. Dennoch ist seine Übernahme im Prozess einer Betriebsübergabe kein Selbstläufer, sondern erfordert Engagement und Aufmerksamkeit von Ihnen als Nachfolger.

Gleiches gilt für bestehende Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten. Diese erwarten vertraute Produkte bzw. Dienstleistungen in bisheriger Qualität, zuverlässig und zum bekannten Preis. Über künftige Veränderungen sollten Sie auch Ihre Lieferanten rechtzeitig informieren und so das Vertrauen in Sie Schritt für Schritt stärken.

  • Kreditinstitute und Investoren

Finanzinstitute und Wirtschaftsförderer sind wichtige Stakeholder vor, während und nach der Betriebsübernahme. Die erfolgreiche Finanzierung einer Übernahme hängt davon ab, wie umfassend und genau Ihre Recherche und Planung sind und wie professionell Sie alle wichtigen Materialien vorbereiten. Finanzierung heißt allerdings nicht nur, dass am Ende der Vorbesitzer den Kaufpreis bekommt, sondern muss sehr viel umfassender betrachtet werden. Schließlich benötigen Sie auch nach der Übernahme kurzfristig ausreichende finanzielle Mittel für Betriebsmittel, Anlauf- und Auftragsvorfinanzierungen sowie mittel- und langfristig für Neuinvestitionen.

Finanzierung heißt also, Banken und Förderinstitutionen von Ihrem Vorhaben zu überzeugen. Schließlich werden Sie für die erfolgreiche Fortführung eines bestehenden Betriebs mit hoher Wahrscheinlichkeit fremdes Kapital benötigen.

  • Interessenverbände wie Handwerkskammern, Branchenverbände und Wirtschaftsförderer

Örtliche Player wie Bürgermeister, Landrat, Wirtschaftsförderer, aber auch Nachbarunternehmen und Branchenverbände haben spezielle Informationsbedürfnisse und müssen zum richtigen Zeitpunkt kompetent informiert werden.

Machen Sie sich daher in der Branche sichtbar. Sichtbarkeit steigert nicht nur Ihre Chancen auf Weiterempfehlung der Kunden, sondern beugt auch Unsicherheiten bei den Stakeholdern vor. Denn jeder Wandel bringt Zweifel und Unsicherheit mit sich. So fragen sich Ihre Stakeholder beispielsweise: Wie geht es nach der Übernahme weiter? Bleibt es beim bewährten Geschäftsmodell? Sind die Arbeitsplätze gesichert?

Mit der richtigen Personal-Branding-Strategie stellen Sie auch nach außen hin Ihren persönlichen Bezug zum Unternehmen heraus. Falls Sie das Thema genauer interessiert, lesen Sie hier unsere 5 Tipps für Ihren perfekten Personal-Branding-Auftritt!

Fazit: Berücksichtigen Sie alle Stakeholder gleichermaßen. Die richtige Kommunikation mit den Beteiligten ist dabei wesentlich für den Erfolg der Nachfolge. Denn neben finanziellen und rechtlichen Aspekten ist die Unternehmensnachfolge vor allem eines: eine „emotionale Reise“, verbunden mit vielen Hochs und Tiefs, während der Übernahmeverhandlungen, aber auch danach.

Mit den Tipps der Wirtschaftsmediatiorin Kristin Nickelsen lässt es sich leichter einen kühlen Kopf bewahren und mögliche Konfliktthemen frühzeitig gemeinsam mit allen Beteiligten angehen.

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