HR-Management und Lohnbuchhaltung

Generationenmanagement: 7 Erfolgs-Tipps für eine vielfältige Belegschaft

Generationmanagement

Immer mehr Menschen arbeiten bis über ihr 70. Lebensjahr hinaus. Gleichzeitig strömen zahlreiche Schulabgänger der Generation Z und demnächst sogar der nachfolgenden Generation Alpha auf den Arbeitsmarkt. Für HR und Führungskräfte heißt das: Sie müssen einen Weg finden für erfolgreiches Generationenmanagement, mehrere Generationen von Mitarbeitern mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften zu managen. Wir stellen Ihnen 7 Tipps vor, wie Sie die Mehrgenerationen-Belegschaft unter einen Hut bekommen.

Generationenmanagement in der Praxis: Vielfalt am Arbeitsplatz erfolgreich managen

Welche Generation bin ich? Zum ersten Mal setzen sich Belegschaften aus den folgenden Gruppen zusammen: Babyboomern, der Generation X, der Generation Y und schließlich der Generation Z. Die darauffolgende Generation Alpha umfasst alle, die 2010 oder später geboren sind und von denen dementsprechend in wenigen Jahren die ersten in den Beruf einsteigen. Wenn so viele unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensstadien aufeinandertreffen, birgt das Konfliktpotenzial und Herausforderungen für HR und Management. Aber die Zusammenarbeit von Alt und Jung kann auch bereichern und zum Unternehmenserfolg beitragen. Die folgenden sieben Tipps unterstützen, damit das gelingt.

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Tipp 1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Demografie des Unternehmens

Um die Vorteile einer Mehrgenerationen-Belegschaft zu nutzen, muss zunächst klar sein, wie diese überhaupt aussieht. HR-Teams müssen die Demografie innerhalb ihrer Organisation kennen. Nutzen Sie Daten und Analysen, um mehr über Ihre Belegschaft zu erfahren. Ermitteln Sie, in welche Altersgruppen sie sich unterteilt und welche Trends es gibt. In der Tat stellen über die Hälfte der HR-Leiter heute sogenannte People Scientists ein. Das Ziel dabei ist es, eine höhere Sichtbarkeit zu erzielen und ein besseres Verständnis für die Mitarbeiter zu gewinnen.

Tipp 2. Fördern Sie eine transparente Kommunikation, die alle einschließt

Eine klare, vertrauensvolle Unternehmenskultur ist wohl die wichtigste Brücke zwischen den Generationen innerhalb einer Firma. Das A und O dafür ist eine transparente, wertschätzende Kommunikation, von der alle sich abgeholt fühlen. Denn Probleme und Konflikte zwischen Mitarbeitern erwachsen oft aus unterschiedlichen Einstellungen oder Arten der Kommunikation. HR-Teams müssen sich dessen bewusst sein und lernen, wie sie die Mitarbeiter dazu ermutigen können, gut miteinander zu arbeiten. Wie helfen also HR-Teams den Mitarbeitern im Unternehmen mit einer Mehrgenerationen-Belegschaft? Das zeigt die folgende Infografik. Weiterführende Informationen dazu erfahren Sie in unserem Whitepaper, welches Sie sich am Ende des Beitrages kostenfrei herunterladen können.

Ein konkreter Tipp: Wenn Ihr Unternehmen regelmäßig Pulsbefragungen durchführt und laufend Feedback von seinen Mitarbeitern erhält, fügen Sie Fragen hinzu, um herauszufinden, welche Arten der Kommunikation sie bevorzugen oder welche Laufbahn sie im Unternehmen anstreben. Dadurch lernen Sie Ihre Mitarbeiter besser kennen und versetzen sich in die Lage, Ihre Manager so zu schulen, dass sie generationsbedingte Unterschiede erkennen und sich entsprechend anpassen.

Tipp 3: Zeigen Sie Gemeinsamkeiten auf und nutzen Sie Unterschiede sinnvoll

Egal, worin die Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Angestellten bestehen: Es ist wichtig, dass Unternehmen keine Stereotypen bedienen. Die Boomer sind zu unflexibel, die Gen Z ist zu frech? Diese Vorurteile sind kaum mehr als pauschale Verallgemeinerungen und nicht förderlich für die Zusammenarbeit von Menschen. Das Ziel eines Managers besteht darin, sein Team dabei zu unterstützen, in einer Mehrgenerationen-Belegschaft Gemeinsamkeiten zu finden, sich auf Werte zu einigen und ein und dieselbe Vision zu verfolgen. Außerdem lassen sich die verschiedenen Generationen trotz aller Tendenzen nicht über einen Kamm scheren: Konzentrieren Sie sich nicht auf die vermeintlichen, pauschalen Unterschiede – lernen Sie jede Person individuell kennen. Denn daraus erschließt sich Ihnen auch das Potenzial der Vielfalt an Skills, Lebenserfahrungen und Perspektiven. Aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammengesetzte Teams bergen für jedes Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten: Die Kombination aus frischem Denken und Erfahrung kann höchst effektive Teams und ein ebensolches Arbeiten hervorbringen.

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Tipp 4: Setzen Sie auf kollaboratives Arbeiten

Daran schließt sich auch der nächste Tipp an: Fördern Sie kollaboratives Arbeiten und setzen Sie möglichst diverse Teams zusammen, um aus der Vielfalt an Ideen und Blickwinkel zu schöpfen. Eine Mehrgenerationen-Belegschaft bietet das Potenzial, viel voneinander zu lernen und zu profitieren. Wenn Sie die kollektive Einstellung am Arbeitsplatz so verändern, dass sich die unterschiedlichen Generationen als Partner statt als Subjekte eines starren hierarchischen Systems wahrnehmen, können alle von neuen Ideen in Kombination mit Erfahrung und Weisheit profitieren. Konkret heißt das: Fördern Sie eine Kommunikation auf Augenhöhe, halten Sie die Hierarchien möglichst flach und finden sie gemeinsam mit Ihren Angestellten die richtigen, einheitlichen Prozesse, mit denen alle gut zurechtkommen, anstatt diese von oben vorzugeben.

Tipp 5: Nutzen Sie (Reverse-)Mentoring als Tool

Am besten lernen Ihre Mitarbeiter voneinander, wenn Sie ein reziprokes Mentoring-Programm schaffen. Im klassischen Mentoring lernt Jung von Alt. Aber auch das Reverse-Mentoring ist sinnvoll für Unternehmen: Hier bringen jüngere Mitarbeiter ihren älteren Kollegen etwas bei – zum Beispiel die Nutzung digitaler Medien. Ältere Generationen wiederum können ein Mentoring in den Bereichen Sozialkompetenz und Kommunikation anbieten. Der Vorteil besteht zum einen darin, dass Sie eine unternehmensinterne Weiterbildungskultur schaffen und die vorhandenen fachlichen Kompetenzen und Soft Skills als Ressourcen im Unternehmen optimal ausschöpfen. Zum anderen fühlt sich bei dieser Vorgehensweise im Idealfall niemand ausgeschlossen oder von oben herab behandelt – weil alle sowohl die Rolle des Mentors als auch des Mentees einnehmen können und Wertschätzung erfahren, wenn sie ihr Wissen teilen.

Tipp 6: Berücksichtigen Sie persönliche Bedürfnisse und Wünsche

Mitarbeiter unterschiedlicher Generationen befinden sich in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens und haben unterschiedliche Erwartungen an ihre berufliche Laufbahn und ihre Arbeitsumgebung. Wer schon eine eigene Familie hat, arbeitet womöglich lieber flexibel im Home-Office, während jüngere Kollegen vielleicht den persönlichen Austausch im Büro und das gemeinsame Feierabendbier schätzen. Wer nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hat, ist wahrscheinlich nicht mehr an intensiven Weiterbildungen interessiert, während der Wissenshunger bei Junioren und Berufseinsteigern eher groß ist. Die HR-Manager sollten sich in einer Mehrgenerationen-Belegschaft in diese Situationen einfühlen und Mitarbeitern nach Möglichkeit entgegenkommen. Das heißt: Messen Sie Ihre Mitarbeiter an den erzielten Ergebnissen und nicht vorrangig daran, wie sie arbeiten. In einer zielorientierten Arbeitskultur bieten Sie Ihren Mitarbeitern Selbstbestimmung, fördern ihre Eigenverantwortung und schenken Ihnen Vertrauen. Das kann sich sehr positiv auf die Motivation und Produktivität einer Mehrgenerationen-Belegschaft auswirken.

Tipp 7: Nehmen Sie den Mitarbeiter-Lebenszyklus in den Fokus

Die Customer Experience bestimmt über Loyalität und Zufriedenheit von Kunden. Gleiches gilt für die Mitarbeitererlebnisse, die sogenannte Employee Experience. Die ist im Kampf um gute Fachkräfte heute entscheidend. So individuell wie die Kunden sind auch Ihre Mitarbeiter. Das Konzept des „Mitarbeiter-Lebenszyklus“ ebnet als konsequente Personalisierung des Personalmanagements den Weg zu positiven Mitarbeitererlebnissen. Wir stellen das Konzept in unserem HR-Fokus vor und beleuchten verschiedene HR Aufgaben unter diesem Gesichtspunkt.

Generationenmanagement: Die Mehrgenerationen-Belegschaft als wertvolles Asset

Fazit: Durch eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wertschätzende Kommunikation und die Berücksichtigung individueller Wünsche wird die Mehrgenerationen-Belegschaft zum wertvollen Asset statt zur konfliktreichen Herausforderung. Der wichtigste Punkt, den es bei der Verwaltung von fünf Generationen zu beachten gilt, ist, alle gleichberechtigt zu behandeln. Allen Mitarbeitern sollte ungeachtet ihres Alters oder ihrer Anstellung dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nur dann können HR-Teams tatsächlich herausfinden, wie sie ihre Belegschaft langfristig motivieren. Isolieren Sie die Generationen nicht voneinander. Dies passiert, indem Sie auf einzelnen Generationen basierende Affinitätsgruppen schaffen oder ihnen Label verpassen, die auf Einzelne überhaupt nicht zutreffen. Im Gegenteil: Stellen Sie Ihre Teams aus Mitgliedern unterschiedlicher Generationen zusammen! Eine Unternehmenskultur, die alle einlädt, von- und miteinander zu lernen, hat zahlreiche Vorteile und bildet einen echten Wettbewerbsvorteil im War for Talents.

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