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Gutes Arbeitsklima: Mitarbeiterbindung ist nicht nur reine Chefsache

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Arbeitsklima

Interessante und herausfordernde Tätigkeiten, flexible Arbeitszeiten, gerechtes Entgelt, bedürfnisorientierte Sozialleistungen, ansprechende Mitarbeiterführung – in der einschlägigen HR-Literatur findet sich ein nahezu unüberschaubarer Maßnahmenmix, der sowohl zur Steigerung der Motivation als auch zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung einsetzbar ist. Bei der Umsetzung sind in erster Linie die Chefs gefragt. Um Kündigungen zu vermeiden, sollte ein wichtiger Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: das Arbeitsklima. Und hier sind auch die Mitarbeiter gefordert.

Mitarbeiter auf dem Absprung in den ersten 12 Monaten

30, 40 oder sogar 50 Jahre im selben Unternehmen arbeiten? Was früher selbstverständlich war, scheint es heute kaum noch zu geben. Seit einigen Jahren dreht sich aufgrund der demografischen Entwicklung der Arbeitsmarkt von einem Arbeitgeber- in einen Arbeitnehmermarkt. Qualifizierte Arbeitnehmer können heute mehr denn je den Arbeitgeber auswählen – und nicht umgekehrt.

Viele Beschäftigte scheinen das auszuschöpfen und schauen sich regelmäßig nach neuen und besseren Jobs um. Laut einer Studie hegt fast jeder zweite (44 Prozent) Arbeitnehmer nach Antritt einer neuen Stelle in den ersten zwölf Monaten bereits wieder Wechselabsichten. Im Klartext: Diese Mitarbeiter haben also gerade noch die vermeintlich passende Arbeitsstelle angetreten und stehen gedanklich schon wieder vor dem Absprung. Fragt sich, warum?

Die Chemie muss stimmen

Eine Umfrage der Karriereberatung Von Rundstedt zeigt: Der häufigste Grund ist neben nicht ausgeglichenen Überstunden (67,7 Prozent) eine schlechtes kollegiales Umfeld. Unternehmer sollten deshalb nicht nur die Arbeitsbelastung ihrer Beschäftigten im Blick halten, sondern auch Spannungen und Konflikten in den Teams mit einem offenen Ohr begegnen. Denn wenn die Chemie mit den Kollegen nicht mehr stimmt, machen sich 65 Prozent der Befragten der Studie zufolge auf die Suche nach einem neuen Job. Vor allem Hochschulabsolventen reagieren demnach besonders negativ auf ein schlechtes Arbeitsklima: 72 Prozent gaben an, dass sie Spannungen am Arbeitsplatz zur Kündigung bewegen würden.

„Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Wer seine Mitarbeiter im Unternehmen halten möchte, muss ein attraktives Gesamtpaket anbieten“, sagt Von-Rundstedt-Experte Dr. Christian Siemen. „Wenn z. B. das kollegiale Umfeld nicht stimmt oder im Unternehmen keine konstruktive Feedback-Kultur herrscht, reicht es nicht, eine attraktive Regelung für anfallende Überstunden anzubieten.“ Trotzdem sollten Unternehmen die einzelnen Punkte Stück für Stück angehen.

Wer schon bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter die Teamstrukturen und die kulturelle Passung im Blick hat, stellt zudem von Beginn an die Weichen dafür, dass die Chemie und das Arbeitsklima im Team stimmen. Unternehmen können also schon beim Recruiting einen wichtigen Grundstein dafür legen, damit neue Mitarbeiter möglichst lange an Bord bleiben.

Schlechte Stimmung macht krank

Für Führungskräfte heiß das: Wertschätzung, Anerkennung und Lob sind nicht Kür, sondern Pflicht. Denn sie tragen entscheidend dazu bei, dass Mitarbeiter sich auf der Arbeit wohl fühlen. Ebenso positiv wirkt sich Vertrauen aus. Das bestätigen die Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach ist Vertrauen ein wichtiger Wohlfühlfaktor. „Chefs sorgen insbesondere dann für mehr Zufriedenheit und damit Produktivität, wenn sie selbst vertrauenswürdig sind und sich wertschätzend gegenüber ihren Mitarbeitern verhalten“, sagt IW-Wissenschaftler Dominik Enste. Setzt ein Unternehmen also auf weniger Kontrollen, sind laut Studie rund 60 Prozent der Arbeitnehmer sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Je stärker die Überwachung, desto niedriger ist der Wert: Bei Firmen mit strengen Kontrollen sind nur noch 45 Prozent der Arbeitnehmer zufrieden.

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Das Wissenschaftliche Institut der AOK  (WIdO) fand sogar heraus, dass Mitarbeiter, die in ihrem Betrieb eine schlechte Stimmung erleben, unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit und auch häufiger krank sind. So geht ein schlecht bewertetes Betriebsklima bei 27,5 Prozent der Befragten mit gesundheitlicher Unzufriedenheit einher. Dieser Anteil ist dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe, die das Betriebsklima positiv wahrnimmt (8,9 Prozent). Wenn es darum geht, das Arbeitsklima zu verbessern, sind vor allem die Führungskräfte gefragt. „Sie sollten ihre Mitarbeiter wertschätzen, gute Leistungen ausreichend würdigen und die Beschäftigten individuell fördern“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer und Mitherausgeber des Reports. „Nur so können Unternehmen Mitarbeiter langfristig binden und dafür sorgen, dass die Beschäftigten motiviert und gesund sind.“

Ein gutes Arbeitsklima hält Mitarbeiter an Bord

Und die Mitarbeiter? Haben sie ebenfalls Einfluss auf die Atmosphäre am Arbeitsplatz? Auf jeden Fall. Denn ein wertschätzender Umgang ist nicht an hierarchische Strukturen gebunden. Wer also respektvoll behandelt werden möchte, sollte anderen den gleiche Respekt erweisen. Dazu gehört vor allem, sich nicht an Klatsch und Tratsch zu beteiligen und andere Meinungen, Werte und Denkweisen zu akzeptieren. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit leichter, wenn man seine Kollegen mal von einer anderen Seite kennengelernt hat. Ein gemeinsame Mittagspause, eine After-Work-Party oder ein Betriebsausflug bieten dafür hervorragende Gelegenheiten. Wer sich dagegen abkapselt, gibt dem Wir-Gefühl keine Chance. Last but not least wirkt ein Lob – auch unter Kollegen – wahre Wunder. Warum also nicht mal dem Büronachbarn sagen, dass man mit ihr oder ihm gerne zusammenarbeitet. Auch das trägt zu freundlichem Miteinander und einem angenehmen Arbeitsklima bei.

HR-Fokus: Mitarbeiter-Lebenszyklus als Konzept

Die Forschung hat gezeigt, dass Unternehmen mit einer heterogenen Belegschaft bessere Leistungen erzielen. Wird Ihr Unternehmen den Bedürfnissen einer Belegschaft von 17 bis 70 gerecht? Ansprüche und Bedürfnisse der Mitarbeiter – über Generationen hinweg aber auch ganz individuell – sind sehr verschieden. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch die Phase, in der sich jeder Mitarbeiter anhand seiner Unternehmenszugehörigkeit befindet.

Die Customer Experience bestimmt über Loyalität und Zufriedenheit von Kunden. Gleiches gilt für die Mitarbeitererlebnisse. Und die sind im Kampf um gute Fachkräfte heute entscheidend. So individuell wie die Kunden sind auch Ihre Mitarbeiter. Das Konzept des „Mitarbeiter-Lebenszyklus“ ebnet als konsequente Personalisierung des Personalmanagements den Weg zu positiven Mitarbeitererlebnissen. Wir stellen das Konzept in unserem HR-Fokus vor und beleuchten verschiedene HR Aufgaben unter diesem Gesichtspunkt.

Um alle Beiträge der Reihe zu sehen, klicken Sie bitte auf  „Mitarbeiterlebenszyklus“ unter den folgenden weiteren Themen: