New Work im Wandel: 5 Minuten mit HR-Experte Thomas Resch
Was bedeuten New Work und KI für das Personalmanagement der Zukunft? Darüber haben wir mit Transformationsberater Thomas Resch gesprochen. Erhalten Sie wertvolle Einblicke zu den Anforderungen der Zukunft sowie lernenden und fluiden Organisationsformen.
Inhaltsverzeichnis
New Work leben statt an veralteten Strukturen festhalten – so lautet schon lange die Devise im People-Management. Aber auch die Konzepte von New Work sind keine festen Regeln, sondern befinden sich stetig im Wandel und passen sich an die Arbeitswelt an. Thomas Resch weiß um die Trends der Zeit und gibt im Vodcast wertvolle Einblicke.
„New Work“ ist ein Konzept, das darauf abzielt, traditionelle Arbeitsstrukturen und -methoden zu überdenken und anzupassen, um den Anforderungen einer modernen, sich ständig verändernden Arbeitswelt gerecht zu werden. Es geht um Flexibilität, Eigenverantwortung, Kreativität und Sinnhaftigkeit in der Arbeit. Das betrifft auch den HR-Bereich von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU): Wer hier offen bleibt für neue Entwicklungen und sich fortlaufend weiterbildet, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um die qualifiziertesten Talente.
Thomas Resch ist Transformationsberater und Experte für Organisationsentwicklung bei der Business- und IT Beratungsfirma metafinanz. Er hat bis vor kurzem die Fachgruppe New Work im Bundesverband der Personalmanager (BPM) geleitet und ist für Unternehmen, die einen Change vollziehen, täglicher Berater und Unterstützer.
Künstliche Intelligenz im HR-Management
Für Personalmanager und HR-Fachkräfte gibt es vielfältige Anknüpfungspunkte beim Thema New Work in ihrem Geschäftsalltag. Bereiche, die davon profitieren können, sind zum Beispiel:
- Talentakquise und Recruiting
- Langfristige Mitarbeiterbindung
- Kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung
- Flexibilisierung der Arbeitsmodelle
- Kommunikation und Wissensaustausch
- Entlastung der HR-Abteilung und Prozessoptimierung durch KI
Dabei steht vor allem der letzte Punkt – der Einsatz von Künstlicher Intelligenz – für Thomas Resch derzeit im Zentrum. Sein Appell: Unternehmen sollten sich genau anschauen, wie sie sich mit der Technologie aufstellen, welche Bereiche sie dadurch verschlanken können und wo KI dagegen nicht zum Einsatz kommen soll. Es gilt, den Trend auf keinen Fall zu verschlafen – denn es ist mehr als nur ein Trend.
Ständige Weiterentwicklung: die Kompetenzen von morgen
Dementsprechend vollzieht sich auch ein Wandel in den Anforderungen an Personalmanager: Sie nehmen die Schlüsselfunktion ein, die Führungskräfte und Mitarbeiter im Unternehmen beim Einsatz von KI und bei weiteren Herausforderungen der Zukunft zu begleiten. Auf der einen Seite steht die Frage: Welche technologischen Skills braucht es und wie können sie ausgebaut werden? Und auf der anderen Seite: Wie schaffen wir es, eine lernende Organisation zu schaffen, die flexibel auf die Veränderungen der Arbeitswelt reagieren und Kompetenzlücken langfristig schließen kann?
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Organisationsformen der Zukunft
In einer solchen lernenden Organisation bildet die Weiterentwicklung aller einen grundlegenden Bestandteil der Unternehmenskultur. Das bedeutet, dass Mitarbeiter auf allen Ebenen dazu ermutigt werden, ihr Wissen zu teilen, neue Fähigkeiten zu erlernen, Ideen zu generieren und Probleme gemeinsam zu lösen. Eine lernende Organisation strebt danach, flexibel und anpassungsfähig zu sein, um sich den Herausforderungen einer sich ständig verändernden Umgebung anzupassen. Sie fördert Innovation, verbessert die Problemlösungsfähigkeiten und trägt dazu bei, langfristigen Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Aber nicht nur lernend, sondern auch fluid ist das Unternehmen der Zukunft: Darunter versteht Thomas Resch einen Wandel hin zu flachen Hierarchien, agilen Arbeitsmethoden und dezentralisierter Entscheidungsfindung. Denn: „Es reicht nicht mehr, wenn ein paar schlaue Köpfe alles entscheiden.“ Was es brauche, seien dagegen flexible Teamstrukturen – weg vom Einzelkämpfertum und hin zu kleinen, agilen Zellen innerhalb der Firma, die sich jederzeit neu bilden können. „Wir bei metafinanz haben mit diesem Ansatz sehr gute Erfahrungen gemacht, viel gelernt und können es nur jedem Unternehmen ans Herz legen.“ Hier finde sich auch die Verbindung zurück zur lernenden Organisation: Die Art und Weise, wie ein Unternehmen aufgestellt ist, prägt auch die dortige Lernkultur. Fluide Organisationsformen beschleunigen Entscheidungsprozesse, befähigen die Belegschaft, fördern die Innovationskraft und vor allem: Sie kommen dem Wunsch von Mitarbeitern nach, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten.
Fazit: Fokus setzen und Ängste begleiten
Angesichts der schnelllebigen, modernen Arbeitswelt, dem Fachkräftemangel und diversen Krisen sind zwei Punkte für KMUs besonders wichtig: Erstens gilt es, für das eigene Unternehmen einen klaren Fokus zu setzen. Nicht jeder Trend ist von Dauer, nicht jedes Modell ist für das eigene Tagesgeschäft passend oder erfüllt die Bedürfnisse der Mitarbeiter.
Zweitens rät Thomas Resch dazu, Ängste und Unsicherheiten trotz allem Zukunftsoptimismus ernst zu nehmen. Personalmanager müssen und können ihren Mitarbeitern nicht die Ängste nehmen, aber sie können sie begleiten. Mithilfe von offener Kommunikation, sicheren Räumen und der bewussten Förderung von Weiterbildung kann es gelingen, die jetzigen und auch zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt gemeinsam zu meistern.
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