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Bin ich von der Umsatzsteuer befreit?

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Umsatzsteuer befreit

Grundsätzlich sind alle entgeltlichen Lieferungen und sonstige Leistungen eines Unternehmens gem. § 1 Abs. 1 UStG umsatzsteuerbar. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Waren- oder Dienstleistungen handelt. Dies gilt auch für Freiberufler. Für eine Umsatzsteuerpflicht muss jedoch auch die Unternehmereigenschaft erfüllt sein. Das ist dann der Fall, wenn eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausgeübt wird. Als Freiberufler ist also ihre Tätigkeit umsatzsteuerlich genauso zu behandeln wie eine gewerbliche Tätigkeit. Gewerblich oder beruflich in der Umsatzsteuer meint, dass eine Tätigkeit ausgeführt wird, um Einnahmen zu erzielen. Die Absicht Gewinn zu erzielen ist im Umsatzsteuerrecht nicht von Bedeutung. Als Freiberufler oder Einzelunternehmer zählen Sie somit im Umsatzsteuerrecht einfach unter der Begrifflichkeit „Unternehmer“, da zunächst keine weiteren Unterscheidungen getroffen werden. Das Einkommensteuerrecht sieht das etwas anders.

Durch die Steuerpflicht sind Sie im Gegenzug auch verpflichtet, die Umsatzsteuer auf allen Rechnungen auszuweisen.

Die Umsatzsteuer wird umgangssprachlich oftmals auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Da es kein Mehrwertsteuergesetz mehr gibt, ist dieser Begriff jedoch eigentlich längst überholt, aber wird dennoch gerne verwendet.

Steuerbefreiungen

Bestimmte Umsätze sind jedoch umsatzsteuerfrei. Welche Umsätze aus Lieferungen oder sonstigen Leistungen von der Umsatzsteuerpflicht ausgenommen sind, kann im § 4 UStG nachgelesen werden. Umsätze aus Leistungen der human medizinischen Berufe wie beispielsweise Ärzte, Zahnärzte, Krankengymnasten und Heilpraktiker sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Andere freie Berufe hingegen unterliegen mit Ihren Leistungen der Umsatzsteuerpflicht, wie etwa Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten etc.

Umsatzsteuersatz

Der Steuersatz beträgt grundsätzlich 19 %. Bestimmte Umsätze unterliegen jedoch einem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %.

Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht

Als Freiberufler oder auch als jeder andere Unternehmer, gibt es eine bürokratische Erleichterung. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie gerade mit Ihrer Tätigkeit begonnen haben und voraussichtlich noch keine hohen Umsätze erzielen. Unter bestimmten Umsatzgrenzen sind Sie nach § 19 UStG Umsatzsteuer befreit. Dies ist dann der Fall, wenn Sie unter die „Kleinunternehmerregelung“ fallen, wenn der Umsatz des laufenden Kalenderjahres voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreitet und im vergangenen Jahr nicht mehr als 22.000 Euro betrug. In diesem Fall wird die Umsatzsteuer nicht erhoben. Damit entfällt im Gegenzug allerdings auch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs. Die Umsatzgrenze ist jedoch ein Bruttobetrag. Die Umsatzsteuer wird mit berücksichtigt, obwohl sie gar nicht angefallen ist. Für einen Kleinunternehmer, dessen Leistungen theoretisch mit einem Steuersatz von 19% berechnet würden, bedeutet das, dass bei ca. 14.700 Euro Schluss ist.

Gerade im ersten Jahr der freiberuflichen Tätigkeit kann der Freiberufler nicht wissen, wie hoch der Umsatz ausfallen wird. Hier muss die voraussichtliche Höhe geschätzt werden.

Wird der Umsatz jedoch überschritten, ist die Umsatzsteuer nachzuzahlen.

Selbst wenn Sie unter die „Kleinunternehmerregelung“ fallen, können Sie sich gegen diese entscheiden. Unter Berücksichtigung des Vorsteuerabzugs, kann das unter gewissen Umständen Sinn ergeben. Die Entscheidung gegen eine Umsatzsteuerbefreiung bindet den Unternehmer 5 Jahre. In diesem Fall werden Sie vom Finanzamt wie jeder umsatzsteuerpflichtige Unternehmer behandelt.

Wichtig: Verwechseln Sie nicht die Begrifflichkeit „Kleinunternehmer“ und „Kleingewerbe“. Der Begriff Kleingewerbe taucht im Umsatzsteuerrecht nicht auf. Kleinunternehmer können auch Kleingewerbetreibende sein. Wird die Umsatzgrenze der Kleinunternehmerregelung überschritten, ist er zwar kein Kleinunternehmer mehr, kann aber weiter Kleingewerbetreibender sein.

Grundsätzliche Befreiung von der Umsatzsteuer für einzelne Leistungen

Nach § 4 UStG entfällt grundsätzlich für bestimmte Leistungen die Umsatzsteuer. Hierzu gehören beispielsweise innergemeinschaftliche Lieferungen, Umsätze aus Postleistungen, Humanmedizin oder auch Vermietung. Wird ein Teil des Umsatzes ohne Umsatzsteuer, ein Teil mit Umsatzsteuer generiert, dann können Vorsteuern auch nur im entsprechenden Verhältnis geltend gemacht werden.

Für wen lohnt sich die Umsatzsteuerbefreiung?

Die Umsatzsteuerbefreiung kann sich insbesondere für Existenzgründer lohnen.

Kleinunternehmer haben den Vorteil, dass sie weder eine Umsatzsteuervoranmeldung noch eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben müssen. Dadurch wird auch die Buchhaltung vereinfacht. Auf Ihre Einkommensteuerlichen To-dos hat diese Entscheidung keine Auswirkung, für die Gewinnermittlung genügt weiterhin eine einfache Einnahmenüberschussrechnung.

Rechnungstellung bei „Kleinunternehmerregelung“

Nehmen Sie als Unternehmer die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, dürfen sie im Gegenzug auf ihren Rechnungen auch keine Umsatzsteuer ausweisen. Die Kunden sind bei Rechnungstellung mit einem Zusatz ausdrücklich auf die Umsatzsteuerbefreiung des § 19 UStG hinzuweisen.

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