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Reverse Mentoring: innovative Methode zum Erfahrungsaustausch

Reverse Mentoring trägt dazu bei, eine dynamische Lernkultur in Unternehmen zu fördern. Junge Mitarbeitende haben die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Ideen an ältere und höhergestellte Mitarbeitende weiterzugeben.

Reverse Mentoring ist ein Konzept, bei dem traditionelle Rollen in einem Mentoring-Verhältnis umgekehrt werden. Normalerweise ist es so, dass erfahrene Fachkräfte ihr Wissen und ihre Erfahrungen an jüngere oder weniger erfahrene Kolleg*innen weitergeben. Beim Reverse Mentoring hingegen übernehmen die jüngeren oder die weniger erfahrenen Mitarbeitenden die Rolle des/der Mentors/*in und teilen ihr Wissen und ihre Perspektiven mit den erfahreneren Kolleg*innen. Die Wirtschaftspsychologin Sarah Jauslin erzählt in ihrem Interview für die Schweiger Coaching Agentur (September, 2020), dass in erster Linie Sympathie als Voraussetzung für erfolgreiches Reverse Mentoring dient und erzählt im Interview von einer Senior Mentee, die ihr altes Tastenhandy auf Touchscreen umstellen wollte und hierfür einen jungen Mann als Mentor anwarb.

Indizien für den Erfolg von Reverse Mentoring

Indizien, die für den Erfolg von Reverse Mentoring sprechen, gibt es mittlerweile mehr als genug. Wegweisend sind etwa der enorme Zuwachs bei Projektarbeiten, in der es sich oft genug anbietet, dass ältere und jüngere Fachkräfte Seite an Seite zusammenarbeiten. Auch der zunehmende Abbau von Hierarchien in der Arbeitswelt kann mit dieser Entwicklung assoziiert werden. Zudem bietet es sich an, dass Mitarbeitende der älteren und jüngeren Generation gemeinsam an Fortbildungen teilnehmen, um die Lücke zwischen den Generationen zu schließen. Darüber hinaus optimiert Reverse Mentoring das Verständnis für auseinandergehende Sichtweisen und treibt die bereichsübergreifende Zusammenarbeit voran.

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Profitieren auch Sie vom Reverse Monitoring

Reverse Monitoring bietet Ihnen mehrere Vorteile. So ermöglicht es einerseits den erfahreneren Mitarbeitenden, von den frischen und teils innovativen Ideen sowie dem technologischen Know-how der jüngeren Generation zu profitieren. Ältere Mitarbeitende können neue Perspektiven gewinnen und sich mit den neuesten Trends und Technologien vertraut machen. Zum anderen bietet Reverse Mentoring noch jungen Mitarbeitenden die großartige Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und dadurch die Entwicklung ihrer Karriere zu fördern.

Gut zu wissen: Die Geschichte des Reverse Mentoring

Ins Leben gerufen wurde das Reverse Mentoring von dem US-amerikanischen Konzern General Electric. Jack Welch, der von April 1981 bis September 2001 CEO von General Electric war, hatte bereits im Jahr 1999 erkannte, dass seine Führungskräfte zu wenig über neue Technologien wussten. In einem Pilotprojekt brachte er rund 500 leitende und jüngere Mitarbeitende zusammen und forderte Top-Manager von General Electric dazu auf, sich jüngere Mentor*innen im Konzern zu suchen. Welch selbst war stets bereit, von den jüngeren Mitarbeitenden des Unternehmens zu lernen und ging mit gutem Beispiel voran.

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Respekt vor dem Wissen

Sie sollten beachten, dass Reverse Mentoring eine sowohl offene als auch respektvolle Kommunikation erfordert. Ältere und erfahrenere Mitarbeitende sollten dazu bereit sein, von der jüngeren Generation zu lernen und deren Ideen anzunehmen. Gleichzeitig sollten sich auch die jüngeren Mentor*innen einfühlsam gegenüber den erfahrenen Kollegen verhalten, um sicherzustellen, dass ihre Ideen und Ratschläge angenommen werden und eventuelle neue Perspektiven, die sich daraus ergeben, angemessen und hilfreich sind.

Wissensaustausch auf einer neuen Ebene

Reverse Mentoring kann insgesamt als eine wertvolle Ergänzung zu traditionellen Mentoring-Programmen angesehen werden. Vorausgesetzt, dass sowohl ältere als auch jüngere Kolleg*innen sich für das Projekt begeistern. Das „umgekehrte“ Mentoring kann dazu beitragen, eine dynamische Lernkultur in Unternehmen zu fördern. Die Möglichkeit Wissen und Erfahrungen zwischen verschiedenen Generationen auszutauschen, trägt zweifelsohne zur persönlichen und beruflichen Entwicklung aller Beteiligten bei.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Reverse Mentoring

Reverse Mentoring Programme sind nicht nur sinnvoll, sondern sollten ein absolutes Muss sein . Zu den wohl wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen eines Reverse Mentoring zählt die grundsätzliche Bereitschaft auf beiden Seiten voneinander zu lernen und das Senioritätsprinzip aufzubrechen. Die Mitarbeitenden sollten dazu bereit sein, Verständnis füreinander und für unterschiedliche Perspektiven aufzubringen. Die Teilnahme an dem Reverse Mentoring-Programm sollte für alle Teilnehmenden freiwillig und intrinsisch motiviert sein.

Quintessenz, Fazit und Beispiel – worauf kommt es beim Reverse Mentoring an?

Reverse Mentoring zahlt sich sowohl für den Junior als auch für den Senior aus, vorausgesetzt es herrscht Wertschätzung und Verständnis auf beiden Seiten. Ideal ist ein gegenseitiges Coaching, bei dem beide Seiten voneinander lernen und sich das kollektives Wissen erweitert. Schließlich hilft es dabei, eine lernende Organisation aufzubauen und den Erfahrungsschatz auszuweiten. Ein erfolgreiches Beispiel hält die DZ Bank bereit. Dabei ging es um neue digitale Trends und Innovationen, aber auch um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Im Zentrum stand die Arbeitswelt der Young Professionals. In einem Interview sprechen ein junger Mentor und sein Mentee als Führungskraft über ihre Erfahrung, mehr über die Werte, Erwartungen und Vorstellungen der jeweils anderen Generation zu erfahren. Wünsche und Erwartungen wurden im Vorfeld geäußert. Das Reverse Mentoring fand sowohl live als auch über Videotelefonie statt.

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