Frachtbrief

Welche Funktionen hat der Frachtbrief?

Nach dem Handelsgesetzbuch (§ 407 HGB) ist ein Frachtbrief ein Beförderungsdokument für den Frachtvertrag. Davon müssen drei Abschriften vorliegen: Eine Abschrift bleibt beim Absender, eine begleitet den Frachtführer und eine weitere bleibt bei dem Frachtgut. Der Absender muss alle drei Ausfertigungen unterzeichnen. Das Dokument weist den Frachtführer als Besitzer und den Inhaber der Kopien als Eigentümer und Verfrachter bzw. den Empfänger aus. Für den europäischen Güterverkehr gibt es zusätzlich den CMR-Frachtbrief. Die CMR – convention relative au contrat de transport international de marchandises par route (Internationale Vereinbarung über Beförderungsverträge im Straßengüterverkehr) – wurde bereits im Jahr 1956 unterzeichnet und gilt in ganz Europa.

Frachtbrief ist nicht mehr Pflicht

Seit 1998 ist das Mitführen des Frachtbriefs keine Pflicht mehr. Stattdessen genügen Begleitpapiere wie Lieferscheine, Ladelisten oder Borderos. Der Frachtführer kann bei Bedarf nach § 408 Abs. 1 HGB die Ausstellung des Briefs verlangen. Wenn der Absender trotz Verlangen kein Dokument ausstellt, hat der Frachtführer ein Zurückbehaltungsrecht in Bezug auf die zu transportierende Ware nach § 273 BGB.

Welche Angaben kann der Frachtbrief enthalten?

In Deutschland kann das sogenannte Warenbegleitpapier nach § 408 HGB folgende Angaben enthalten:

  • Ort und Tag der Ausstellung
  • Namen und Anschrift des Absenders, Frachtführers und Empfängers
  • Tag und Stelle der Warengutübernahme
  • Bezeichnung der Ware und Art der Verpackung
  • Anzahl der Frachtstücke
  • Vermerk über die Frachtzahlung
  • Vermerk über die einzuziehende Nachnahme bei Ablieferung
  • Weisungen für den Zoll

Welche Funktionen erfüllt der Frachtbrief?

Im Frachtrecht erfüllt das Dokument folgende Funktionen:

  • Informationsträger über Menge und Beschaffenheit der Fracht für Absender, Frachtführer und Empfänger sowie Spediteur und Lagerhalter
  • Beweis, dass der Frachtführer die Ware in äußerlich gutem Zustand übernommen hat
  • Quittung für den Übernahmevorgang
  • verschiedene Funktionen im Zahlungsverkehr
  • Bei der Zahlung gegen Rechnung spielt der Frachtbrief in der Regel keine Rolle.
  • Auf der Sperrwirkung des Frachtbriefs beruht das Dokumenteninkasso. Der Weisungsberechtigte muss den Brief vorlegen, um sein Verfügungsrecht auszuüben.
  • Auch beim Dokumentenakkreditiv ist die Absenderausfertigung des Frachtbriefs ein gültiges Dokument. Es ist ein klassisches Zahlungsmittel im grenzüberschreitenden Handel.

Behalten Sie die Kontrolle über Ihre Lagerbestände!

Damit die Abläufe in einem Unternehmen reibungslos funktionieren, müssen Wareneingang und Warenausgang sorgfältig ausbalanciert sein.

Unser e-Book inkl. einer Checkliste hilft Ihnen, einen klaren Kopf zu behalten.

Jetzt kostenfrei laden

Pflichten der Vertragsparteien

Der Absender muss die vereinbarte Fracht liefern und das Transportgut sicher verpacken (falls nicht anders vereinbart). Dem Absender steht das Verfügungsrecht über die Güter zu, das Verfügungsrecht geht im Regelfall mit der Ablieferung auf den Empfänger über. Für den sicheren und rechtzeitigen Transport ist der Frachtführer verantwortlich. Der Empfänger hat dem Frachtführer eine Empfangsbestätigung (Quittung) auszustellen.

Frachtbriefe im internationalen Geschäft

Im internationalen Frachtgeschäft unterliegt das Dokument internationalen Regelungen. Für den Eisenbahnverkehr gilt der Eisenbahnfrachtbrief (CIM), für den Straßengüterverkehr der CMR-Lkw-Frachtbrief und der Luftfrachtbrief für den Luftfrachtverkehr.